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Review: Ratchet & Clank (PlayStation Plus)

Ein turbulentes Abenteuer

Zwischen dem 6. März und 3. April können sich PlayStation Plus-Mitglieder Ratchet & Clank für PlayStation 4 kostenlos herunterladen. Für uns Grund genug, euch ein Da Capo-Review aus dem April 2016 zu servieren.

Auf der ersten PlayStation galten die Spyro-Spiele von Insomniac Games neben der Crash Bandicoot-Serie von Naughy Dog zu den absoluten Vorzeigespielen im Bereich der Jump ´n Runs. Die beiden Teams pflegen seit diesen Zeiten eine enge Partnerschaft und konnten den Erfolg auf der PlayStation 2 wiederholen. Sowohl die Games rund um Jak & Daxter (Naughty Dog) als auch die Abenteuer von Ratchet & Clank setzten auf die gleiche Grafikengine, die von beiden Unternehmen gemeinsam vorangetrieben wurde und ohne Übertreibung Unglaubliches aus der zweiten Sony-Konsole herausholte. Kurz bevor Naughty Dog mit Uncharted 4: A Thief’s End an den Start geht, sind auch die Entwickler aus Burbank in Kalifornien wieder am Start, um ein Remake des ersten Ratchet & Clank-Spiels von 2002 abzuliefern…

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Noch eine HD-Version eines alten Spiels auf PlayStation 4 wird sich wohl der eine oder andere eher gelangweilt denken. Und der Umstand, dass es sich bei dem Spiel nicht nur um ein Remake handelt, sondern auch noch um das Spiel zum gleichzeitig erscheinenden Film zur Spielserie, macht es nicht besser, sondern weckt im gelernten Videospieler gleich ganz andere Befürchtungen. Nun weiß Insomniac Games, was sie den Fans von Ratchet & Clank schuldig sind und liefern ein Spiel ab, das komplett neu entwickelt wurde, den Charme des Originals einfängt und mit vielen neuen Ideen anreichert. Auch der Spagat, sowohl die Geschichte des Films einzufangen (rund 20 Minuten Filmmaterial sind enthalten), als auch die Abenteuer, Level und Schauplätze des ersten Spiels wiederaufstehen zu lassen, wird gekonnt inszeniert. So bekommt ihr die Handlung von Captain Qwark erzählt, jenem narzisstischen Anführer der Galactic Rangers, der ganz nebenbei ein kompletter Vollpfosten ist und es auch beim Ausschmücken der Geschichte nicht allzu genau nimmt.

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So erlebt ihr aufs Neue, dass der fuchsähnliche Lombax-Mechaniker Ratchet davon träumt, einmal ein großer Held der Galactic Rangers zu werden und kurz drauf auf den kleinen Roboter Clank trifft. Dieser hätte eigentlich ein gefährlicher Kampfroboter werden sollen, doch eine Fehlfunktion führte zu einem kniehohen Roboter mit hoher Intelligenz, der sich gerade noch seiner Vernichtung entziehen kann. Gemeinsam bilden sie eines der sympathischsten und dynamischsten Duos der Videospielgeschichte.

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Dabei wurden zwar viele Verbesserungen der Nachfolgespiele in diesen Reboot der Serie gesteckt. So könnt ihr, anders als im Original, nun auch seitwärts laufen, während ihr den Finger am Abzug haltet. Das sogenannte „Strafing“ wurde erst später in der Serie eingeführt. Am grundlegenden Gameplay hat sich jedoch nicht viel geändert. Mit dem Schraubenschlüssel gehen wir in den Nahkampf, per Doppelsprung überwinden wir Abgründe und mit dem zunächst spärlichen Waffenarsenal ballern wir den Gegnerscharen nicht nur den Rost von der Rüstung. Clank ist schon bald mit von der Partie und ihr dürft ihr den wortgewandten Kleinroboter wieder Huckepack nehmen, wodurch sich euer Bewegungsrepertoire nochmals erweitert. In einigen Abschnitten darf der kleine Blecheimer auch wieder alleine die Gegend auskundschaften, was besonders Fans der Mikrobots freuen dürfte. Diese kann Clank wieder mit vier Kurzbefehlen durch die Gänge scheuchen. Gefallene Feinde, ob Roboter oder Wüstenratte, lösen sich in Staub auf und hinterlassen wertvolle Bolts. Diese Schrauben und Muttern sind eine Art Währung, mit der neue Waffen und Munition gekauft werden kann.

