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Review: Mister Miracle

Darkseid is.

Im vergangenen Jahr gingen sehr viele außerordentlich gute Comic-Serien an den Start. Wenn es jedoch eine gab, die aus alledem hervorstach, war es Mister Miracle von Tom King und Mitch Gerads.

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Darkseid is.

New Genesis und Apokolips, die zwei Reiche der New Gods, stehen im Krieg. Millionen verlieren ihr Leben – bis die zwei Herrscher Highfather und Darkseid zu einer Übereinkunft kommen. Sie tauschen ihre neugeborenen Söhne und lassen sie jeweils bei sich aufwachsen. Im Gegenzug begraben sie das Kriegsbeil.

Dieses Gentlemen’s Agreement hat demnach zur Folge, dass Orion, Darkseids Sohn, auf New Genesis mit all seinen Vorteilen und Annehmlichkeiten aufwächst, während Scott Free, Sohn von Highfather, auf Apokolips, einem unwirtlichen, grausamen Ort sein Dasein fristen muss und von der fürchterlichen Granny Goodness aufgezogen wird.

Die Quälerei hat jedoch auch etwas Positives und Scott entdeckt seine übernatürlichen Fähigkeiten. Die Folter hat ihm nämlich gelehrt, dass er aus jeder noch so misslichen Lage entkommen kann. Volljährig entkam er schließlich von Apokolips und floh zusammen mit seiner Partnerin Big Barda auf die Erde, wo er zum größten Escape-Artist wurde, den die Welt je gesehen hat: Mister Miracle.

Sein Glück ist jedoch von nur kurzer Dauer, denn Darkseid hat New Genesis erneut den Krieg erklärt. Wird sich Scott Free auch aus dieser Situation befreien können?

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Krieg als Nebencharakter

Tom King zählt zu den aktuell gefragtesten Comic-Autoren unserer Zeit. Mit der Mini-Serie Mister Miracle beweist er eindrucksvoll wieso.

Viele Autoren würden in die Falle tappen und ihr Hauptaugenmerk auf den Krieg gegen Darkseid legen. Dies ist auch nachvollziehbar, schließlich handelt es sich hierbei um eine Superhelden-Geschichte. King geht aber bewusst einen anderen (vielleicht schwierigeren) Weg und erzählt eine kleinere, intimere Geschichte, in deren Mittelpunkt die Beziehung zwischen Scott und Barda steht.

Der intergalaktische Krieg rückt demnach in den Hintergrund, wird sozusagen zum Nebencharakter aus der zweiten Reihe. Dialoge über alltägliche Banalitäten, die Aufarbeitung einer schrecklichen Kindheit und die Beziehung zwischen Scott Free und Big Barda sind der wahre Kern dieser großartigen Geschichte, die süchtig macht.

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Ausgezeichnet

Unterstützt wird die Handlung von den großartigen Zeichnungen von Mitch Gerads (Batman). Nicht umsonst wurde – neben King als „Bester Autor“ – auch Gerads zum „Besten Zeichner“ des Jahres bei der letztjährigen Eisner Award-Verleihung, dem Comic-Oscar, ausgezeichnet. Die beiden haben übrigens bereits bei dem Vertigo-Titel Sheriff of Babylon zusammengearbeitet und tun dies aktuell wieder bei der lesenswerten DC-Mini-Serie Heroes in Crisis. Auf gar keinen Fall sollte zudem die Arbeit des Comic-Künstlers Nick Derington unerwähnt bleiben, der für Mister Miracle die wunderschönen Cover der einzelnen Hefte gestaltete.

Bislang ist die zwölfteilige Mini-Serie Mister Miracle lediglich auf englisch gesammelt in einem Tradepaperback (Softcover) erschienen. Für alle, die lieber auf deutsch lesen, gibt es jedoch gute Neuigkeiten. Der Panini Verlag wird die Geschichte schon bald auch auf deutsch in einem Megaband veröffentlichen und dem deutschsprachigen Raum zugänglich machen.

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Fazit

Wie schon bei seiner Arbeit an Vision gelingt es Tom King mit Mister Miracle zu beeindrucken. Die großen Probleme der Geschichte werden behandelt und gelöst, aber nicht primär in den Vordergrund gestellt. Stattdessen rückt das Alltägliche in den Vordergrund. Dadurch ergibt sich eine sehr erwachsene Superhelden-Geschichte, die sich kein Comic-Fan entgehen lassen sollte.

Info
Seiten: 300 Seiten
Preis: 22 Euro
Autor: Tom King
Zeichner: Mitch Gerads
Cover-Artist: Nick Derington
Verlag:
DC Comics (Panini Verlag)

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