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Monster Hunter Stories

Review: Monster Hunter Stories

Ganz egal ob Digimon, Monster Ranger, Invizimals oder kürzlich Yo-kai Watch. Dutzende haben schon versucht, an das Phänomen Pokémon anzuschließen und verschwanden fast ausnahmslos wieder in der Versenkung. Währenddessen erlebt Pokémon gerade wieder ein neues Hoch und zieht seine Erfolgsgeschichte mittlerweile über mehr als zwei Jahrzehnte. Egal ob das Monster-Design nicht ansprechend genug war, das Gameplay nicht mithalten konnte oder einfach das Universum nicht so stimmig funktionierte wie bei den kleinen Taschenmonstern, man traut es potenzieller Konkurrenz als Pokémon-Fan kaum mehr zu das Monster-Trainer-Spielprinzip anständig zu versoften. Doch dann plötzlich, gänzlich abseits des Radars, kommt ein Spiel aus dem Hause Capcom, das völlig unverhofft auf der ganzen Linie überzeugen kann. Willkommen bei Monster Hunter Stories.

Monster Hunter Stories

Alles da, alles klar.

Monster Hunter Stories funktioniert, weil viele der Elemente eines guten Monster-Trainer-Games in Capcoms Monster Hunter-Universum seit über einem Jahrzehnt bereits vorhanden sind. Denn von den über 100 Monstern der Reihe haben es fast alle in das Spiel geschafft und sind, zwar im Cellshading-Look, aber mit detaillierten Animationen und balancierten Stärken und Schwächen nahezu eins zu eins übernommen worden. Monster Hunter Stories einfach als Pokémon-Fake mit weniger Monstern abzutun, würde dem Titel daher Unrecht tun, denn das Spiel ließ sich in erster Linie von Monster Hunter selbst inspirieren.

Monster Hunter Stories

Mein Freund das Monster

So kämpft ihr zwar in rundenbasierten Kämpfen, steuert hierbei aber nur euren selbst erstellten Charakter und kämpft lediglich an der Seite eures selbstagierenden Monsters. Wie sich dieses verhält wird größtenteils durch die Art des Wesens definiert, auf der eure Strategie dementsprechend auch aufgebaut werden muss. Das Kampfsystem basiert prinzipiell auf der Auswahl zwischen Technik-, Geschwindigkeits- und Kraftattacken, die sich in einem naheliegenden Schere, Stein, Papier-Prinzip gegenseitig übertrumpfen. Da ihr jedoch immer zwei Charaktere (euch selbst und das Monster) auf dem Feld habt, ist es auch sehr wichtig, welches Ziel eure Feinde gerade anvisiert haben, denn das Hierachie-System tritt natürlich nur ein, wenn zwei Attacken aufeinander prallen.

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Achtung, wir haben ungewohnten Tiefgang!

Das Prinzip ist schnell erlernt, doch offenbart das ganze System noch ungeahnten Tiefgang. So könnt ihr beispielsweise Kombo-Attacken auslösen, wenn ihr drei Runden hintereinander erfolgreich denselben Attacken-Typ oder jeden Attacken-Typ jeweils einmal verwendet. Greift ihr mit eurem Monster zeitgleich denselben Gegner mit demselben Attackentyp während einer Konfrontation an, gibt es außerdem einen Schadens-Bonus und eine eigene Animation. Zusätzlich gibt es noch die Bindungsleiste, welche durch erfolgreiche Aktionen befüllt werden kann. Mit der so aufgeladenen Bindungsenergie lassen sich verschiedenste durch Levelups freispielbare Attacken verwenden, welche oft Elementen zugeordnet sind, die wiederum auf Resistenzen und Schwächen eures Gegners abgestimmt werden wollen.

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Super-Freundschafts-Attacke!

Ist eure Bindungsleiste voll, könnt ihr außerdem im Kampf in den Sattel eures Monsters springen und von nun an die Aktionen eures Untiers direkt kontrollieren, sowie mächtige und ansprechend in Szene gesetzte Bindungsattacken auslösen. Um während der Kämpfe den Spannungsbogen zu halten, kommt es außerdem immer wieder zu sogenannten Clashes, bei denen euer Monster entweder mit einem Energiestrahl oder vollem Körpereinsatz gegen ein gegnerisches prallt, was von euch anschließend per Quicktime-Event gelöst werden muss. Außerdem haben es natürlich sämtliche aus der Hauptreihe bekannten Items, wie Tränke, Wetzsteine, Fallgruben und Schallbomben in das Spiel geschafft und lassen sich jeweils auf eine auf das Spielprinzip angepasste Weise verwenden. Geschwächte Monster lassen sich so beispielsweise nicht einfach fangen. Doch man kann Monster mit Farbbällen markieren und zu ihren Nestern verfolgen, aus denen anschließend Eier stibitzt werden können. Dieses lässt sich dann im nächsten Dorf direkt mit einem schnellen Minispiel ausbrüten. Natürlich lassen sich die zufällig verstreuten Nester auch einfach so in den weiträumigen Gebieten aufsuchen, um dadurch auf neue sowie seltenere Eier zu stoßen.