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Waffen sind ein gutes Stichwort, egal ob Ratchet & Clank, die Resistance-Games oder zuletzt Sunset Overdive: abgedrehte Waffen sind das Markenzeichen von Insomniac Games und das wird auch nach diesem Spiel so bleiben. Laserpistolen, diverse Granaten, Flammen- und Raketenwerfer… das Waffenarsenal ist gewaltig und umfasst natürlich auch ungewöhnliche Wummen wie das Groovitron, das eure Feinde unter einer abgeschossenen Discokugel in 70er-Jahre-Manier tanzen lässt oder den neuen Pixelizer. Letztere Waffe verwandet getroffene Gegner in 8-Bit Figuren. Werden diese dann abgeschossen, zerfallen sie in einen Pixelhaufen inklusive passendem Geräusch, das aus einer NES-Konsole stammen könnte. Doch eure Schießprügel lassen sie auch noch wunderbar aufleveln, dies war zwar auch im zweiten PS2-Game möglich, für die 2016er-Version griff man zum deutlich ausgereifteren System aus dem PS3-Spiel Ratchet & Clank: Tools of Destruction. Durch oftmaliges Verwenden einer Waffe könnt ihr dieser immer noch aufleveln, die freigespielten Upgrades lassen sich jedoch auf einem Skill-Tree platzieren und so zu noch mächtigeren Kombinationen zusammenfügen.

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Doch euch erwarten nicht nur ungeheurer abwechslungsreiche Action/Jump ´n Run-Abschnitte auf verschiedenen Planeten mit einer Vielzahl an Gegnern, Monstern und anderen Unrat. Genauso gibt es wieder einige kleinere Rätsel, die ihr mit dem einen oder anderen Gadget lösen müsst und es gibt auch Abschnitte, in denen ihr im Cockpit von Ratchets Raumschiff Platz nehmt und auch hier den Widersachern den Kampf ansagt.

Ein Extra-Plus bekommen die Entwickler für die Steuerung, die euch auch in den turbulentesten Momenten, in denen ihr euch mit eurem Laserlasso über Schluchten schwingt und punktgenau auf einer recht kleinen Plattform landen müsst, die absolute Kontrolle gibt. Generell merkt man dem Spiel die jahrzehntelange Erfahrung des Entwicklerteams mit der Serie und dem gesamten Genre an, hier sitzt jede Buttonbelegung und der Spielfluss zaubert euch zusammen mit der Vielzahl an Anspielungen oftmals ein genüssliches Lächeln ins Gesicht. Denn selbst wenn ihr einmal einen Sprung nicht schafft oder ein Endgegner nicht auf Anhieb geknackt wird, sorgen sauber und fair gesetzte Checkpoints dafür, dass nie Frust aufkommt.

Technisch ist das neue Ratchet & Clank über jeden Zweifel erhaben und gehört definitiv zum Besten, das wir auf der PlayStation 4 bis jetzt gesehen haben. Die geschmeidigen Animationen, die detaillierten Modelle, die oftmals so aussehen als wären sie direkt aus dem Animationsfilm entnommen, und eine grandiose Weitsicht in den gigantischen Arealen begeistern während der gesamten Spielzeit und legen die Latte für zukünftige Games nochmals höher. Der Soundtrack untermalt das Spielgeschehen gekonnt und die deutschen Synchronstimmen sind die gleichen Profis, die auch den Charakteren im Film ihre Stimme leihen. Generell fällt der Übergang aus Spielszenen und Filmsequenzen meist ungemein fließend aus.

Fazit

Wertung - 9

9

Must Have!

Es hat mich sofort wieder gepackt: das ausgeklügelte Action-Jump ´n Run-Gameplay, die herausragende Technik und der abgedrehte Humor... Nicht nur Fans des Genres sollten sich das „Spiel zum Film zum Spiel“ nicht entgehen lassen. Esist ist größer, überlegter und besser als das Original von 2002! Wegen Spielen wie Ratchet & Clank muss man eine PlayStation 4 besitzen. Eigentlich unglaublich, dass uns Sony kurz vor dem Release von Uncharted 4 so eine Perle serviert und noch dazu nicht zum Vollpreis.

User Rating: 4.75 ( 1 votes)

Genre: Action-Jump’n’Run
Entwickler: Insomniac Games
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 27 Euro
System: PS4

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