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Review: The First Avenger: Civil War – Die offizielle Vorgeschichte zum Film

Ein neuer Marvel-Film, ein neuer Comic, der die „offizielle Vorgeschichte“ zum Film erzählt. Das Ergebnis bei The First Avenger: Civil War (Captain America: Civil War) ist ähnlich enttäuschend wie bereits Avengers: Age of Ultron und in geringerem Maße bei Ant-Man.

Das von Panini Comics auf Deutsch veröffentlichte Heft enthält Adaptionen der Kinofilme Iron Man 3 und The Return of the First Avenger (je zwei US-Hefte) sowie den offiziellen Prolog zu Civil War, der ursprünglich als Digitalcomic erschien.

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Autor Will Corona Pilgrim darf wie bei allen offiziellen Comics zum Marvel Cinematic Universe wieder ran und muss abermals die Handlung zweier Kinofilme in zusammen etwa 80 Comicseiten pressen. Da werden alle wichtigen Ereignisse und Dialoge in Windeseile abgehandelt und ganze Nebenhandlungen gestrichen, was dazu führt, dass zeitliche und räumliche Verhältnisse sowie ein Gefühl von Tempo verloren gehen. Hinzu kommt das Problem, dass einige Handlungspunkte komplett unklar und verwirrend sind, wenn man die entsprechenden Filme nicht kennt. Die angestrebte Zielgruppe ist ein Rätsel; Fans der Filme kennen die Handlung bereits, Neulinge sind verwirrt und mit dem Original besser bedient.

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Genauso hastig wie die Erzählung wirken auch die Zeichnungen. Szymon Kudransi versucht in Iron Man 3, die Gesichtszüge der Darsteller einzufangen, was zum Großteil mehr schlecht als recht gelingt. Oftmals sind Proportionen verzerrt, die Perspektive wirkt falsch oder Hintergründe sehen hastig hingekritzelt aus. Ein wenig besser funktioniert der Captain America-Teil des Heftes dank des einfacheren Stils von Zeichner Lee Ferguson. Dieser beschränkt sich auf einfache, klar lesbare Bilder, die aufgrund eines wohl knapp gesetzten Abgabetermins trotzdem teilweise schlampig wirken.

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Der einzige lesenswerte Teil ist die tatsächliche Vorgeschichte zu The First Avenger: Civil War, in der die Lücke zwischen dem letzten Captain America-Film und dem neuen Blockbuster geschlossen wird. Neben Informationen, was Crossbones und der Winter Soldier in der Zwischenzeit getrieben haben, endet die Kurzgeschichte genau da, wo der Film beginnt.

Meinung:
Eine weitere komplett verzichtbare „Vorgeschichte“, die zum Großteil aus zwei schlechten Adaptionen besteht, wodurch der Heftpreis in die Höhe getrieben wird. Eine bessere Auffrischung zur Handlung der beiden Filme sind die entsprechenden Wikipedia-Einträge. Mehr Spaß zu lesen machen sie obendrein. Der tatsächliche Prolog zum Film ist der einzige lesenswerte Teil, fällt aber zu mager aus, um den Kaufpreis zu rechtfertigen.

Lukas Urban auf Twitter

civil-war-vorgeschichte-coverInfo
Seiten: 108
Preis: ca. 7 Euro
Autor: Will Corona Pilgrim
Zeichner: Szymon Kudranski, Goran Sodzuka, Lee Ferguson
Verlag: Panini Comics
Orig. Verlag: Marvel
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One Comment

  1. Das Ding wirkt wirklich wie unter massiven Zeitdruck auf den Markt geschleudert… ganze Szenen machen überhaupt keinen Sinn bzw. man versteht sie nur, wenn man die Filme kennt…. was ja wirklich das ganze ad absurdum führt.

    Das dann ikonische Szenen (Fahrstuhlszene in Cap 2) nicht adäquat umgesetzt werden ist da fast ein Luxusproblem. Dann gibt es in der deutschen Übersetzung sogar Fehler wo man merkt dass der Übersetzer die ganze Szene nicht wirklich verstanden hatte….

    Das war wirklich nix.

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