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Fashion Hunter

Um besagte Gebiete schneller durchqueren zu können, lassen sich sämtliche Monster in ansprechender Third-Person-Optik reiten. Dabei kommen alle Kreaturen mit zu ihnen passenden Fertigkeiten wie, Schwimmen, Rammen, Klettern, Felsen zerstören, Fliegen, Brüllen sowie Pflanzen- und Gegner-Radaren daher. Das trägt zur Stimmung bei, macht einfach Spaß und lässt euch zusätzlich überlegen, welche fünf Monster ihr auf eure Reise mitnehmt, da sich so natürlich versteckte Passagen und vor allem Schätze finden lassen. Mit diesen und dem Material erlegter Monster könnt ihr euch wiederum serientypisch mit Rüstungen und Waffen zu immerhin vier der zwölf aus der Hauptserie bekannten Waffentypen (Großschwert, Schwert und Schild, Jagdhorn und Hammer) ausstatten, die jeweils auch alle upgradebar sind. Hierfür braucht ihr jedoch angenehmerweise ähnlich dem Ausrüstung-System der in MH4U eingeführten Palicoes, einfach eine gewisse Anzahl passender Monsterteile, die lediglich verschieden viele Punkte für das Erreichen der nächsten Stufe bringen. Genauso wie in den Hauptteilen lässt sich die Rüstung natürlich auch in der jeweiligen Lieblingsfarbe einfärben.

Ich will der Allerbeste sein!

Für Enthusiasten bietet das Spiel außerdem noch das sogenannte Gen-Bingo. Dank diesem unterscheiden sich Monster gleichen Typs noch durch potenzielle Wertboni und Fähigkeiten, welche durch auf ein teils zufällig bestücktes, teils durch Kombination von Monstern bestückbares Bingo-Feld ausgelöst werden können. Dieses lädt natürlich zum Sammeln und Tüfteln ein. Passend dazu hat es auch Versus-Modus zum Kämpfen gegen andere Spieler in das Spiel geschafft, womit der Motivation, sich selbst und sein Lieblingsmonster zum ultimativen Kampfduo hochzupushen, nichts mehr im Wege stehen dürfte.

Monster Hunter Gameplays

Die Story von Monster Hunter Stories ist bei dem Titel dafür, im krassen Gegensatz zu dem was der Name vermuten lässt, etwa genauso „wichtig“ wie die der Pokémon-Reihe. So wird der Spieler von mehr oder minder sympathischen Charakteren mit jeder Menge seichtem Humor und Wortwitzen (vor allem von eurem großmäuligen Katzenbegleiter Navirou) durch eine angenehm abwechslungsreiche Hauptquestreihe geführt, die für gemächliche Spieler durchaus knappe 50 Stunden in Anspruch nehmen kann. Die emotionaleren Momente und Schicksalsschläge rund um einen Monsterreiter-Stamm, der sich im Vergleich zum Rest der Welt dazu entschlossen hat, sich mit Monstern anzufreunden anstatt sie nur zu bekämpfen, bewegt sich zwar dauerhaft auf dem Niveau klassischem Anime-Einheitsbreis, bleibt aber zumindest ausreichend interessant, um als roter Faden durch das einnehmende – wenn auch im Vergleich zur Hauptserie deutlich leichtere – Gameplay zu führen.

Ganz egal ob Digimon, Monster Ranger, Invizimals oder kürzlich Yo-kai Watch. Dutzende haben schon versucht, an das Phänomen Pokémon anzuschließen und verschwanden fast ausnahmslos wieder in der Versenkung. Währenddessen erlebt Pokémon gerade wieder ein neues Hoch und zieht seine Erfolgsgeschichte mittlerweile über mehr als zwei Jahrzehnte. Egal ob das Monster-Design nicht ansprechend genug war, das Gameplay nicht mithalten konnte oder einfach das Universum nicht so stimmig funktionierte wie bei den kleinen Taschenmonstern, man traut es potenzieller Konkurrenz als Pokémon-Fan kaum mehr zu das Monster-Trainer-Spielprinzip anständig zu versoften. Doch dann plötzlich, gänzlich abseits des Radars, kommt ein Spiel aus dem Hause Capcom,…

Review Overview

Wertung: - 8.5

8.5

Pokémon Hunter Deluxe

Summary : Vollkommen unerwartet hat mich Monster Hunter Stories komplett überwältigt. Statt eines einfachen Klons präsentiert sich der Titel als erfrischend neuartiges Spiel und gräbt sein durchdachtes Gameplay tief in das bekannte Universum, zu dem das Konzept passt wie die Faust aufs Auge. Mit seinen selbst agierenden Monstern, ihren sowohl in den Kämpfen als auch außerhalb ideal abgestimmten Fähigkeiten, seinem 3D-Thrid-Person Gameplay sowie dem kreativen Kampfsystem bringt der Titel vieles mit, das ich mir seit Jahren für ein Spiel dieser Art gewünscht habe. Monster Hunter-Fans werden mit Dutzenden Anspielungen erfreut und dürfen genauso wie Genrefans, die hier endlich einmal hochqualitatives Frischfleisch serviert bekommen, bedenkenlos zugreifen. Aber auch alle anderen sollten aber auf jeden Fall einen Blick auf Capcoms potenziellen Pokémon-Killer riskieren. bz

User Rating: 3.9 ( 1 votes)
Genre: JRPG
Entwickler: Capcom
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 40 Euro
System: 3DS

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