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Review: Baywatch

Es ist schwer, den Kino-Reboot von Baywatch nicht mit der gelungenen Adaption von 21 Jump Street zu vergleichen. Immerhin handelt es sich bei beiden Projekten um Action-Comedy-Fassungen von Serien aus den 80er und 90er Jahren, die sich seinerzeit trotz absurder Prämisse weitestgehend ernst nahmen. Im Gegensatz zu 21 und 22 Jump Street von den Han Solo-Regisseuren Phil Lord und Christopher Miller fällt Baywatch trotz sympathischer Darsteller gehörig auf die Nase.

The Rock spielt The Rock
Die Prämisse wäre gar nicht schlecht. Mitch Buchannon (Dwayne „The Rock“ Johnson in David Hasselhoffs Rolle aus der TV-Serie) ist der Rettungsschwimmer in Turm 1 von Emerald Bay und wird als lokaler Held gefeiert. Zusammen mit seinen Kolleginnen Stephanie Holen (Ilfenesh Hadera) und C.J. Parker (Kelly Rohrbach) sucht er nach neuen Rekruten – und findet sie in Summer Quinn (Alexandra Daddario), Ronnie Greenbaum (Jon Bass) und dem verantwortungslosen olympischen Schwimmer Matt Brody (Zac Efron), den Mitch gegen seinen Willen aus PR-Gründen aufnehmen muss. Das Team muss die Arbeit der untätigen Polizei übernehmen, als die Geschäftsfrau und Clubbesitzerin Victoria Leeds (Priyanka Chopra) einen Drogenring an den Strand bringt. Die Handlung ist dünn, was aber nicht schlimm wäre, wenn Humor und Action passen würden.

Identitätskrise
Baywatch wirkt, als ob man eine Komödie und einen Actionfilm ganz einfach zu einem Film zusammengeschnitten hätte – und keines der beiden Elemente ist in diesem Fall gut. Die Witze landen viel zu oft entweder nicht, oder werden zu oft wiederholt, um noch lustig zu sein. Der Film klammert sich an billige Peniswitze und andere Grauslichkeiten in einem verzweifelten Versuch davon abzulenken, dass er schlicht und ergreifend nicht lustig ist. In den oft komplett ohne Humor inszenierten Actionsequenzen überwiegt ebenfalls Einfallslosigkeit. Hier eine Rettung, dort eine Verfolgungsjagd und alles schon in anderen Actionkomödien besser gesehen. Den Gipfel der Lächerlichkeit bilden die schlechten Spezialeffekte (besonders eine Szene mit einem brennenden Boot ist richtig mies), die man im gnädigsten Fall als Hommage an die niedrigen Budgets der TV-Serie interpretieren könnte.

Charisma kann den Film nicht retten
Die Darsteller tragen an der Katastrophe keine Schuld. Johnson und Efron sind gewohnt charismatisch und werten den Film stellenweise dermaßen auf, dass er für wenige Minuten recht unterhaltsam wird. Über das miese Drehbuch können sie aber auch nicht hinwegtäuschen, das mit seinem R-Rating nichts Besseres zu tun vermag, als das Wort „Fuck“ so oft wie möglich zu verwenden. Konsistent mit dem kompletten Film sind sogar die Cameo-Auftritte der Originaldarsteller langweilig und oberflächlich.

Es ist schwer, den Kino-Reboot von Baywatch nicht mit der gelungenen Adaption von 21 Jump Street zu vergleichen. Immerhin handelt es sich bei beiden Projekten um Action-Comedy-Fassungen von Serien aus den 80er und 90er Jahren, die sich seinerzeit trotz absurder Prämisse weitestgehend ernst nahmen. Im Gegensatz zu 21 und 22 Jump Street von den Han Solo-Regisseuren Phil Lord und Christopher Miller fällt Baywatch trotz sympathischer Darsteller gehörig auf die Nase. The Rock spielt The Rock Die Prämisse wäre gar nicht schlecht. Mitch Buchannon (Dwayne „The Rock“ Johnson in David Hasselhoffs Rolle aus der TV-Serie) ist der Rettungsschwimmer in Turm 1…

Review Overview

Wertung - 3.5

3.5

Bauchfleck

Summary : Selbst Mr. Charisma Dwayne Johnson kann diesen Bootsunfall nicht retten. Kaum Lacher, generische Action und vor allem Langeweile machen Baywatch zu einem verzichtbaren Blockbuster, der die trashige TV-Serie in manchen Belangen sogar noch unterbietet. Immerhin musste man David Hasselhoff damals nicht dabei zusehen, wie er mit den Genitalien eines Toten herumspielt.

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Baywatch (2017)
Regie: Seth Gordon
Drehbuch: Damian Shannon, Mark Swift
Mit: Dwayne Johnson, Zac Efron, Alexandra Daddario, Kelly Rohrbach, Priyanka Chopra
Länge: 117 Minuten
Kinostart: 31.5.2017