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Review: Metroid Prime: Federation Force

Mit Metroid Prime: Federation Force hat Entwickler Next Level Games (Luigi’s Mansion 2) den wohl größte Konventionsbruch der Serie seit dem Sprung von einem 2D-Plattformer zu einem 3D-Egoshooter gewagt. So wird erstmals nicht in die Haut der ikonischen Kopfgeldjägerin Samus Aran geschlüpft, sondern in die eines namenlosen Soldaten der Galaktischen Föderation, in deren Reihen Samus vor ihrem Berufswechsel ebenfalls agierte.

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Federation Force, Fuck yeah!
Die so genannte Federation Force wird für ihre Einsätze jeweils in bullige Mechs gepackt und in Teams zu je vier Personen auf Planeten entsandt, um dort für Recht und Ordnung zu sorgen. Trotz des ähnlichem Settings sucht man dabei jedoch vergebens nach dem Humor eines Starship Troopers oder Helldivers, obwohl mit dem verniedlichten Chibi-Stil des Titels klar eine humoristischere, weniger düstere Herangehensweise angestrebt wird, als in den Vorgängern.

Der gelbe Typ hat gesagt…
Viel mehr lässt sich zu der Handlung von Federation Force leider auch nicht sagen, da die Story innerhalb von kürzester Zeit zu einem bedeutungslos wirkenden Hintergrundrauschen verkommt, welches durch den namen-, gesichts- und charakterlosen Auftraggeber nur noch unterstrichen wird.

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Wie soll man so spielen?
Für die Steuerung hat sich Entwickler Next Level Games einiges einfallen lassen, um den Titel sowohl auf dem alten als auch auf dem neuen 3DS spielbar zu machen, war mit diesem Vorhaben allerdings nur mäßig erfolgreich. Der Kern ist ein verhältnismäßig gut eingebundenes Auto-Aim Feature, innerhalb dessen auf dem alten 3DS per Motion-Control und auf dem New 3DS  per zweiten Stick gezielt wird. Leider wird vielen Spielern wohl beim Zielen per Motion-Control das Frühstück hochkommen und der 3D-Effekt des Geräts kann bei dieser Steuerungs-Form traurigerweise ebenfalls kaum genützt werden.

Das hat sich schon bewährt, das machen wir nicht.
Ein wenig besser funktioniert die Eingabe per zweiten Stick des New 3DS, allerdings schabt die übermäßige Verwendung dieses kleinen nicht allzu präzisen Knubbels ebenfalls an den Grenzen des Ertragbaren. Eine Eingabemöglichkeit per Touchscreen wie seinerzeit bei Metroid Prime Hunter sucht man vergebens.

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Das Universum, unendliche Weiten…
Was das Gameplay anbelangt, handelt es sich bei Federation Force um einen stark arcadelastigen Koop-Shooter, der seine Ballerpassagen durch einige nette Rätsel und Geschicklichkeits-Passagen aufzulockern weiß. Die gut 21 Missionen teilen sich jeweils auf drei Planeten auf, die allerdings generischer kaum sein könnten und daher einen Gas- einen Wüsten und einen Eis-Planeten mimen. Die Missionen lassen sich dabei jeweils im lokalen Multiplayer oder online mit bis zu drei Mitspieler bestreiten. Wer gerade keine Lust auf Gesellschaft hat, dem wird pro abwesenden Spieler eine mitschießende Drohne zur Verfügung gestellt.

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Das ist mein Multifunktions-Eis-Feuer-Blitz-Raketen-Blaster
Geschossen wird in Federation Force immer mit derselben Waffe, welche jedoch zumindest über verschiedene Schussarten verfügt. So lassen sich neben den klassischen und aufgeladenen Blasterschüssen auch Schüsse mit Elementschaden oder zielsuchende Raketen ausrüsten. Vor jeder Mission kann dafür eine Art Loadout aus Heilkapseln und Schüssen erstellt werden, welches eine gewisse Taktik in den Titel bringen soll. In den Levels werden besagte Gegenstände allerdings derartig schnell verbraucht und durch neue im Level gefundene ersetzt, dass die Loadouts meist nur wenige Minuten Relevanz tragen.

