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Review: Wonder Woman: Dead Earth 1

Seit sie im Jahr 1941 von William Moulton Marston geschaffen wurde, hat Wonder Woman viele Wandlungen durchgemacht. Sie war die Göttin des Krieges, die starke Frau der Justice League, oberste Ritterin des Feminismus – und auch ein hübscher Aufputz. In der neuesten DC-Comicserie unter dem Black-Label-Banner schlägt sich Diana nun als eine Art Furiosa (aus Mad Max: Fury Road) durch die DC-Apokalypse.

Der erste Teil der insgesamt vier Bände umfassenden Story, der bereits auf Deutsch bei Panini Comics erhältlich ist, erzählt die Geschichte von Diana als Teil einer unwirklich anmutenden Welt, in der beinahe die gesamte Menschheit im Zuge einer schrecklichen nuklearen Katastrophe dezimiert wurde. Dabei ist dieses Ereignis oft nicht sehr vage, viele Details kennt niemand. Die direkten Überlebenden, die Bescheid wussten, sind längst tot. Was von Menschlichkeit und Zivilisation übrig geblieben ist, ist kaum wiederzuerkennen. Diana hat dieses Grauen intakt überstanden und erwacht aus ihrem langen Schlaf, als eine Gruppe von Menschen versehentlich auf sie stößt.

Die teils fast depressive Darstellung der Menschheit passt perfekt zu Dianas Verhalten in diesem Comic. Sie ist komplett allein, hat ihre Heimat und Familie verloren. Dennoch hegt sie weiterhin eine Zuneigung zur Menschheit, die sich so sehr verändert hat in dieser postapokalyptischen Umgebung. Es ist Dianas Aufgabe, sie zu beschützen, zu retten, anzuführen.

Als Autor und Zeichner in Personalunion zeichnet sich Daniel Warren Johnson für diese Serie verantwortlich. Seine Story interpretiert Wonder Woman gleichzeitig neu und klassisch, wartet mit einer guten Balance aus Action und dichter Erzählung auf. Die Zeichnungen wirken sehr temporeich, teilweise etwas lose und skizzenhaft. Das passt aber ganz wunderbar zur dystopischen Welt und düsteren Stimmung.

Fazit

Das Setting von Wonder Woman: Dead Earth, eine apokalyptische Version des DC-Universums, könnte sehr leicht abgedroschen und ausgelutscht wirken. Doch Daniel Warren Johnson vermag es, den Charakter neu zu erfinden und Wonder Woman auf eine Reise zu schicken, die Mad Max erblassen lässt.

Infos:

Verlag: Panini Comics (DC Comics)
Seiten: 52
 Hardcover
Autor und Zeichner: Daniel Warren Johnson
Preis: circa 13 Euro

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