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Review: Howard the Duck – Ein Erpel für alle Fälle (+ PDF-Leseprobe)

Könnt ihr euch noch an die Ente nach dem Abspann von Guardians of the Galaxy erinnern? Das war Howard the Duck… jener Marvel-Charakter der bereits 1986 seinen ersten großen Kinoauftritt, produziert von George Lucas, hatte. Der erste Kinofilm mit einer Marvel-Figur überhaupt. Über den sehr aufwendig produzierten, aber eher unterdurchschnittlichen Film soll es in diesen Artikel jedoch nicht gehen. Marvel hat mit dem frechen und unkonventionellen Erpel 2015 eine neue frische Comicserie spendiert, die ersten fünf Heftausgaben sind jetzt als Sammelband auch auf Deutsch erschienen.

Mit dem vorliegenden Band erhält die von Steve Gerber 1973 erschaffene, anarchistische Antwort auf Donald Duck im deutschsprachigen Raum seinen dritten Soloauftritt. Howard hat sich gerade erst in Brooklyn, New York als Privatdetektiv niedergelassen und schon steht der nächste große Ärger vor der Tür. Zuerst scheint alles noch ganz harmlos, als er für einen Unbekannten, der sich selbst Jonathan Richards nennt, eine Kette mit einem Amulett wiederfinden soll. Der Dieb ist auch schnell ausgemacht.

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Black Cat! Spider-Man kann Howard leider nicht helfen, aber dafür Howards neue Freundin Tara, die er kürzlich im Gefängnis kennengelernt hat. Mit ihrer Hilfe findet er das Amulett und landet kurz darauf prompt im Weltall auf dem Planeten des Collectors, wo er ein Abenteuer mit den Guardians of the Galaxy erlebt.Wieder auf der Erde wird er mit einem Fall von kriminellen Rentnern konfrontiert, im Verlaufe dessen, er seinen Auftraggeber Jonathan Richards wiedertrifft, der ein mysteriöses Geheimnis in sich trägt, ähnlich wie Tara. Howard wird von einem schrägen Abenteuer und das andere geworfen und am Ende geht es erneut um die Rettung der Erde…

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Genauso verrückt wie Gerber mit seinem Erpel umgesprungen ist, macht es jetzt auch Chip Zdarsky und schickt Howard in ein aberwitziges Abenteuer mit einer ganzen Riege an Gaststars. Sei es She-Hulk, Jennifer Walters, die sich als Howards Anwältin entpuppt, Spider-Man, der als weinerlicher Pseudo-Held Howard helfen soll, Rocket Raccoon mit dem Howard Seite an Seite gegen die Schergen des Collectors kämpft, Dr. Strange oder die Fantastic Four und Avengers. Dennoch muss ich anmerken, dass Zdarsky seine Arbeit zwar sehr gut macht, aber an Steve Gerber einfach noch nicht herankommt. Dennoch schafft er es Howard gekonnt in Szene zu setzen, ihn sowohl einfühlsam, als auch zynisch, sarkastisch und einfach nur nervtötend darzustellen, dass man trotz all seiner Macken den verrückten Enterich einfach gerne haben muss. Hinzu kommen viele Querverweise, die mal auf bereits erschienene Abenteuer hinweisen und dann wieder komplett frei erfunden sind, aber dennoch echt wirken sollen. Auch wenn diese nur einem echten Kenner des Marvel-Universums auffallen.

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Die Zeichnungen zur Hauptgeschichte stammen in diesem Band von Joe Quinones. Aber es gibt noch ein paar Kurzgeschichten, die von Rob Guillory, Jason Latour, Katie Cook bebildert wurden. Während Letztere durch sehr schräge Zeichenstile auffallen, wirken Quinones Bilder, gemessen an der abgefahrenen Geschichte und den Figuren, etwas „realistischer“. In gewissen Panels erinnert mich sein Howard sogar an die Verfilmung von George Lucas. Denn auch wenn dieser Howard recht wenig mit Gerbers Ursprungsversion gemeinsam hatte, gibt es gewisse optische Ähnlichkeiten, die sich einfach nicht verleugnen lassen. Die Bildkomposition und die vielen kleinen visuellen Gags machen diesen Band zu einem visuellen Highlight.

Meinung:
Howard ist so eine Art heimlicher Lieblingsheld von mir, seitdem ich ihn vor vielen Jahren im Spinne-Taschenbuch Nr. 13 von Condor entdeckt und sofort ins Herz geschlossen hatte. Doch der Auftritt war recht kurz und die nächste Begegnung hatte ich zuerst nur mit dem Film, bevor ich mir erstmals ein paar US-Hefte besorgte. Daher bin ich ums erfreuter, dass Marvels Persiflage auf Donald Duck & Co. jetzt auch in Deutschland mehrere Chancen erhalten hat, was sich durch den vorliegenden Band für mich noch einmal bestätigt. Howard the Duck ist immer noch außergewöhnliche und erfrischend humorvolle Comicunterhaltung der ganz besonderen Sorte. Abgefahren, schräg und immer ein wenig daneben.


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Seiten: 116
Preis: ca. 13 Euro
Autor: Chip Zdarsky
Zeichner: Joe Quinones, Jason Latour, Katie Cook
Verlag: Panini Comics
Orig. Verlag: Marvel

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