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Review: The Stretchers

Hilfe ist unterwegs!

Zwischen Ankündigung und Veröffentlichung eines Spiels können je nach Entwickler/Publisher/Konsolenhersteller gerne mal Jahre vergehen. Nintendo ist mittlerweile bekannt dafür, solche langen Wartezeiten so gut es geht zu umgehen. “Lieber erst später ankündigen, dafür aber dann auch schnell veröffentlichen”, lautet wohl die Devise in Kyoto. Mit The Stretchers haben es die Japaner aber auf die Spitze getrieben. Ohne vorherige Ankündigung, ohne Previews, ohne Nintendo Direct-Reveal tauchte es plötzlich im eShop auf. Ein neues Spiel von Nintendo. Zwar nicht selbst entwickelt, dafür aber von Nintendo gepublished. Aber was kann es überhaupt?

Sanis, bitte kommen!

Ein durchgeknallter Bösewicht sorgt für Unruhe. Er verwandelt nichtsahnende Bürger in Dussler, die sich mit akutem Schwindel nicht mehr bewegen können. Es liegt an euch, sie einzusammeln und ins Krankenhaus zu bringen.

The Stretchers kann zwar alleine gespielt werden, dann müsst ihr beide Sanitäter gleichzeitig steuern, ist aber von Kopf bis Fuß auf zwei Spieler ausgerichtet. Mit je einem Joy-Con in der Hand fahrt und lauft ihr auf einer offenen Stadt umher, um Missionen zu beginnen und die kranken Bewohner zu retten.

Schlüssel hierbei ist die Bahre, auf Englisch Stretcher, auf die ihr die Kranken zuerst aufsammeln müsst, bevor sie vom Krankenwagen buchstäblich aufgesaugt werden. Um die Bahre auszufahren, muss sich ein Spieler umdrehen, damit der Mitspieler sie aus dem Rucksack des anderen ziehen kann. Diese Aktion beschreibt die Schlüsselmechanik von The Stretchers perfekt, denn ohne Absprache geht hier gar nichts.

Zur Mission hinfahren, Kranke einsammeln, zurück zum Krankenhaus, fertig. Das Prinzip ist simpel, bei der Ausführung offenbart sich aber die wahre Natur von The Stretchers. Wie bei vielen anderen Indie Games dieser Tage sorgen die Physik und Steuerung für die Lacher.

Ihr greift Kranke mit nur einem Knopfdruck und schiebt die Armen ohne Rücksicht auf Verluste umher, während ihre Körper in alle Richtungen umherfliegen. Das alleine sorgt für einige Slapstick-Lacher. Skurriler wird es, wenn das Spiel einige Hindernisse in euren Weg legt. Wie zum Beispiel Trampoline, die ihr richtig positionieren musst, um die Kranken durch die Luft direkt in den Krankenwagen fliegen zu lassen.

Kurz, aber spaßig

Der Humor des Spiels lässt sich schon an den Charakteren ablesen, die voller Tatendrang durch die Gegend stolzieren und auf Knopfdruck singen können. Während einer Mission läuft ständig ein Timer. Schafft ihr sie in der vorgegebenen Zeit, erhaltet ihr einen Sticker in eurem Stickeralbum. Das sind die Achievements oder Trophäen des Spiels, die zum mehrmaligen Spielen der Missionen motivieren lassen sollen.

Das ist auch keine so schlechte Idee, denn mit so ca. vier Stunden ist The Stretchers nicht das längste Spiel. Zum Ausgleich gibt es neben den Missionen auch Nebenaufgaben, die neue Elemente ins Spiel einführen. Wie zum Beispiel eine lange Säge, mit der ihr Bäume fällen könnt, solange ihr euch denn auch absprecht.

Technisch gibt es immer wieder ein paar kleinere Ruckler, die dem Spielspaß aber wenig abhaben können. Die Steuerung geht leicht von der Hand, allerdings werden Pro Controller leider nicht unterstützt.

Fazit

Wertung - 7.5

7.5

The Stretchers ist schön bunt, spaßig und sehr charmant. Ihr werdet die Figuren schnell ins Herz schließen. Allerdings solltet ihr es mit einem Mitspieler auf der Couch (Online-Koop gibt es nicht) spielen, auch wenn es alleine ebenfalls spielbar ist. Das macht einfach mehr Spaß. Das gemeinsame Lachen über den Slapstick-Humor ist der größte Pluspunk von The Stretchers. Denn die Rätsel sind nicht wirklich herausfordernd und das Spiel an sich hätte noch eine oder zwei Mechaniken mehr vertragen können. Alles in allem ein rundes, charmantes, kleines Indie Game, das für ein oder zwei spaßige Koop-Abende mit Freunden sorgen kann.

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Genre: Action-Puzzlespiel
Entwickler: Tarsier Studios
System: Nintendo Switch
Erscheint: erhältlich
Preis: ca. 20 Euro

 

 

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