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Review: Hey! Pikmin

Captain Olimar bleibt ein Pechvogel: Einmal mehr legt er mit seinem Raumschiff eine katastrophale Bruchlandung hin. Jetzt muss er sich der Frage stellen, wie er genügend Glitzerium sammeln kann, um seine Heimat wiederzusehen. Allerdings kann er auch diesmal auf Hilfe hoffen: Knapp nach dem Crash entdeckt er, dass es auf diesem Planeten Pikmin gibt – und seine alten Freunde lassen sich nicht zweimal bitten, sondern sind gern bereit, ihm ein weiteres Mal unter die Arme zu greifen.

Flach wie ein Pikmin?

Mit Hey! Pikmin kommen 16 Jahre nach dem ersten Auftritt der kleinen, gelehrigen Wesen die Pikmin endlich auf einen Handheld – aber in anderer Form, als ihr es vielleicht erwartet hättet. Das beginnt schon mit der ungewöhnlichen Perspektive: Statt wie auf den Konsolen weitläufige 3D-Welten aus Top-Down-Perspektive zu erkunden, setzt Hey! Pikmin auf eine Plattformer-mäßige 2D-Ansicht von der Seite. Als wäre das nicht flach genug, verzichten die Entwickler auch noch auf das 3D-Feature des Handhelds. Das hat wohl vor allem den Grund, dass beide Screens gleichzeitig genutzt werden, um das Spielgeschehen zu zeigen. Darüber hinaus ist der der obere Bildschirm über weite Strecken ohnehin eher unwichtig, da sich die eigentliche Action meist unten abspielt und oben nur für mehr Übersicht gesorgt wird. Dadurch bleibt zwar das Gefühl, dass uns die Tiefe irgendwie fehlt, aber gleichzeitig muss man sich durchaus eingestehen, dass sie Verschwendung gewesen wäre, da wir den obereren Screen ohnehin nur selten beachten.

Wirf deinen Stylus

Wahlweise per Steuerkreuz/Schiebepad (Rechtshänder) oder Buttons (Linkshänder) steuern wir Olimar in seinem eher gemächlichen Tempo durch die Level. Springen kann er nicht, aber kleinere Stufen erklimmen und im Notfall auch auf ein Jetpack setzen, mit dem er kurze Zeit schwebend Abgründe überwinden kann. Im Laufe unserer Erkundungen finden wir immer wieder Pikmin, die uns brav nachlaufen und auf Kommandos warten. Tippen wir mit dem Stylus auf einen Punkt, wirft Olimar einen Pikmin dorthin. Das bringt sie a) bisweilen an Orte, an die wir nicht hingelangen können und lässt sie b) auch Aufgaben erfüllen: So werden zum Beispiel Gegner angegriffen, Hindernisse beseitigt, kleinere Puzzles gelöst oder Gegenstände eingesammelt. Serienüblich ist nicht jedes Pikmin für jede Aufgabe geeignet – rote Pikmin sind feuerfest, gelbe fliegen höher und überleben Elektrizität, blaue überleben im Wasser, rosa Exemplare fliegen und die Fels-Pikmin können Kristall durchschlagen. Das klingt vielleicht für Nicht-Pikmin-Kenner kompliziert, aber die Fähigkeiten der kleinen Kerlchen werden behutsam eingeführt und der Spieler niemals überfordert.

Die Welt ist klein

Anders als im Konsolen-Original, wo uns die Abschnitte oft mehrere In-Game-Tage beschäftigten und wir in ihnen selbst entscheiden konnten, welche Items wir als nächstes einsammeln wollen, ist Hey! Pikmin deutlich linearer angelegt: Wir wählen ähnlich wie in vielen Mario-Spielen aus der Gebietskarte jenes Level aus, das wir erkunden wollen. Haben wir dieses absolviert, schalten wir den nächsten Abschnitt frei und nach dem Abschluss des Gebiets stehen uns neue Areale mit eigenen Levels offen. Mussten wir auf den Konsolen oft später mit einer größeren Zahl an Pikmin oder anderen Arten in bereits besuchte Gebiete zurück, ist das hier nicht nötig. Alles, was ihr benötigt, um das Level zu absolvieren, findet ihr auf eurem Weg durch den Abschnitt.

