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Review: Supergirl Megaband 1: Kryptons Vermächtnis

Mit viel Rückenwind dank der erfolgreichen TV-Serie mit Melissa Benoist in der Hauptrolle startet auch Supergirl in die neue DC Rebirth-Ära. Für die deutsche Veröffentlichung hat der Panini-Verlag ein dickes Paket geschnürt. Der erste Megaband mit der neuen Serie enthält die US-Ausgaben Supergirl Rebirth #1, Supergirl #1-13, Batgirl Annual #1 und Supergirl Annual #1 auf insgesamt 364 Seiten.

Von Cyborgs und Werwölfen

Kara Zor-El hat vieles verloren: Ihre Superkräfte, ihren Heimatplaneten Krypton und ihre Familie. Erstere erlangt sie aber bereits auf den ersten Seiten dieses Comicbandes zurück, indem sie mit einem Schiff in die Sonne fliegt und ihre kryptonischen Zellen wieder auflädt. Schnell werden die Anleihen an die TV-Serie deutlich. Supergirl wohnt in National City, arbeitet bei Catco und kooperiert mit dem Büro für Paranormale Einsätze. Aber: Anders als in der Serie ist Kara keine Erwachsene, sondern geht noch zur Schule.

Der erste große Storybogen dreht sich um die Rückkehr von Cyborg-Superman und seine besondere Verbindung zu Supergirl. Der Plan des Superschurken ist zwar simpel und klischeehaft, wird aber durch eine emotionale Komponente ergänzt, die seine Handlungen trotzdem interessant und zum Teil verständlich macht. Außerdem verschlägt des das Mädchen aus Stahl in die Phantom-Zone und sie bekommt es sogar mit kryptonischen Werwölfen zu tun.

Die neuen Abenteuer von Supergirl sollten alle Fans der TV-Serie begeistern. Autor Steve Orlando verwebt die Comic-Kontinuität mit jeder Menge Anleihen aus dem Fernseh-Konterpart, ohne dabei aber jemals in eine langweilige Imitation abzurutschen. Vielmehr charakterisiert er eine Kara, die sich wie eine Fremde auf der Erde fühlt und erst langsam an ihr neues Leben gewöhnen muss.

Endlich ein neues Kostüm

Mit DC Rebirth hat der amerikanische Comicverlag endgültig Supergirls übertrieben freizügige Outfits verbannt. Mitte der 2000er Jahre lief Kara mit einem Bauchfrei-Kostüm herum und stieg bei ihrer Ankunft auf der Erde sogar nackt aus ihrem Raumschiff, in der Ära des New 52-Reboots fehlte der markante Rock komplett. Auch hier orientieren sich die Zeichner um Brian Ching an der TV-Serie. Kein entblößter Bauch, ein schicker Rock und realistische Proportionen für einen Teenager. Supergirls Gesicht wirkt rundlich und aufgeweckt, fast kindlich.

Hauptzeichner Ching setzt auf lockere Striche und ausdrucksstarke Gesichter, Hintergründe werden oft mit gröberen Linien abgehandelt. Besonders schön: In den ersten Ausgaben der Serie wurde der Zeichner nicht ausgetauscht, wodurch keine Stilbrüche entstehen. Diese kommen dafür später, wenn teilweise sogar in Geschichten die Künstler wechseln.

Fazit

Supergirl gehört zu den erfrischendsten Serien von DC Rebirth – und das gilt sowohl für Fans als auch Neueinsteiger, die etwa von der TV-Serie Lust auf Comics bekommen haben. Mit viel Herz und Tatendrang stellt Kara eine echte Bereicherung für DCs Super-Familie dar und das macht sich bezahlt. Die eigentlich mit Heft #20 eingestellte Comicserie wird in den USA im Sommer nun doch fortgesetzt. Verdient!

Info
Seiten: 364
Preis: ca. 35 Euro
Autor: Steve Orlando
Zeichner: Steve Pugh, Brian Ching und andere
Verlag: Panini Comics (DC)

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