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This is my design.
Grafisch haben sich die Entwickler für einen kantiges Retro-Design entschieden, das mit Sicherheit nicht Jedermanns Geschmack trifft, aber zumindest konsequent durchgezogen wird. Für den 3D-Effekt des 3DS ist Federation Force dafür ein Vorzeige-Werk und sorgt für ein interessantes “Mitten im Cockpit“-Gefühl. Auch einige nette Animationen und Effekte helfen dem Titel, sich ein wenig zu behaupten. Dennoch siedelt sich Federation Force maximal im grafischen Mittelfeld des Handheld ein.

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Bowser Paint-Job? Du bist einfach nur gelb.
Hat man die nicht allzu langwierige, wenn auch stellenweise relativ knifflige Kampagne durchgespielt, lässt sich noch Jagd auf versteckten Mods und Paint-Jobs für euren Mech machen. Diese lassen euch zwar Farbe und Werte eures Mechs minimalistisch verändern, sind aber derartig plump und lieblos eingefügt, dass das Feature für Spieler, die sich auf tatsächliche Personalisierungs-Optionen für ihren Mech gefreut hätten, fast wie eine Verhöhnung wirken dürfte. Vier der Paint-Jobs lassen sich außerdem durch die NFC-Funktion der amiibo-Figuren freischalten, diese sind allerdings relativ lieblos gestaltet.

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Dafür bekommst du diesen Fußball-Modus, den du auch gratis bekommen hättest.
Auch bei der Suche nach einem Deathmatch-Modus wird man bei Federation Force nicht fündig, was vor allem Fans der adrenalingeladenen Matches aus Metroid Prime Hunters schmerzen dürfte. Als Ersatz wurde das seit 21. Juni auch eigenständig gratis aus dem eShop herunterladbare Blast Ball eingefügt, bei dem bis zu sechs Spieler in einem Rocket League-artigen Wettstreiten versuchen, einen Ball in das gegnerischer Tor zu bugsieren. Zwar birgt das Spiel dank verschiedener Balltypen mit unterschiedlicher Physik ein wenig Abwechslung, der Tiefgang der offensichtlichen geistigen Vorlage wird aber zu keinem Zeitpunkt erreicht.


Mit Metroid Prime: Federation Force hat Entwickler Next Level Games (Luigi’s Mansion 2) den wohl größte Konventionsbruch der Serie seit dem Sprung von einem 2D-Plattformer zu einem 3D-Egoshooter gewagt. So wird erstmals nicht in die Haut der ikonischen Kopfgeldjägerin Samus Aran geschlüpft, sondern in die eines namenlosen Soldaten der Galaktischen Föderation, in deren Reihen Samus vor ihrem Berufswechsel ebenfalls agierte. Federation Force, Fuck yeah! Die so genannte Federation Force wird für ihre Einsätze jeweils in bullige Mechs gepackt und in Teams zu je vier Personen auf Planeten entsandt, um dort für Recht und Ordnung zu sorgen. Trotz des ähnlichem Settings sucht…

Review Overview

Wertung - 6

6

Missed Potential Force

Summary : Als großer Koop- und Metroid-Fan hätte ich Metroid Prime: Federation Force wirklich sehr gerne gemocht. Dank gänzlich unambitionierten Personalisierungs-Möglichkeiten, liebloser Story, uninspirierten Szenarien und dem nicht vorhandenen Deathmatch-Modus fehlt dem Titel aber jegliche Langzeitmotivation. Ein kniffliger Schwierigkeitsgrad und relativ nett ausgedachte Rätsel tun ihr möglichstes, um Federation Force eine Daseinsberechtigung zu verleihen. Dennoch hinkt Metroid Prime: Federation Force seinem gut zehn Jahre älteren NDS-Vorgänger Metroid Prime: Hunters in faktisch allen Aspekten hinterher. Wer unbedingt einen Koop-Egoshooter auf dem 3DS haben möchte, kann sich einen Kauf überlegen, allerdings auch nur aus Ermangelung besserer Alternativen.

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Genre: Multiplayer-Shootermetroid-prime-federation-force-boxart-jp-656x583
Entwickler: Next Level Games
Erscheint: 2. September 2016
Preis: ca. 40 Euro
System: 3DS