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Review: UFC 4

"Immer mitten in die Fresse rein"

Vor 30 Jahren tauschten sich die Schüler am Schulhof über die neuesten Knight Rider Rider oder Mac Gyver Folgen aus, irgendwann übernahmen dann Pokémon und seit einigen Jahren sind zumindest bei meinen Schülern (15 Jahre aufwärts) immer öfter die neuesten Geschichten, Gerüchte und Ergebnisse aus der UFC Gesprächsthema. Nicht nur deshalb bringt EA Sports nun mit UFC 4 einen weiteren Teil des MMA-Spektakels (Mixed Martial Arts) für PS4 und Xbox One. Eine Version für die Next-Gen-Konsolen PS5 und Xbox Series X ist derzeit nicht vorgesehen. Doch was hat sich alles in den letzten 2,5 Jahren seit Teil 3 geändert, rechtfertigt UFC 4 einen Kauf oder bekommen wir, wie bei EA Sports leider manchmal üblich, nur ein paar kleinere Feature-Updates und einen neuen Roster?

Was gibts Neues?

Ganz neu seit UFC 3 sind zwei alternative Arenen, wobei man in einigen Spielmodi entweder im Backyard, also einem klassischen Hinterhof oder im Kumite, einer traditionell asiatichen Kampfarena kämpfen kann. Ebenso stehen kleinere Hallen wie das UFC Apex oder die Action Avenue, ein Zelt mit Ring und Platz für einige Zuschauer zur Verfügung.

Backyard und Kumite Arenen

Eine weitere Neuheit in UFC 4 sind die Blitz-Kämpfe, wobei man online antritt, sich die Regeln täglich ändern, also mal nur Stehkampf, ein anderes mal klassisch MMA, dann wieder mit altbekannter Energieanzeige die durch jeden Treffer kleiner wird, es gibt hier wirklich viele Möglichkeiten.

In Sachen Gameplay hat sich auch einiges geändert, wobei sich vor allem die Kontrolle im Clinch sowie im Ground-and-Pound verbessert hat. Bei Submissions (Aufgabegriffen) gibt es nun zwei Mini-Spiele, wobei man entweder beide Spieler von einem Balken symbolisiert werden und man entweder als Angreifer den Balken des Gegners überdecken muss um erfolgreich zu sein, der Verteidiger muss dementsprechend mit seinem Balken entkommen.

das neue Submission System

Gameplay

UFC 4 bietet wie seine Vorgänger schon gepflegte Kampfkunst auf hohem Niveau. Die Vielzahl an Angriffen, ob nun per Punch, Kick, diverse Spezialtritte und Schläge wie Roundhouse-Kicks, Sprünge mit Knie voran ermöglichen vielerlei Kampfstile. Treffer fühlen sich sehr wuchtig an, ein besonders gut getimter Schlag oder Tritt führt schon mal zu einem schnellen Knock-Out oder zumindest zu einer kurzen Benommenheit des Gegners, wobei es dann schnell nachzusetzen gilt. Das Gameplay fühlt sich im Gegensatz zu den Vorgängern etwas flüssiger und intuitiver an, Kombos gehen noch schneller von der Hand. Wichtig wie eh und je ist das richtige Blocken sowie das ordentliche Verwalten der Ausdauer, da man erschöpft klarerweise ein leichtes Ziel abgibt.

Ground-and-Pound

Etwas leichter funktioniert nun der Bodenkampf, wobei die Steuerung immer noch nicht wirklich intuitiv ist und ich gern darauf verzichte. Gegen die CPU kann das wirklich unangenehm werden, gegen Online Gegner hat man mit guten Bodenkampf-Skills manchmal recht gute Karten, da scheinbar viele Spieler so denken und ihr Glück im Stehkampf suchen.

Modi für alle

Auch bei den Modi ist für alle etwas dabei. Für die Offline Spieler sticht vor allem der Karriere Modus hervor, bei dem es gilt vom Hobby-Kämpfer zum G.O.A.T. (Greatest Of All Time) aufzusteigen. Dazu bestreitet man zu Beginn Kämpfe in einer Amateur Serie aus und steigt nach und nach bis in die UFC auf um dort dann Ranglisten und Titelkämpfe auszutragen. Zwischen den Kämpfen gilt es zu trainieren, seine Fitness hochzuhalten, neue Techniken zu erlernen, aber auch etwas Hype um den anstehenden Kampf durch Interviews oder Social-Media zu erzeugen. Abgelehnte Kämpfe, Niederschläge im Training, Provokationen per Social-Media können zu Rivalitäten führen und so erhält jede Karriere ihre eigene kleine Geschichte.