Problemfelder

Genau diese Tatsache macht es recht einfach, das Ende eines Levels zu erreichen, da man – wenn man nicht gerade zu viele Pikmin an Gegner verliert – nie ohne das richtige Werkzeug an einem Rätsel verzweifeln muss und die Lösungen auch meist recht offensichtlich sind. Dennoch gibt es Frustmomente: Leider geschieht es relativ oft, dass uns das Spiel die Wahl zwischen zwei Wegen gibt, von denen einer weiter Richtung Ausgang, der andere zu einem Schatz führt, es aber nicht unbedingt klar ist, welcher welcher ist. Das wäre kein Problem, wenn es immer möglich wäre, umzukehren. Allzu oft bleibt uns allerdings der Rückweg verwehrt, sodass zumindest Komplettisten nichts anderes übrig bleibt, als Level mehrfach anzugehen, um alles zu entdecken. Natürlich wäre es nicht unbedingt nötig, alle versteckten Items zu sammeln, da man das nötige Glitzerium auch so im Laufe des Spiels zusammenbekommt, aber irgendwie widerstrebte es uns beim Test dann doch, nicht alles eingesammelt zu haben. Das ist zwar nicht besonders schwierig, aber aufgrund des eher gemächlichen Tempos des Spiels dennoch zeitaufwändiger, als es sein müsste. Auch über das bisweilen fehlerhafte Pathfinding mussten wir ein paar Mal ordentlich fluchen: Zwar machen die Pikmin im Normalfall, was sie sollen, aber beim Tragen von Items laufen sie bisweilen unnötig in ihr Verderben oder bleiben beim Schwimmen auch mal an Kanten hängen und gehen verloren. Jeder, der Pikmin kennt, weiß, wie sehr die Gedanken an einen gefallenen kleinen Gefährten schmerzen – ganz abgesehen davon, dass es durchaus passieren kann, dass die Pikmin, die man soeben verloren hat, notwendig gewesen wären, um gewisse Items abzustauben und uns so zwingen, einen weiteren Durchlauf durch das Level zu starten.

Captain Olimar bleibt ein Pechvogel: Einmal mehr legt er mit seinem Raumschiff eine katastrophale Bruchlandung hin. Jetzt muss er sich der Frage stellen, wie er genügend Glitzerium sammeln kann, um seine Heimat wiederzusehen. Allerdings kann er auch diesmal auf Hilfe hoffen: Knapp nach dem Crash entdeckt er, dass es auf diesem Planeten Pikmin gibt – und seine alten Freunde lassen sich nicht zweimal bitten, sondern sind gern bereit, ihm ein weiteres Mal unter die Arme zu greifen. Flach wie ein Pikmin? Mit Hey! Pikmin kommen 16 Jahre nach dem ersten Auftritt der kleinen, gelehrigen Wesen die Pikmin endlich auf einen…

Review Overview

Wertung - 7

7

Pikmin (zu) light

Summary : Falls ihr euch von Hey! Pikmin erwartet habt, dass es einfach das Konsolen-Pikmin-Gefühl auf den Handheld bringt, werdet ihr eine gewaltige Überraschung erleben. Hier bekommt ihr eher ein Pikmin Light, das man auch jüngeren Gamern problemlos in die Hand drücken kann und sie wohl kaum überfordern wird. Auch älteren Semestern kann das Spiel aber durchaus Spaß machen. Man sollte sich aber bewusst sein, dass man es hier mit einem leichten, gemächlichen Puzzle-Plattformer zu tun bekommt und der Anspruch aufgrund des eher simplen Leveldesigns auf der Strecke bleibt. Spielt man handheldtypisch nur einen schnellen Abschnitt zwischendurch fällt das zugegebenermaßen weniger auf, als wenn man länger am Stück spielt, aber im Laufe der Kampagne lässt für versiertere Gamer dann doch ein wenig die Motivation nach, da der Schwierigkeitsgrad einfach nicht so steigen will, wie wir uns das vorstellen, wir aber dennoch Levels mehrfach angehen, weil wir an Items vorbeigelaufen sind. Damit bleibt Hey! Pikmin ein wenig ein Titel der verpassten Chancen: Das Konzept, Pikmin in 2D zu übertragen, funktioniert nämlich durchaus und könnte sogar jüngere oder weniger erfahrene Gamer an das Spielkonzept der Konsolenfassungen heranführen. Aber dank einiger kleiner Kinderkrankheiten und dem fehlenden Anspruch werden jene, die die ersten drei Teile kennen, wohl eher unterfordert sein.

User Rating: Be the first one !
Genre: Puzzle
System: 3DS
Entwickler: Arzest
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 40 Euro

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