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Review: Street Fighter 5: Arcade Edition

Capcom ist im Jahr 2016 etwas Unglaubliches gelungen. Die Street Fighter-Community ist eigentlich eine der vorsichtigsten der Branche, die zu jedem Zeitpunkt Steuerung und Übersicht über Optik und Innovation stellen würde und bei der jedwede Änderung mit Argusaugen beobachtet. Dennoch gelang es mit Street Fighter V, eine grandiose neue Optik und das innovative V-Trigger-System anzubringen und alle alten und neuen Fans überraschend zufriedenzustellen. Die Probleme lagen aber anderswo. Mit der Street Fighter 5 Arcade Edition soll nun endlich klar Schiff gemacht und die solide Basis von Street Fighter V auch mit einem tatsächlichen Spiel umrundet werden.

Street Fighter 4 1/2

So harsch diese Formulierung klingen mag, so real war sie 2016. Street Fighter 5 fehlte es an interessanten Erfahrungen abseits der Multiplayer-Matches. So wurde der beliebte Arcade-Modus gänzlich gestrichen, die Charakter-Riege spartanisch gehalten und auch im Online-Modus wurde kaum Variation geboten. Nicht einmal das Training gegen einen anderen CPU-gesteuerten Gegner war möglich, was natürlich auch E-Sport-Enthusiasten mehr als sauer aufstieß.

Die Rückkehr des Arcade

All diese Probleme wurden in der Street Fighter 5 Arcade Edition nun, knapp zwei Jahre nach dem Launch, endlich gelöst. So wurde dem Spiel, wie auch der Name schon sagt, ein mehr als umfangreicher Arcade-Modus hinzugefügt, der seine Spieler durch satte 30 Jahre Street Fighter-Geschichte prügeln lässt.

Nostalgie-Anschlag Deluxe

Die fünf Kampagnen des neuen Modus sind nach den jeweiligen Haupt-Ablegern der Serie designt. So darf sich jeweils mit ausschließlich den damals vorhandenen Charakteren mit passenden Kostümen durch die damals vorhandenen Locations geprügelt werden, während Remixes der klassischen Stage-Soundtracks das nostalgische Erlebnis untermalen. Werden die Herausforderungen gemeistert, wird man anschließend mit bildschönen Artworks, Storyfetzen und teilweise sogar Kostümen belphnt.

Altes Capcom Stellenausschreiben: „Suchen Fix-It Felix “

Diese vor lauter Fanservice überquellende Ergänzung stellt den bekannten, relativ demotivierenden Story-Modus vollkommen in den Schatten und macht diesen redundant. Abseits davon dürfen nun wieder Versus-Matches gegen eine KI sowie online und lokal eigene Turniere gegen bis zu vier Mitspieler abgehalten werden. Ein neuer Event-Modus namens Extra-Battle lässt Spieler außerdem spezielle, sich regelmäßig ändernde Herausforderungen bewältigen, um so wiederum Ingame-Währung und eigene Event-Kostüme freizuspielen.

Du triggerst mein V

Der zu Anfang lediglich 17 Charakter starke Roster wurde mit den zwei inkludierten DLC-Wellen um insgesamt 12 Charaktere erweitert, die sich aus altbekannten und nagelneuen zusammenfügen. Auch wurde jedem einzelnen Charakter ein neuer alternativer V-Trigger spendiert. Dabei handelt es sich um einen optisch imposanten Special-Move, der ein Match durchaus knapp vor dem Ende herumreißen kann.

Come to the Dark Side…

Hier beginnt der Lobgesang für die Street Fighter V Arcade Edition aber wieder zu verebben. So ist die dritte Welle an DLC-Charakteren lediglich in der 20 Euro teureren Deluxe-Edition enthalten oder lässt sich alternativ für saftige 30 Euro zusätzlich erwerben. Möchten außerdem neue Farben, Kostüme oder Arenen abseits der wenigen in Arcade- und Story-Modus freispielbaren mit der Ingame-Währung Fight Money gekauft werden, nimmt man sich besser drei bis vier Leben dafür Zeit. Mit beliebigen Kämpfen in beliebigen Modi lassen sich für jeden Kämpfer Erfahrungspunkte erspielen, die anschließend nach immer länger werdenden Perioden zu einem Level-Up führen. Mit jedem neuem Level werden jeweils 1000 Fight Money verdient, wobei das Aufleveln spätestens ab Level 19 zu einem ermüdenden Grind mutiert. Damit sind aber erst 19.000 Fight Money erspielt, während eine einzelne Stage aber gesalzene 70.000 Fight Money kostet.

… we have Microtransactions

Wer die Entwicklung der Branche in den letzten Jahren mitverfolgt hat, weiß schon in welche Richtung der Hase nun läuft. Mit echtem Geld lassen sich Kostüme, Stages und Co. natürlich sofort freispielen. Bei etwa vier Euro pro Stage und Kostüm muss dafür allerdings schon sehr tief in die Tasche gegriffen werden. Zusätzlich raubt dieses System auch Spielern ohne Internetverbindung jedwede Möglichkeit, etwas Neues freizuspielen, da auch für den Kauf mit Fight Money eine Verbindung erforderlich ist.

Review Overview

Wertung: - 8.5

8.5

Street Fighter V: Full Game Edition

Die Street Fighter V: Arcade Edition ist eine Wiedergutmachung, die es in sich hat. Der neue Arcade-Modus motiviert und schmeichelt alten Hasen mit jeder Menge nostalgischem Flair. Die neuen Charaktere und Attacken sind gut überlegt und fügen sich wunderbar in das bekannte Gameplay ein. Der erforderliche Aufwand, um auch nur ein neues Kostüm oder eine neue Stage freizuspielen, lässt das Spiel für Customization-Fans im Grunde komplett ausscheiden. Alle anderen bekommen hier aber ein rundum solides Street Fighter V nachgereicht, dem es größtenteils gelingt, alte Wunden anständig zu verarzten.

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Genre: Beat ’em Up
Entwickler: Capcom
Preis: ca. 40 Euro
System: PS4, PC
Erscheint: Erhältlich

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