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Review: I Kill Giants

Barbara Thorson ist elf Jahre alt. Sie ist Teil einer kleinen Familie, geht zur Schule und lebt ein gewöhnliches Leben – mit einer Ausnahme: Sie tötet Riesen. Zumindest sagt sie, dass sie das tut.

Copyright by Splitter Verlag

Alltagsleben

Barbara ist in der Schule eine Außenseiterin. Sie trägt Hasenohren und liebt Nerd-Kram. Freunde hat sie nicht. Das liegt aber vor allem an ihrem Umgangston und ihren Manieren: Denn Barbara ist sehr ungehobelt und unfreundlich – auch zu ihren Klassenkameraden.

Sie ist aber ohnehin nicht häufig mit ihren Gedanken im Klassenzimmer anwesend. Es müssen schließlich Vorbereitungen für den nächsten Kampf getroffen werden. Riesen oder gar Titanen könnten jederzeit wieder angreifen und nur sie hat die Waffe, um ihnen entgegentreten zu können: Coveleski. Ein Kriegshammer, den Barbara in ihrer herzförmigen Umhängetasche stets mit sich führt.

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Zweifel

Ihren Mitmenschen ist Barbara nicht geheuer. Immerhin redet sie ständig von Riesen und Monstern, die es nicht gibt. Darüber hinaus ist sie unfreundlich und irgendwie schräg. Plötzlich tritt Sophia, eine neue Mitschülerin, auf den Plan und versucht sich mit Barbara anzufreunden – dies nervt sie zwar zu Beginn, doch werden sie schließlich (beste) Freundinnen.

Mrs. Molle, die Schulpsychologin, sucht ebenfalls Kontakt zu Barbara. Diese hat ihren (Außenseiter-)Status bemerkt und bietet ihr die Freundschaft sowie ein offenes Ohr an. Ihre Geschichten über Riesen glaubt sie ihr aber auch nicht.

So geht es dem Leser von I Kill Giants eine ganze Weile. Gibt es Riesen oder nicht? Erzählt Barbara die Wahrheit oder spielt sich alles nur in ihrer Fantasie ab?

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Tolle Geschichte…

Die Geschichte, die uns Joe Kelly hier erzählt, ist von Anfang bis Ende packend. Der Leser fühlt mit Barbara mit, hinterfragt aber gleichzeitig jedes Mal aufs Neue, ob ihre Erzählungen von Riesen wahr sind. Gegen Ende hin nimmt die Story dann eine emotionale Abzweigung, die zwar zu erwarten war, aber viele mit Tränen in den Augen zurücklassen wird.

…aber gewöhnungsbedürftige Zeichnungen

Illustrationen sind Geschmackssache. Ken Niimuras Artwork, das an Mangas erinnert, trifft unseren Geschmack leider nicht. So mussten wir uns manchmal anstrengen, um herauszufinden, was auf dem einen oder anderen Panel zu erkennen ist. Da hilft es auch nicht, dass I Kill Giants komplett in schwarz-weiß gehalten ist.

I Kill Giants ist ursprünglich im US-amerikanischen Image-Verlag erschienen. Ungefähr zehn Jahre später veröffentlicht nun der Splitter Verlag IKG für den deutschsprachigen Raum in einem gewohnt edlen Hardcover-Band. Dieser umfasst alle US-Ausgaben, eine Bildergalerie, zwei Nachworte des Kreativteams und vieles mehr.

Film-Tipp
2017 erschien die Realverfilmung von I Kill Giants in den weltweiten Kinos. Mittlerweile ist der Film auf Blu-ray und DVD sowie auf Netflix erschienen.

Fazit

I Kill Giants ist kein Action-Abenteuer. Es ist viel mehr eine Coming-of-Age-Erzählung über Mut, Angst, Verlust und Freundschaft – und als solche wunderbar geeignet für Jugendliche. Niimuras Zeichnungen sind zwar gewöhnungsbedürftig, aber selten wirklich störend und sollten niemanden vom Lesen dieses Meisterwerks abhalten.

Info
Seiten:
240
Preis:
ca. 30 Euro
Autor:
Joe Kelly
Zeichner:
Ken Niimura
Übersetzer:
Bernd Kronsbein
Verlag:
Splitter Verlag
Original-Verlag:
Image Comics

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