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Review: Glass

Glass ist der dritte Teil der sogenannten „Eastrail 177“-Trilogie und demnach die Fortsetzung der Filme Unbreakable und Split. Als solcher möchte er dem breiten Spektrum an Superhelden-Verfilmungen etwas Neues hinzufügen.

Sind Superhelden real?

Zu Beginn begleiten wir David Dunn (Bruce Willis), bekannt aus Unbreakable, auf Verbrecherjagd. Unter eben diesen befindet sich auch Kevin Wendell Cromb (James McAvoy) aus Split, der vier junge Frauen entführt hat und gefangen hält. Beide scheinen übernatürliche Fähigkeiten zu besitzen. Dunn ist übermenschlich stark und Cromb besitzt mehrere Persönlichkeiten (wir haben 20 unterschiedliche gezählt) – darunter auch die unheimliche und übernatürliche Persönlichkeit „The Beast“.

Dunns Rettungsmission mündet in einer Verhaftung und in einer Überführung der beiden in ein spezielles Sanatorium. Dort versucht die Psychiaterin Dr. Ellie Staple (Laura Paulson), die beiden von ihren Wahnvorstellungen zu heilen. Denn die zentrale Frage von Glass ist, ob Superhelden beziehungsweise übermenschliche Fähigkeiten existieren oder nicht. Elijah Price alias Mr. Glass (Samuel L. Jackson), der ebenfalls in der Psychiatrie sitzt, ist hiervon überzeugt. Er ist aufgrund äußerst zerbrechlicher Knochen an den Rollstuhl gefesselt, besitzt aber (angeblich) einen überlegenen Intellekt, womit er Leute spielend einfach manipulieren kann. Auch Mr. Glass ist bereits aus Unbreakable bekannt.

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M. Night Shyamalan lässt die zentrale Frage bis zuletzt offen und die Zuschauer rätseln, ob die drei Protagonisten sich ihre Fähigkeiten nur einbilden oder nicht. Dies gelingt sehr gut und birgt viel Spannung. Sehenswert ist aber vor allem die schauspielerische Leistung von James McAvoy. Seine Verkörperung der unterschiedlichen Persönlichkeiten ist phänomenal. Hier können Bruce Willis, Samuel L. Jackson sowie Laura Paulson nicht ganz mithalten. Dies liegt jedoch eher am Drehbuch und weniger an ihrem Können.

Meta-Superhelden

In Zeiten der (inflationär) boomenden Superhelden-Verfilmungen begegnet Glass dem Genre auf einer Meta-Ebene und fügt eine Nuance hinzu. Dies ist vor allem Mr. Glass geschuldet: Mit seinem starken Glauben an die Existenz von Superkräften führt er (fast) alleine einen Diskurs über dieses Thema und treibt gleichzeitig den Plot voran.

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Trotz dieser reifen Leistung fühlte sich Glass – gerade gegen Ende hin – etwas in die Länge gezogen an. So haben wir uns die Frage gestellt, ob es dem Film nicht besser getan hätte, wenn er lediglich 90 statt 129 Minuten Laufzeit gehabt hätte. Sei’s drum.

Wertung - 8.5

8.5

Glass ist ein actionreicher Thriller mit einem überragend aufspielenden James McAvoy. Dieser Meta-Kommentar zum Superhelden-Genre wird lediglich von (kleinen) Logiklöchern und der zu langen Laufzeit getrübt.

User Rating: 4.55 ( 1 votes)
Kurzinformationen
Österreichischer Filmstart: 17. Jänner 2019
Filmlänge: 129 Minuten
Land, Jahr: USA, 2018
Genre: Action, Superhelden, Fantasy
Regie: M. Night Shyamalan
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