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Review: Disney’s Der König der Löwen

Wie soll ein Regisseur eine Adaption eines beliebten Klassikers angehen? Soll er sich strikt an dem Original orientieren? Soll er eigene kreative Ideen in die Handlung einflechten oder vielleicht gänzlich etwas Eigenes aus dem Stoff machen?

Die Antwort auf diese Frage ist wohl Geschmacksache, aber mit ihr steht und fällt die Beurteilung vieler Remakes – auch diese hier.

„That never gets old“

Alles beginnt mit der Geburt des Löwenjungen Simba, der als künftiger Thronfolger den Tieren des Königreichs feierlich präsentiert wird. Die Tiere leben, wie ihm später sein Vater Mufasa erklärt, in einem empfindlichen Gleichgewicht, dem ewigen Kreis, miteinander. Die oberste Maxime eines guten Königs sollte deshalb sein, dieses zu beschützen.

Diese Ansicht teilen aber nicht alle im „geweihten“ Königreich. Allen voran Mufasas jüngerer Bruder Scar plant mithilfe der verstoßenen Hyänen eine Verschwörung, um die Macht an sich zu reißen. Wird Simba ihn daran hindern können?

Copyright by The Walt Disney Studios

Bekanntes im neuen Gewand

Disney’s Der König der Löwen ist bereits die dritte Realfilm-Adaption eines beliebten Disney-Zeichentrick-Klassikers in diesem Jahr. Im direkten Vergleich zu beispielsweise Disney’s Aladdin fällt aber eines ganz besonders auf: die Nähe zum Original.

Während Regisseur Guy Ritchie in Disney’s Aladdin zum einen darauf bedacht war, dem Original gerecht zu werden, fügte er zum anderen immer wieder neue, zeitgerechte Details der klassischen Handlung hinzu. Jon Favreau (Marvel’s Iron Man, Disney’s The Jungle Book) hingegen hält sich in seiner Adaption von Der König der Löwen streng an das Original. Dies geht so weit, dass zuweilen einzelne Szenen eins zu eins auf diesen Film übertragen wurden. Dies kann man mögen oder auch nicht. Die Frage nach dem Grund für den Kinobesuch sollte jedoch erlaubt sein, wenn im Vorfeld etwas Anderes erwartet wurde.

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Ein Fest für die Augen (und Ohren)

Das große Alleinstellungsmerkmal von Disney’s Der König der Löwen sind die Animationen. Es ist wirklich erstaunlich, wie weit die Technik vorangeschritten ist, denn beinahe alle Szenen sehen fotorealistisch und überzeugend aus. Hier wurde offenbar nichts dem Zufall überlassen.

Auch die Synchronisation – wir haben den Film im englischen Original gesehen – ist hervorragend. James Earl Jones (die Stimme von Darth Vader) macht seine Sache als Mufasa unfassbar gut, aber auch der übrige Star-besetzte Cast mit Größen, wie Donald Glover als Simba, Beyoncé Knowles-Carter als Nala oder John Oliver als Zazu ist eine wahre Freude.

Die bekannten Songs aus dem Zeichentrick-Klassiker – von „Circle of Life“ bis „Hakuna Matata“ – sind auch hier alle vertreten. Und bis auf „Be Prepared“ sind aus unserer Sicht auch alle gut gelungen und großartig vertont.

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Um nun schließlich auf die anfängliche Frage zurückzukommen: Wie sollte ein Remake angegangen werden? Die einfache Antwort lautet: Es ist kompliziert. Es gibt schließlich keine (eindeutige) Schablone, die auf alle Remakes angewandt werden kann.

In diesem Fall war es – zumindest aus unserer Sicht – kein Fehler, sich streng am Original zu orientieren. Das kann sich jedoch beim nächsten (Disney-)Remake wieder ändern.

Wertung

Fazit - 9

9

Disney's Der König der Löwen erzählt keine "neue" Geschichte. Die Handlung ist bekannt und unterscheidet sich nur rudimentär von dem Original. Das ist aber kein Beinbruch. Die ursprüngliche Erzählung über den Kampf von Güte gegen Gier, Freundschaft gegen Egoismus und schließlich von Gut gegen Böse ist ein Evergreen und sollte aus unserer Sicht gar nicht verändert werden.

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Kurzinformationen
Filmstart: 17. Juli 2019
Land, Jahr: USA, 2019
Genre: Action, Musical
Regie: Jon Favreau
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