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Review: The Flower Collectors

Ein Mann in einem Rollstuhl beobachtet von seinem Balkon die Nachbarschaft und wird Zeuge von einem Mord. Nein, es handelt es sich nicht um „Das Fenster zum Hof“ sondern um The Flower Collectors von dem österreichischen Studio Mi’pu‘mi Games.

Das Adventure versetzt euch nach Barcelona im Jahr 1977. Spanien befindet sich gerade im Umschwung und bereitet sich auf die erste demokratische Wahl seit 1936 vor. Jorge ist ein ehemaliger Polizist, der Aufgrund eines Unfalls im Rollstuhl sitzt. Seit seinem Unfall hat er immer weniger Kontakt mit Bekannten und verlässt nicht oft das Haus. Er verbringt seine Tage damit die Nachbarschaft durch sein Fernglas zu beobachten und interessante Vorkommnisse in Skizzen festzuhalten. In einer regnerischen Nacht wacht Jorge auf und hört einen Schuss. Er sieht auf dem Platz vor seinem Haus eine Leiche liegen. Er ruft sofort bei seinen ehemaligen Kollegen an und meldet den Mord. Plötzlich klopft es an eurer Tür und Melinda stürmt in euren Apartment, auf der Flucht vor ihren Verfolgern. Ihr schließt euch mit der Journalistin Melinda zusammen und untersucht den Vorfall. Doch wegen ihren unterschiedlichen Hintergründen kommt es immer wieder zu Reibungen zwischen den beiden.

Man übernimmt die Rolle von Jorge und beobachtet die Geschehnisse von seinem Balkon aus durch eine Kamera oder Fernglas. Mit Melinda steht ihr über ein Funkgerät in Kontakt und informiert sie über interessante Beobachtungen. Sie untersucht die Sache dann genauer oder verhört Zeugen und informiert euch darüber. Das Gameplay gestaltet sich auch dementsprechend simpel. Wenn ihr etwas in der Mitte eurer Linse habt könnt ihr ein Foto davon machen oder Melinda Anweisungen geben eine Interaktion durchzuführen. Am Ende des Tages ordnet ihr die gefundenen Hinweise noch an eurer Pinnwand und nähert euch so der Lösung des Falls.

Doch den Großteil der Zeit beobachtet ihr einfach wie sich die Story entfaltet. Neben der Hauptstory, die sich immer mehr um die aktuellen politischen Verhältnisse dreht, könnt ihr auch die persönlichen Geschichten eurer Nachbarn verfolgen. Doch dafür das der Fokus so stark auf der Geschichte liegt, ist es schade, dass hier auch die größten Schwächen liegen. Zwar ist die Story interessant genug, dass man den Mord auflösen will, doch fühlt sich alles etwas gehetzt an. Die Charaktere bleiben auf der Strecke und es ist schwierig wirklich eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Die eher minimalistischen Animationen der Charaktere sind dabei auch nicht wirklich hilfreich.

Dafür ist das Design umso gelungener und setzt eher auf einen Comic Stil als auf Realismus. Die Charaktere sind alle unterschiedlichen Tiere und sind schnell eindeutig aus der Ferne zu identifizieren. Der Platz, den ihr beobachtet, sieht gut aus und wirkt passend für die damalige Zeit. Auch der Soundtrack unterstreicht gut das Geschehen.

Fazit

Wertung - 7.5

7.5

The Flower Collectors ist ein gelungenes Detektiv Abenteuer, dass eine spannende Geschichte erzählt und interessante Ideen verfolgt. Doch leider lässt die Umsetzung etwas zu wünschen übrig. Das Gameplay ist sehr simpel und stellt euch nicht vor große Herausforderungen. Das ist für ein Spiel, in dem die Story im Fokus liegt, natürlich in Ordnung, doch für meinen Geschmack könnte zumindest das Kombinieren der Hinweise etwas herausfordernder sein. Nichtsdestotrotz kann The Flower Collectors begeistern. Wer ein kurzes Detektiv Abenteuer erleben möchte und dabei keinen großen Wert auf Grafik legt, wird mit dem Spiel nichts falsch machen.

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Genre: Detektive Adventure
Entwickler: Mi’pu‘mi Games
System: PC
Erscheint: 21. April 2020
Preis: ca. 20 Euro
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