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Review: Ori and the Will of the Wisps (Update)

Update: Nachdem nochmals stark an der Performance des Spiels gearbeitet wurde, haben wir unsere Wertung nun, wie angekündigt, angepasst und von 8,5 auf 9 erhöht! Außerdem erwartet euch in der aktuellen Folge von SHOCK2 Neo auch das passende Audio-Review dazu!

Thomas Mahler, der CEO und Game Director der Moon Studios, hat es nicht so mit Tiefstapelei. Anders sind Aussagen, wie dass er sich einen ähnlich großen Qualitätssprung von Ori and the Will of the Wisps zu seinem Vorgänger wünscht wie ihn seinerzeit Super Mario Bros. 3 (zu Super Mario Bros.) erfahren hat, nicht zu erklären. Mal sehen, ob der Wunsch in Erfüllung gegangen ist.

Ausgeflogen

Ori and the Will of the Wisps schließt unmittelbar an seinen Vorgänger an, führt jedoch gleich zu Beginn einen neuen Charakter ein: die kleine Eule Ku. Diese wird von dem bekannten Trio bestehend aus Naru, Gumo und Ori aufgezogen. Ein Problem besteht jedoch, denn der rechte Flügel will leider nicht so, wie Ku sich das vorstellt. Und so kommt es eines Tages dazu, dass Ori und Ku bei einem gemeinsamen Flug abstürzen und einander aus den Augen verlieren. Dies markiert gleichzeitig den Startpunkt für ein neues gewaltiges Abenteuer, will Ori seinen Freund doch unbedingt wiederfinden.

Ori und Ku wollen hoch hinaus | © Moon Studios

Packend

Die liebevolle Geschichte über zwei Freunde, die einander verloren haben und sich entgegen aller Gefahren wiederfinden möchten, wird zudem von einer packenden Inszenierung und einem perfekten Soundtrack getragen. Hier beweisen die Entwickler ihr Gespür für den Augenblick und vermögen es auf diese Art und Weise das narrative Pacing in den richtigen Momenten anzuziehen oder zu verlangsamen. Wunderbar!

Zudem sieht Oris zweites großes Abenteuer einfach atemberaubend schön aus. Viele der Animationen könnten wahrlich aus einem Animationsfilm stammen und oftmals möchte man einfach nur innehalten und sich die aktuelle Szenerie wie ein Kunstwerk betrachten.

Update: Nachdem nochmals stark an der Performance des Spiels gearbeitet wurde, haben wir unsere Wertung, nun wie angekündigt, von 8,5 auf 9 erhöht!

Leider kämpft Ori and the Will of the Wisps derzeit aber noch mit einigen technischen Problemen und Bugs. So wurde uns bereits schon vor dem Test nahe gelegt das Spiel nur auf der performanteren Xbox One X zu spielen, aber auch hier gab es noch den einen oder anderen Slowdown oder nervigen Bug. Bereits heute wurde jedoch ein Day-1-Patch veröffentlicht, der bei vielen Dingen Linderung brachte und das Spiel auch auf einer Xbox One S zum laufen gebracht hat. Optimal ist das ganze jedoch nicht und Framerate und Auflösung sind noch immer deutlich geringer. Wer die Moon Studios kennt, kann aber davon ausgehen, dass wir hier schon bald weitere Patches sehen werden, mit denen wohl auch eine SHOCK2-Wertung oberhalb der 90 einhergehen wird!

Viele bekannte Spielelemente | © Moon Studios

Hollow Ori Knight

Die größten Veränderungen haben sich jedoch beim Gameplay ergeben. In Ori and the Will of the Wisps erhält der Hauptcharakter im Laufe der Handlung etliche neue Waffen, die sich allesamt anders und irgendwie einzigartig anfühlen – auch, wenn diese bereits aus anderen Metroidvanias bekannt sind. So erhält Ori sehr zeitnah ein Schwert, etwas später Pfeil und Bogen und so weiter und so weiter. Metroidvania-typisch sind diese Waffen und Fähigkeiten auch so relevant, dass an manchen Stellen die Progression im Spiel ausschließlich über diese gewährleistet werden kann. Diese Ergänzungen und Veränderungen sind zwar nicht wirklich innovativ, fügen sich aber gekonnt ins Gesamtkonzept des Spiels ein.

Eine zweite wichtige Neuerung im Vergleich zu Ori and the Blind Forest stellen die vielen(!) NPCs dar. Diese sind in ihrer Funktion eindeutig von Team Cherrys Metroidvania-Hit Hollow Knight inspiriert beziehungsweise abgekupfert worden. Nichtsdestotrotz geben sie der kleinen, einfachen Haupthandlung mehr Tiefgang und strecken das Spielerlebnis etwas in die Länge. Zudem sind ihre Charakterdesigns sehr gelungen – auch, wenn uns diese bei dem großen Vorbild Hollow Knight besser gefallen haben.

Es gibt viele neue NPCs in Ori 2 | © Moon Studios

Faire Bosse

Ebenfalls auffällig sind die vergleichsweise vielen Bosskämpfe in Ori and the Will of the Wisps. Die Anzahl wurde im Vergleich zum Vorgänger deutlich nach oben hin korrigiert. Diese Kämpfe gestalten sich von der Schwierigkeit her als knackig, aber niemals als unfair – ein Umstand der über die gesamte Spielerfahrung gesagt werden kann. (Anm. Das Spiel wurde auf Normal, einer von drei Schwierigkeitsgraden – Leicht, Normal und Schwer –  gespielt.)

Damit es auch fair und ausbalanciert bleibt, sollte man übrigens von den zahlreichen Upgrade-Möglichkeiten seiner Fähigkeiten Gebrauch machen, die über einen Skill-Tree sowie über magische Splitter zur Verfügung stehen.

Zahlreiche Bosskämpfe stehen Ori bevor | © Moon Studios

Flow

Nebst all diesen Punkten sticht ebenfalls ins Auge, dass Ori in seinem zweiten Abenteuer gefühlt intuitiver seinen Weg findet. Wir mussten – anders als beim Vorgänger – nie lange grübelnd nach dem Weg suchen. Dieser erschloss sich uns zumeist wie im Flow – etwas, das sich Thomas Mahler wohl auch so gewünscht hat.

Fazit

Hevorragend - 9

9

Ori and the Will of the Wisps ist nicht Super Mario Bros. 3 und wird auch nicht dessen Impact in der Videospiel-Industrie haben. Nichtsdestotrotz ist das Sequel ein hervorragendes Spielerlebnis mit vielen klugen Verbesserungen und Ergänzungen im Vergleich zu seinem Vorgänger. Ori spielt sich anspruchsvoll und intuitiv und erreicht spielend leicht nicht nur die 90er Wertung, sondern auch das Prädikat: Bestes exklusives Xbox Game seiner Generation.

User Rating: 4 ( 3 votes)
Genre: Metroidvania
Entwickler: Moon Studios
System: Xbox One, Windows PC
Erscheint: 11. März 2020
Preis: ca. 30 Euro oder als Teil des Xbox Game Pass

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