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Review: Dungeon Roll

Dass gute Spiele nicht immer aus riesigen Spielbrettern, unzähligen Tokens und Miniaturen bestehen müssen, beweist Dungeon Roll auf eindrucksvolle Weise. Hier wurden kleine RPG-Elemente und spannendes Gameplay in ein Würfelspiel verpackt, das für den Preis und die Größe deutlich mehr kann, als es auf den ersten Blick scheint.

Bei Dungeon Roll versuchen die Spieler nach einander mit einer zufällig ausgewürfelten Gruppe von Gefährten in Dungeons einzudringen, um Monster zu töten, Erfahrungspunkte zu sammeln und Schatzkisten zu plündern. Wer nach drei bestandenen Abenteuern die meisten Erfahungspunkte hat, gewinnt das Spiel. Zu Beginn wählt jeder Spieler einen von insgesamt acht Helden, welche alle unterschiedliche Spezialfähigkeiten besitzen, die während des Spiels getriggert werden können. Man beginnt sein Abenteuer auf der Novizen-Seite des Helden. Hat man aber mindestens fünf Erfahrungspunkte gesammelt, darf man seine Charakter-Karte umdrehen, levelt dadurch automatisch auf und bekommt stärkere Fähigkeiten.

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Die unscheinbare Truhe birgt jede Menge Spielspaß.

Die Anzahl des aktuellen Levels definiert auch die Anzahl der Monster-Würfel. Mit ihnen bestimmt man, was der Held und seinen Gefährten auf dem Weg erleben und wie viele Kreaturen sie am Weg ins Innere antreffen. Jeder Gefährte in der Gruppe hat bestimmte Stärken, die es auszunutzen gilt. Während der Priester eine beliebige Anzahl an Untoten beseitigt, kann der Krieger alle gewürfelten Kobolde auf einen Streich vernichten. Um Monster zu besiegen, Tränke zu konsumieren oder Schätze zu plündern, muss man einen seiner Gefährten am Friedhof zurücklassen. Je weiter es also in den Dungeon geht, desto kleiner wird die Gruppe rund um seinen Helden. Sieht man angesichts einer geschwächten Gruppe keinen Ausweg mehr, kann man, bevor man den nächsten Dungeon betritt, zur Schenke zurückkehren und sammelt so viele Erfahrungspunkte, wie der Dungeonmarker gerade anzeigt.

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Zieht nicht die Aufmerksamkeit des Drachen auf euch!

Die Abenteuergruppe erregt früher oder später die Aufmerksamkeit des Drachen. Wenn in der Drachenhöhle drei oder mehr Würfel mit Drachen-Symbol liegen, erscheint der Feuerspeier und der Abenteurer muss gegen ihn kämpfen. Um den Drachen zu besiegen, muss man drei verschiedene Arten von Gefährten benutzen. Kann man die Kräfte nicht mehr aufbringen, muss man aus dem Dungeon flüchten und bekommt für dieses Abenteuer keine Erfahrungspunkte. Oft ist es also besser, sich frühzeitig aus dem Abenteuer zu verabschieden und dafür Punkte zu sammeln, als bis zum letzten Gefährten zu spielen und auf gnädige Monster-Würfel zu hoffen.

Phase #1: Würfelt euch warm bei Dungeon Roll
Phase #1: Würfelt euch warm bei Dungeon Roll

Aus den Schatzkisten geplünderte Talismane, Waffen, Heiltränke und Drachenköder sind wichtig, um auch mit einer kleinen Gruppe von Gefährten weiter in höhere Ebenen des Dungeons zu kommen und somit wichtige Erfahrungspunkte zu sammeln. Die Illustrationen auf den Heldenkarten und im Buch der Helden sind schön umgesetzt und verstärken das RPG-Feeling von Dungeon Roll damit erheblich. Einziger Kritikpunkt am Spiel ist, dass keine wirkliche Interaktion zwischen Spielern stattfindet. Jeder würfelt seine Abenteuer für sich aus bis er freiwillig aufgibt oder vom Drachen verjagt wird. Einziger Genuss und Trost für die restlichen Spieler bleibt es da, selbst die Monster-Würfel zu rollen und sich am Unglück seines Mitspielers zu vergnügen.

Review Overview

Wertung - 9

9

Dung'n'Roll

In der unscheinbaren Kiste von Dungeon Roll ist mehr an Spiel verpackt, als das oft bei bekannteren und größeren RPGs der Fall ist. Eine durchdachte Mischung aus Würfelglück, Taktik und Fantasy-Thema und auf Grund von Größe, Umfang und Preis eine absolute Empfehlung.

Genre: Würfelspiel | RPG
Verlag: Pegasus Spiele
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 15 Euro

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