Den Kämpfer entwickelt man durch Erfahrungspunkte weiter, wobei Kategorien wie Punch-Härte, Ausdauer, Beinarbeit und viel mehr durch ein 5-Sterne System verbessert werden können, einzelne Techniken verbessert man indem man sie oft erfolgreich einsetzt. Somit verbessern sich vor allem jene Schläge und Tritte die man besonders gern einsetzt und dann mit der Zeit, richtig eingesetzt, sehr verheerende Folgen für die Gegner haben können. Ebenso können Verletzungen aus dem Training sowie den Kämpfen die Karriere verkürzen, wobei mit dem verdienten Geld Ärzte hinzugezogen werden können um hier etwas nachzuhelfen.

Karriere Modus

In anderen Offline-Modi können noch Turniere beziehungsweise ganze Events erstellt werden. Hierbei können die Regeln komplett individualisiert werden, wobei dann auch unterschiedliche Gewichtsklassen gegeneinander antreten können, Rundenanzahl und -länge angepasst werden, die Arenen ausgesucht werden können und vieles mehr.

Für viele Spieler ebenso wichtig ist der Offline-Modus. Neben den bereits erwähnten Blitz-Kämpfen gibt es noch eine Online-Weltmeisterschaft, wobei man einfach Ranking-Kämpfe austrägt und so hoffentlich im Rang steigt um eines Tages ganz oben auf der Liste steht. Neben den Ranglisten-Kämpfen können auch Schnelle Kämpfe einfach zur Spaß an der Freud ausgetragen werden.

In allen Modi kann nun außerdem mit selbst erstellten Kämpfern angetreten werden, wobei Gewichtsklassen dann je nach gewählter Option keinen Unterschied machen. Der Editor in dem Kämpfer erstellt werden können ist sehr umfangreich, vom Kampfstil, über die Körperhaltung, das Aussehen (alles von Kopf bis Fuß), Kleidung, Tattoos kann alles auf vielerlei Arten verändert, individualisiert und angepasst werden. Ein Traum für Spieler anderer EA-Sports Titel, man denke an den Editor aus Madden, der seinen Namen nicht wirklich verdient. Gerade bei Online-Kämpfen trifft man auch wahrlich kreative, manchmal auch sehr lustige Kämpfer.

gleich geht’s los

Ein Modus aus den letzten beiden Titeln wurde indes komplett gestrichen, UFC Ultimate Team gehört der Vergangenheit an. Ob nun zu wenig Umsatz damit gemacht wurde, das negative Feedback zu groß war oder die Zeit nicht gereicht hat ist nicht bekannt. Fans von Mikrotransaktionen kommen aber natürlich trotzdem nicht zu kurz, jedoch fallen diese nur für kosmetischen Krimskrams wie Hosen, T-Shirts und dergleichen an.

Zum Roster gibt es nicht viel zu sagen, es finden sich alle bekannten und aktuellen Kämpferinnen und Kämpfer in UFC 4, so soll es sein.

Grafik und Sound

Optisch ist UFC 4 ein Augenschmaus, die Kämpfer, die Arenen, die Animationen kann man wirklich nur als wunderschön bezeichnen. Wenn Angriffe zu Kombos verbunden werden, den Gegner dann wuchtig treffen, dieser stürzt, wegtaumelt oder gar durch einen Block und einen Gegenangriff erfolgreich pariert, all das wirkt absolut glaubwürdig. Auch die Übergänge vom Stehkampf durch einen Takedown gefolgt vom Bodenkampf sehen großartig aus und nur sehr selten hat man das Gefühl, dass da jetzt was physikalisch nicht passt. Wunden, Erschöpfung, all das wird wunderbar und realistisch visualisiert.

Der Sound tut was er soll, er untermalt die Kämpfe gekonnt mit einer passenden Geräuschkulisse, mehr aber auch nicht. Die Kommentatoren machen einen ganz guten Job, was wiederum zur UFC-Atmosphäre beiträgt.

Pros

+ Grafik und Animationen sehr stimmig
+ Karriere-Modus hat hohen Einladungscharakter
+ für jeden Spiele-Typ sind Modi vorhanden

Cons

– Bodenkampf immer noch nicht prickelnd
– Neuheiten seit UFC 3 sind überschaubar

Fazit

Wertung - 8.5

8.5

Harte Kämpfe, viel zu tun, schönes Spiel

Die Änderungen seit UFC 3 mögen nicht gewaltig sein, wurden jedoch genau an den richtigen Stellen vorgenommen. Das Gameplay wurde deutlich verbessert, der Karrieremodus an den richtigen Stellen überarbeitet, die neuen Blitz-Kämpfe sowie die neuen Arenen bieten Motivation für viele weitere Kämpfe und optisch ist das Spiel sowieso eine Perle. Online funktioniert alles einwandfrei, Fans greifen somit bedenkenlos zu, in Kinderhände gehört UFC 4 aber klarerweise nicht.

Genre: Sport
Entwickler: EA Sports
System: PS4, Xbox
Erscheint: erhältich
Preis: ca. 70 Euro

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