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Review: Snowden

Nach der großartigen Dokumentation Citizenfour von Laura Poitras kommt jetzt der nächste Film rund um den US-amerikanischen Whistleblower Edward Snowden in die Kinos. Oliver Stone hat sich der Thematik angenommen und bringt mit Snowden einen Spielfilm, der sich nicht nur der Massenüberwachung durch die NSA annimmt, sondern vor allem die Person Edward Snowden und dessen Beweggründe beleuchtet.

Der Film wechselt über die gesamt Spielzeit stets zwischen zwei Zeitpunkten in der Geschichte. Zum einen sieht man die Geschehnisse in einem Luxushotel in Hongkong. Dabei trifft sich Snowden mit dem Guardian Journalisten Glenn Greenwald (gespielt von Zachary Quinto) und der österreichischen Dokumentarfilmerin Laura Poitras (gespielt von Melissa Leo), um ihnen die Beweise zu übergeben und ihnen von der Massenüberwachung der USA zu berichten. Der Großteil des Films zeigt allerdings die Entwicklung von Edward Snowden von dessen Ausscheiden bei den Special Forces, über das Kennenlernen seiner Freundin bis hin zum Infrastructure Analyst, der für die NSA auf Hawaii arbeitet.

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Der Film beginnt mit der Hintergrundgeschichte von Edward Snowden (gespielt von Joseph Gordon-Levitt). Gezeigt wird ein junger Mann, der seinem Vater nacheifern möchte und ebenfalls etwas Bedeutendes für sein Land tun möchte. Nach seinem gescheiterten Versuch beim Militär versucht er sein Glück beim Geheimdienst, genauer gesagt bei der CIA. Diese geben dem begabten jungen Mann eine Chance und bilden ihn aus. Parallel dazu lernt er auch seine Freundin Lindsay (gespielt von Shailene Woodley) kennen. Die beiden lernen sich über einen Onlinechat kennen. Obwohl Lindsay eine liberale Regierungskritikerin ist und Edward zu Beginn ein äußerst konservativer Typ, der Kritik am Commander-In-Chief eher ungehalten gegenübersteht, entwickelt sich schon bald eine ernsthafte Beziehung zwischen den beiden.

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Während seiner Ausbildung bei der CIA macht er schnell als Jahrgangsbester auf sich aufmerksam. Es folgen die ersten Aufträge und Außeneinsätze und schon bald bekommt er einen ersten Eindruck davon, zu was die CIA und die NSA imstande sind. Zu diesem Zeitpunkt ist er noch überzeugt davon, für die Guten zu arbeiten und einen wichtigen Teil zur Sicherheit des Landes beizutragen. Doch nach und nach erfasst er, mit welchen Mittel die Geheimdienste agieren und wie skrupellos dabei vorgegangen wird.

Wie die Geschichte weiter geht wissen hoffentlich alle, daher erspare ich mir nun weitere Details. Zum Film an sich kann ich aber einiges sagen. Und eines muss ich gleich vorweg loswerden: Joseph Gordon-Levitt spielt die Rolle absolut perfekt. Angefangen bei der Optik bis hin zu seiner Aussprache, es passt einfach alles. Laut dem Hauptdarsteller fanden auch Snowdens Eltern, dass er ihn sehr gut getroffen hat und dieser Eindruck bestätigt sich spätestens, wenn man sich einige Interviews mit Edward Snowden ansieht.

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Oliver Stone hat mit Snowden versucht, diese äußerst komplexe und nur so mit Fachworten vollgefüllte Geschichte so massentauglich wie möglich zu erzählen. Und das gelingt ihm auch über weite Strecken sehr gut. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, dass es zu kompliziert wird. Und genau das habe ich mir auch von diesem Film erhofft. Denn auch wenn es vor Jahren einen riesigen Aufschrei über die Enthüllungen über NSA & Co gegeben hat, so hat man heutzutage das Gefühl, das Thema ist erledigt und keinen interessiert es mehr so richtig. Aussagen wie „Die NSA weiß ohnehin schon alles!“ dominieren den Alltag von Menschen, die sich diesem Problem verschrieben haben. Und genau deswegen ist es so wichtig dieses Thema erneut in die Köpfe der Menschen zu bringen und verständlich darzustellen.

Ein interessantes Detail am Rande: Der Film wurde nicht in den USA gedreht, sondern aufgrund von Vorsichtsmaßnahmen in den Bavaria-Film Studios in München. Oliver Stone hatte Befürchtungen, dass sich die NSA bei einem Dreh in den USA zu sehr in die Filmarbeiten einmischen würde.

Möchten Sie mehr wissen?
Ihr möchtet mehr über das Thema erfahren und das am besten ebenfalls in Filmform? Dann solltet ihr euch unbedingt die großartige und Oscar prämierte Dokumentation Citizenfour von Laura Poitras ansehen. Diese zeigt die Geschehnisse rund um Edward Snowden nach seiner Flucht aus den USA. Die Dokumentation beleuchtet dabei, wie Journalisten des Guardian – allen voran Glenn Greenwald – an die Daten gelangten und damit den Mediensturm rund um die NSA losbrachen. Absolut empfehlenswert!
Nach der großartigen Dokumentation Citizenfour von Laura Poitras kommt jetzt der nächste Film rund um den US-amerikanischen Whistleblower Edward Snowden in die Kinos. Oliver Stone hat sich der Thematik angenommen und bringt mit Snowden einen Spielfilm, der sich nicht nur der Massenüberwachung durch die NSA annimmt, sondern vor allem die Person Edward Snowden und dessen Beweggründe beleuchtet. Der Film wechselt über die gesamt Spielzeit stets zwischen zwei Zeitpunkten in der Geschichte. Zum einen sieht man die Geschehnisse in einem Luxushotel in Hongkong. Dabei trifft sich Snowden mit dem Guardian Journalisten Glenn Greenwald (gespielt von Zachary Quinto) und der österreichischen Dokumentarfilmerin…

Review Overview

Wertung - 8

8

Summary : Ich kann den Film eigentlich nur allen empfehlen. Vor allem Menschen, die sich mit der Materie noch nicht genauer befasst haben, bekommen hier einen einfachen und gut inszenierten Einstieg in das Thema. Natürlich hat auch dieser Film seine Schwachstellen, wie zum Beispiel einige etwas in die Länge gezogene Passagen. Im Großen und Ganzen ist es aber ein sehr guter Film mit einem tollen Cast geworden. Nicht zuletzt durch seine Thematik sollte man Snowden gesehen haben.

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Snowden (2016)
Regie: Oliver Stone
Drehbuch: Kieran Fitzgerald & Oliver Stone
Mit: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Melissa Leo, Zachary Quinto
Länge: 134 Minuten
Kinostart: 22.9.2016

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