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Review: Travis Strikes Again: No More Heroes

Kurz vor Weihnachten konnten wir bereits Travis Strikes Again: No More Heroes vor Ort bei Nintendo anspielen. Das Spin-Off der No More Heroes-Reihe machte damals einen ordentlichen Ersteindruck. Ob sich dieser bestätigen lässt?

Zorn ist ein schlechter Ratgeber

Bad Man ist übel gelaunt. Denn der Auftragsmörder Travis Touchdown hat seine Tochter, Bad Girl, auf dem Gewissen. Nun möchte er Rache und sucht Travis in dessen Wohnwagen in den Südstaaten der USA auf. Dorthin hat sich der Berufskiller nach No More Heroes 2: Desperate Struggle – zusammen mit seiner (sprechenden) Katze Jeane – zurückgezogen.

Bad Mans Plan läuft jedoch aus dem Ruder und die beiden Hitzköpfe werden in die berühmt-berüchtigte Videospiel-Konsole Death Drive Mk II gezogen. Diese funktioniert mithilfe von sogenannten Death Balls, von denen es angeblich sechs Stück geben soll. Hierzu gibt es eine Legende. Diese besagt, dass derjenige, der alle Death Balls findet und die Level meistert, einen Wunsch erfüllt bekommt. Dragon Ball lässt grüßen.

Travis Touchdown und Bad Man werden in den Death Drive Mk II gezogen | Copyright by Nintendo

Bugs, wohin das Auge reicht

In den Leveln begegnet Travis alleine oder zusammen mit Bad Man (im Koop-Modus) allerlei Videospiel-Bugs (die Gegner des Spiels), die es zu beseitigen gibt. Zum Glück hat er stets sein Laser-Katana griffbereit. Dieses verliert in harten Gefechten an Energie, die erst wieder aufgeladen werden muss. Hierzu müssen der linke Analog-Stick gedrückt und der Joy-Con kurz geschüttelt werden. Aus diesem Grund ist es ratsam das Spiel nicht im Handheld-Modus zu spielen. Es ist zwar möglich, doch aufgrund des essentiellen Schüttelns des Joy-Cons sehr unkomfortabel. Schüttelt man doch den Bildschirm unweigerlich mit.

Das Level-Design ist eine große Stärke des Spiels. Denn jeder Abschnitt gestaltet sich unterschiedlich – und das, obwohl es sich hierbei im Kern um ein klassisches Hack’n’Slay-Kampfsystem handelt. Die Entwickler von Grasshopper Manufacture haben jedoch einige originelle Ideen, die sie auch konsequent umsetzen. Mal schnetzeln wir uns aus isometrischer Perspektive, mal aus Third Person-Ansicht durch die Gegner – nur um uns kurzerhand in einem 3D-Plattformer wieder zu finden. Es lebe die Vielfalt!

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Anspielungen ohne Ende…

Die Steuerung ist nicht besonders anspruchsvoll. Es gibt leichte und schwere Attacken, man kann springen und sich wegrollen. Würze bringen die Spezialfähigkeiten ins Spiel. Diese lösen oftmals erheblichen Schaden bei den Gegnern aus, können aber auch andere Eigenschaften mit sich bringen. So können Gegner beispielsweise verlangsamt werden. Eine andere (nützliche) Fähigkeit führt zur Heilung der Charaktere. Ist es dann doch mal um einen geschehen, bietet das Spiel ein recht faires Checkpoint-System. Hierdurch geht – in den meisten Fällen – nur sehr wenig Spielfortschritt nach einem Tod verloren.

Geschmacksache ist jedoch das Speichersystem. Möchte man nämlich den Spielfortschritt sichern, so muss eine Toilette aufgesucht werden. Dies kann man mögen oder auch nicht.
Die gebotenen Dialoge sind da schon besser gelungen, sprühen diese doch vor Wortwitz und pop-kulturellen Referenzen. So wird beispielsweise beim Durchbrechen der sogenannten vierten Wand von Vergleichen mit dem Comic-Charakter „Deadpole“ geredet. Übertriebene Ernsthaftigkeit sucht man hier generell vergeblich – und das ist auch gut so! Travis Strikes Again: No More Heroes ist sich stets bewusst, dass es keine hochtrabende Story mit Anspruch erzählt und persifliert sich deshalb zuweilen selbst.

Hier wird gerade der Spielfortschritt gespeichert | Copyright by Nintendo

Von Ramen-Nudeln und Schwächen

Auch Film-Klassiker, wie Terminator oder Tron werden durch den Kakao gezogen. Ist man dann einmal etwas geschwächt von all den Anspielungen, kann die Gesundheit bei einer Schale Ramen-Nudeln wieder hergestellt werden.

Bei all den positiven Aspekten des Spiels gibt es auch einige Schwachpunkte. So ist die Spielgrafik leider nicht mehr zeitgemäß. Hier wäre (auch auf der Nintendo Switch) deutlich mehr drinnen gewesen. Dennoch ist der Art-Style mit seiner Mischung aus Comic-Stil und Cell Shading-Look in Ordnung. Das Spiel läuft auch – sowohl stationär als auch im Handheld-Modus – flüssig und ohne größeres Ruckeln.

Ein weiterer bedauerlicher Aspekt ist die fehlende Sprachausgabe. Dialoge werden ausschließlich über Text-Boxen geführt. Diese sind zwar zumeist sehr unterhaltsam, aber in der Regel zu lange. Hier gewinnt man das Gefühl eines Mehrwerts beraubt worden zu sein. Könnte doch eine (gute) Sprachausgabe noch viel mehr aus den humorvollen Dialogen herausholen.

Travis liebt Ramen-Nudeln | Copyright by Nintendo

Fazit

Travis Strikes Again: No More Heroes macht Spaß. Dafür sorgen die tollen Dialoge, kreativen Ideen und die zahllosen pop-kulturellen Referenzen. Wenn es einem möglich ist, sollte man dieses Spiel auch zu zweit im lokalen Koop-Modus spielen. Sollte man doch die lustigen Einfälle und dummen Sprüche gemeinsam erleben – selbst dann, wenn sich dadurch der allgemeine Schwierigkeitsgrad merklich verringert.
Bedauerlich ist, dass sich das No More Heroes-Spin-Off kaum im Handheld-Modus spielen lässt. Wird doch dadurch das beliebteste Feature der Switch geraubt.

Travis Strikes Again: No More Heroes erscheint am 18. Jänner 2019 exklusiv für Nintendo Switch!

Wertung - 7

7

Travis Strikes Again: No More Heroes ist ein liebevolles Spin-Off der beliebten Reihe geworden. Trotz einiger Schwächen sollten Fans einen Blick riskieren. Sie könnten mit einigen Lachern belohnt werden.

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Kurzinformationen
Erscheinungstermin: 18. Jänner 2019
Genre: Hack’n’Slay
Entwickler: Grasshopper Manufacture
System: Nintendo Switch

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