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Review: Wonder Woman

Nach der Enttäuschung von Man of Steel, dem ebenso wenig befriedigenden Batman v Superman: Dawn of Justice oder dem Suicide Squad-Debakel lasteten große Erwartungen auf Warner Bros‘ neuster DC-Verfilming Wonder Woman, von der sich sowohl weibliche als auch männliche Fans viel erhofft hatten – und eindeutig nicht enttäuscht werden.

Wonder Woman zeigt in die Grausamkeiten des Ersten Weltkriegs, ohne aber in die düstere Stimmung von Man of Steel zu verfallen und schafft es auch immer wieder, die Stimmung mit gut platziertem Humor aufzuhellen. Auch macht der Film von Regisseurin Patty Jenkins mehr Spaß als Batman v Superman: Dawn of Justice, nicht zuletzt wegen einem klar strukturierten Verlauf, der sich nicht in Nebensträngen und Hinweisen auf kommende Filme verliert.

Diana (Gal Gadot), das einzige Kind auf der Insel Themyscira, lebt unter erwachsenen Amazonen, abgeschottet von der restlichen Welt. Trotz des herrschenden Friedens werden Kriegerinnen von Antiope (Robin Wright) im Bogenschießen, Schild- und Schwertkampf ausgebildet. Als eines Tages Steve Trevor (Chris Pine) mit seinem Flugzeug nahe der Insel abstürzt, erfährt die Kämpferinnengruppe zum ersten Mal von dem unmenschlichen Krieg, der die ganze Welt gegeneinander aufgebracht hatte. Diana, die mittlerweile zu einer erwachsenen Kriegerin herangewachsen ist, sieht es als ihre Aufgabe, Menschen in Not zu helfen und sie dabei zu unterstützen, den Krieg zu beenden, weswegen sie sich mit dem Fremden auf den Weg in eine ihr unbekannte Welt machte.

Das wohl Schönste an dem Film sind die großartig choreografierten Kampfszenen der Amazonen und von Wonder Woman. Im Gegensatz zu anderen Superheldinnen, die mit geschickten Griffen und viel Herumgewirbel ihre Gegner schlussendlich mit einer Beinklammer zu Fall bringen, sind die Bewegungen der Kriegerinnen voller Kraft und Eleganz, die ab und zu mit Zeitlupenaufnahmen noch zusätzlich betont werden. Auch hier merkt man vor allem, dass Diana kein einfacher Mensch ist, wenn sie beinahe schon über den Boden fliegt, statt zu rutschen, gleiten oder schlittern.

Schon Marvel hat mit dem Motiv des hilflosen Helden gespielt, der in eine vollkommen neue Welt kommt und sich erst zurechtfinden lernen muss (Captain America, Thor). Auch Diana bleibt von diesem Schicksal nicht verschont, als sie von einer Insel voller Frauen in eine Welt reist, in der Frauen nicht wirklich etwas zu sagen haben, womit sie auch mehrmals konfrontiert wird. Dennoch wirkt sie nicht hilflos oder schwach, sie kontert, steht für das ein, woran sie glaubt und beweist immer wieder nicht nur ihre Stärke, sondern auch Intelligenz und kann sich auch nebenbei von Neuem verzaubern lassen

Steve Trevor spielt zwar die Rolle des Love-Interests und muss auch von Diana gerettet und unterstützt werden, zeigt jedoch eindeutig, dass er nicht hilflos oder unnütz ist, Charakter hat und es als Mann auch nicht schlimm ist, wenn er Hilfe von einer Frau bekommt.

Trotz des guten Aufbaus endet der Film wie so oft in diesem Genre in einer riesigen, aufgeblasenen Kampfszene, in der sich Wonder Woman gegen einen übermächtigen Gegner beweisen muss. Auch die Nebencharaktere, die zwar mit ihrem ganz eigenen Charme begeistern können, gehen leider im Großen und Ganzen unter und schaffen es nicht wirklich, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Nach der Enttäuschung von Man of Steel, dem ebenso wenig befriedigenden Batman v Superman: Dawn of Justice oder dem Suicide Squad-Debakel lasteten große Erwartungen auf Warner Bros' neuster DC-Verfilming Wonder Woman, von der sich sowohl weibliche als auch männliche Fans viel erhofft hatten – und eindeutig nicht enttäuscht werden. Wonder Woman zeigt in die Grausamkeiten des Ersten Weltkriegs, ohne aber in die düstere Stimmung von Man of Steel zu verfallen und schafft es auch immer wieder, die Stimmung mit gut platziertem Humor aufzuhellen. Auch macht der Film von Regisseurin Patty Jenkins mehr Spaß als Batman v Superman: Dawn of Justice, nicht…

Review Overview

Wertung - 9

9

Summary : Wonder Woman mag nicht makellos sein, ist aber auf viele kleine Arten und Weisen perfekt. Wonder Woman hat mit Gal Gadot eine großartige Besetzung (was man schon in Batman v Superman sehen konnte) und ihre Geschichte zeigt genau das, was sie ist: Eine Frau mit gutem Aussehen, im Vordergrund steht jedoch ihre Kraft, Intelligenz und der Wille, nicht aufzugeben und weiter zu kämpfen, auch wenn andere ihr sagen, dass es keinen Ausweg und keine Lösung gibt. Wonder Woman ist somit ein Lichtblick für Warner Bros./DC, die, wenn sie diese Richtung weiter einbehalten sollten, zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für Marvel werden könnten – was durchaus wünschenswert wäre. (Stephanie Lutz)

User Rating: 3.85 ( 2 votes)
Wonder Woman (2017)
Regie: Patty Jenkins
Drehbuch: Allan Heinberg
Mit: Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright, Connie Nielsen
Länge: 141 Minuten
Kinostart: 14.6.2017