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Review: Black Mirror (Staffel 3)

Wenn die Bildschirme unserer Smartphones, Tablets, Laptops, Fernseher etc. ausgeschaltet sind, dann sind sie quasi schwarze Spiegel. Diesen schwarzen Spiegel hält uns Charlie Brooker, Produzent und Drehbuchautor von Black Mirror, in der Serie vor und zeigt, wie schnell die uns umgebende, allgegenwärtige Technologie, oder eine futuristische Version davon, gegen uns verwendet werden könnte. Die Anthologieserie erzählt dabei in jeder Episode der aktuell auf Netflix verfügbaren dritten Staffel eine abgeschlossene Geschichte in einem eigenen Setting mit anderen Charakteren und Schauspielern.

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Das Setting, die Szenarien und auch die Stimmung und der Stil unterscheiden sich dabei von Folge zu Folge stark. Mal geht es um weit fortgeschrittene Technologie, die ganz klar Science-Fiction ist, ein andermal spielt die Handlung in der Gegenwart und könnte theoretisch genauso passieren, oder ist sogar schon in abgeschwächter Form so passiert. Da jede Folge eine in sich abgeschlossene Story bietet und es oft einen oder mehrere Twists gibt, soll an dieser Stelle natürlich nicht zu viel verraten werden, stattdessen werde ich nur einige der Themen anführen, die die Serie anschneidet.

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Oft befasst sich die Handlung damit, welche Auswirkungen eine neue Technologie, die ein Großteil der Bevölkerung verwendet, hätte. In einer Folge benutzt zum Beispiel fast jeder ein Implantat, welches alles aufzeichnet, was der Benutzer erlebt, und es ihm ermöglicht, jede beliebige Szene aus seinem Leben jederzeit abzuspielen. Eine andere Episode wiederum treibt soziale Medien auf die Spitze: Man hat die Möglichkeit, jede Interaktion mit anderen Menschen mit bis zu fünf Sternen zu bewerten und die eigene Durchschnittsbewertung ist für alle anderen sichtbar. Diese Wertung hat nicht nur Auswirkungen auf den sozialen Status, sondern gibt oder verwehrt einem diverse Privilegien. Weitere Themen sind die Behandlung und Bestrafung von Kriminellen, der Umgang mit dem Tod, virtuelle Realität, ausweglose dystopische Szenarien, moderne Kriegsführung und mehr.

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Nachdem zwischen 2011 und 2014 insgesamt sieben Folgen für den britischen Channel 4 produziert wurden, holte sich Netflix die Rechte an Black Mirror und brachte nun vor kurzem eine dritte Staffel mit sechs neuen Folgen, für 2017 sind weitere sechs Folgen bestätigt. Die neue Staffel schafft es, nahtlos an die Qualität vorherigen Folgen anzuschließen und lässt schon sehnsüchtig auf die vierte Staffel warten.

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Dank des Anthologieformats gibt es in Black Mirror auch immer wieder bekannte Schauspieler, die in ihren Rollen aufgehen: Unter anderem Jon Hamm (Mad Men), Bryce Dallas Howard (Jurassic World), Hayley Atwell (Captain America), Jessica Brown Findlay (Downton Abbey), Domhnall Gleeson (Star Wars: Das Erwachen der Macht), Jerome Flynn (Game of Thrones) sowie Kelly Macdonald (Bordwalk Empire). Regie führten zum Beispiel Dan Trachtenberg (10 Cloverfield Lane) und Joe Wright (Hanna).

2. Meinung: Michael
Auch in der neuen Staffel gelingt Black Mirror immer wieder etwas, das ich bei mir nur selten wahrnehme. Ich muss nach einer Episode abrechen und habe das dringende Bedürfnis über den Inhalt nachzudenken und am besten mit anderen darüber zu diskutieren. Zu sehr sind die Themen geradezu heimtückisch bereits heute in unserem alltäglichen Leben verankert. Oft erwischt man sich zuerst mit dem Gedanken „diesmal übertreiben sie es aber zu sehr“, nur um dann zu merken, dass sich langsam ein „erwischt“-Gefühl heranschleicht! Die Serie ist absolute Pflicht für alle, die auch sonst gerne mit einem wachen Blick durch die Welt gehen.
Wenn die Bildschirme unserer Smartphones, Tablets, Laptops, Fernseher etc. ausgeschaltet sind, dann sind sie quasi schwarze Spiegel. Diesen schwarzen Spiegel hält uns Charlie Brooker, Produzent und Drehbuchautor von Black Mirror, in der Serie vor und zeigt, wie schnell die uns umgebende, allgegenwärtige Technologie, oder eine futuristische Version davon, gegen uns verwendet werden könnte. Die Anthologieserie erzählt dabei in jeder Episode der aktuell auf Netflix verfügbaren dritten Staffel eine abgeschlossene Geschichte in einem eigenen Setting mit anderen Charakteren und Schauspielern. Das Setting, die Szenarien und auch die Stimmung und der Stil unterscheiden sich dabei von Folge zu Folge stark. Mal geht…

Review Overview

Wertung - 10

10

Summary : Was Black Mirror gelingt, schaffen nur sehr wenige Unterhaltungsprodukte. Wenn man hier überhaupt von Unterhaltung sprechen kann. Die Folgen fesseln mich wie wenig sonst und lassen mich mit den Figuren mitfiebern und an ihrem Schicksal verzweifeln. Black Mirror ist keine Serie zum Bingewatchen. Nach jeder Folge braucht man eine Pause, um sich nach der emotionalen Aufregung wieder zu beruhigen und über das Gezeigte nachzudenken. Was würde ich selbst in dieser Situation machen? Hat dieser Charakter wirklich etwas so Schlimmes verdient? Wie weit ist die Realität von diesem Szenario entfernt? Jede Folge kann noch tagelang beschäftigen und viele Details, bis hin zu ein paar Sekunden aus einem Song von den Smiths, machen erst im Nachhinein Sinn. Absolute Anschauempfehlung.

User Rating: 4.6 ( 1 votes)
Black Mirror
FSK:
 Keine Angabe
Genre: Science-Fiction, Satire
Bei Netflix verfügbar

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