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Review: Earth Defense Force: Iron Rain

Die Insekten sind wieder da. Nachdem wir diese bereits 2017 in Earth Defense Force 5 vermeintlich besiegt haben, kehren die Außerirdischen größer und mächtiger auf die Erde zurück. Mit einem riesigen Raumschiff, das eher an ein Gebirge denn an ein Flugobjekt erinnert, wollen sie auch diesmal nichts anderes, als unsere Heimat zerstören. Nun, bereits in den ersten Spielminuten treten wir mit einem mächtigen Mitglied der EDF an um das Mutterraumschiff zu vernichten. Dies gelingt auch, nur um einen hohen Preis. Wir sterben scheinbar. Natürlich nicht wirklich, doch liegt unser Held 15 Jahre im Koma um danach aufzuwachen und als letzte Hoffnung gegen die neuerlichen Angriffswellen zu bestehen. Wie dies in Aktion aussieht seht ihr im Trailer.

Jetzt geht´s los

Soweit zum Plot, der uns ins Spiel einführt und eigentlich nur als roter Faden dient, der durch das Geschehen führt. Earth Defense Force war noch nie für eine großartige Geschichte bekannt, doch das stört angesichts der brachialen Zerstörung nicht. Stattdessen erwartet uns eine Massenschlacht nach der anderen, um die Außerirdischen sowie einer neuen Splittergruppe der Separatisten, die Kindred Rebellion, zu besiegen. Mit einer komplett neuen Einheit, dem Prowl Rider, war jedoch auch die EDF nicht untätig.

Und warum machen wir dies alles? Natürlich nicht nur zum Spaß, sondern auch um mehr Energiekerne zu erhalten, womit die Waffen und Rüstungen ausgerüstet werden. Wobei wir bereits bei einem der Hauptunterschiede (und eher negativen Überraschung) zu den vergangenen Teilen wären. Bislang haben die Vorgänger vor allem durch die unzähligen, von besiegten Gegnern erhaltenen, Waffen überzeugt. Klar, Waffen gibt es noch immer viele und diese können auch stark individualisiert werden, doch sammeln wir „nur“ Energiekerne, die dann im Menü ausgegeben werden.

Sammeln war gestern

Der Spaß am Looten nimmt durch diese – vor allem für Fans – tiefergreifende Änderung merklich ab. Statt immer wieder neue Waffen zu finden, die mit Glück extrem schlagkräftig sind, und mit diesen herumzuexperimentieren, müssen wir uns auf einzelne Gegenstände konzentrieren. Sobald ein neues Level startet erhalten wir aber wieder eine neue Waffe, die dann wieder hochgestuft wird. Meist sind sogar gewisse Kombinationen notwendig um den Gegnern Herr zu werden.

Kommen wir aber nun wieder zu den positiven Aspekten des Spiels. Vor allem grafisch hat Earth Defense Force: Iron Rain einen großen Sprung zu EDF 5 hingelegt. Auch wenn gerade mal zwei Jahre zwischen diesen Teilen liegen, kommt es vor, als ob eine Konsolengeneration dazwischen liegt. Der B-Movie Charme ist dank des erhöhten Detailsgrads besser, wenngleich dieser hin und wieder durch leichte Ruckler erkauft wird. Die Cut-Scenes machen auch mehr her, wenngleich diese natürlich nicht mit AAA-Titeln wie Call of Duty vergleichbar sind.

Auch haben es neue Gegner ins Spiel geschafft. Neue Ameisenwesen finden wir hier genauso wie riesige Mechs, den Nightcrawler (eigentlich eine ältere Waffe der EDF, die allerdings von der Kindred Rebellion modifiziert wurde), oder auch die mechanischen Türme, die Pillar genannt werden. Unser Charakter kann dafür jederzeit zwischen den Levels in ein neues Outfit steigen um der Übermacht an Gegnern Herr zu werden. Wichtiger als zuvor ist es allerdings, auch die Kameraden mit ins Spiel einzubeziehen.

Enormer Schwierigkeitsgrad

Warum? Ganz einfach: Earth Defense Force: Iron Rain ist schwierig. Sehr schwer sogar. Doch im Gegensatz zu anderen Spielen wie etwa Bloodborne oder auch Dark Souls ist es nicht immer eure eigene Schuld, wenn ihr das Zeitliche segnet. Stattdessen macht die Unübersichtlichkeit zu schaffen. Wenn hunderte Gegner gleichzeitig auf dem Bildschirm erscheinen, ist dies zwar cool, doch die Taktik geht einigermaßen verloren.

Daher werdet ihr auch viel Zeit damit verbringen, zu grinden. Vorherige Levels nochmals zu spielen war zwar auch in den Vorgängern notwendig, doch da ihr nur durch Levelabschlüsse neue Waffen erhaltet, sammelt ihr hier eben Energiekerne und nicht – natürlich teils auch unnötige – Gegenstände. EDF wird dadurch nicht schlecht, doch fast schon zu berechenbar.

Fazit

Alles in allem ist Earth Defense Force: Iron Rain ein gutes Spiel, das aber nicht mit den Vorgängern mithalten kann. Klar, technisch ist es der bislang beste Vertreter der Reihe. Auch Storytechnisch hat sich einiges getan, vor allem durch den Kameradschaftsaspekt, der wichtiger als vorher ist. Doch der unnötig hohe Schwierigkeitsgrad, der durch unfaire Unübersichtlichkeit erkauft wird, sowie der entfallene Spaß an der Waffensammlung, zerstört einiges davon wieder. Wer einfach nur drauf losballern will, bis die Insekten zerplatzen, kann durchaus zum hervorragenden Vorgänger Earth Defense Force 5 greifen. Hier stimmt nämlich alles, wenngleich technisch ein paar Abstriche gemacht werden müssen.

Wertung - 6.8

6.8

Wertung

Earth Defense Force: Iron Rain macht vor allem optisch einiges her. Im Vergleich zum direkten Vorgänger EDF 5 muss Iron Rain allerdings in Sachen Spielspaß doch Federn lassen.

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Genre: Action
Entwickler: Yuke´s
System: PS4
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca.  60 Euro
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