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Review: Battle Chasers: Nightwar

Mit dem Zerfall des Publishers THQ war auch das Ende des originalen Darksiders-Entwicklerstudios Vigil Games besiegelt. Eine treibende Kraft hinter den Darksiders-Games, Comiczeichner Joe “Mad” Madureira, gründete daraufhin ein neues Studio namens Airship Syndicate, mit dem er die Marke Battle Chasers wiederbelebt hat.

Das mit einer enorm erfolgreichen Kickstarter-Kampagne finanzierte Battle Chasers: Nightwar basiert auf Madureiras Battle Chasers-Comicserie, die Ende der 90er Jahre für Furore sorgte, aber nie beendet wurde. Bei Nightwar handelt es sich um ein von japanischen Rollenspielen beeinflusstes RPG mit rundenbasiertem Kampfsystem. Es ist bereits seit Oktober 2017 für PS4, Xbox One und PC erhältlich, eine Fassung für Nintendo Switch folgte Mitte Mai 2018.

Ein gefährlicher Streifzug

Die Charaktere entsprechen der Comicreihe: Die neunjährige Gully befindet sich auf der Suche nach ihrem Vater, einem verschollenen legendären Helden. Sie wird von dem gefallenen Paladin Garrison, dem gesetzlosen Kriegsgolem Calibretto, dem Zauberer Knolan und der Kopfgeldjägerin Red Monika begleitet. Soweit, so bekannt, doch dank eines Kickstarter-Stretchgoals wird der Kanon um den Dämonenjäger Alumon ergänzt.

Das Spielgeschehen ist klassisch: In einer reduziert gestalteten Oberwelt zieht man durch das Land, kämpft gegen Monster am Wegesrand, besucht kleine Dörfer und macht Dungeons und weitere Erkundungsareale ausfindig. In diesen oft zufällig generierten Umgebungen kann man sich umsehen, Rätsel lösen und natürlich ordentlich Beute einsacken.

Mana war gestern

Die Kämpfe laufen ganz in der Tradition klassischer JRPGs ab, der Einfluss von Final Fantasy ist unübersehbar. Gleichzeitig haben sich die Entwickler aber neuen Ideen überlegt, um das Konzept frisch zu halten. So dreht sich viel um die Ressource „Overcharge“, die durch schwächere Angriffe erzeugt wird und die Mana-Leiste ergänzt. Overcharge kann anstelle von Mana verwendet werden und verstärkt einige Fähigkeiten. Das Ressourcenmanagement ist ein wichtiger Teil der ausgeklügelten Kämpfe.

In den wunderbar gestalteten Dungeons werden die Gegner mit 3D-Modellen dargestellt. Sie können umgangen oder bereits vor dem Kampfbeginn angegriffen werden, um mit einem Vorteil in die Konfrontation zu gehen. Schade: Zwar verfügen alle sechs spielbaren Charaktere über coole Fähigkeiten (Maschinengewehr, Magie, Power-Handschuhe und mehr), doch es können immer nur drei mitgenommen werden, der Rest wartet in der Taverne und levelt nicht mit. Aufgrund dessen und der steilen Schwierigkeitskurve ist Grinden oft unerlässlich.

Ruckelnder Comic

Alles von den Charakterportraits bis hin zu den wunderschön realisierten Dungeons und animierten Zwischensequenzen wirkt, als wäre es ein Comic, der zum Leben erwacht ist. Dazu kommen ausdrucksstarke Animationen der meisterhaft gestalteten Charaktere – ganz gleich ob Held oder fantasievoll designtes Monster.

Eher unschön: Die getestete Nintendo Switch-Version wird von langen Ladezeiten geplagt. Besonders der Wechsel zwischen Dungeons und Weltkarte fällt negativ auf. Selbst beim Laden einzelner Kämpfe müssen teilweise einige Sekunden Wartezeit in Kauf genommen werden. Bei Wetterbedingungen wie Regen oder Schneefall kommt es außerdem zu Einbrüchen der Framerate. Diese stören das Spielgeschehen nie, sind aber trotzdem unsauber.

Fazit

Wertung - 8

8

Battle Chasers: Nightwar wird von einigen technischen Makeln heimgesucht, das ist nicht wegzudiskutieren. Und auch der Zwang zum Grinding wäre vielleicht vermeidbar gewesen, doch im Gegenzug schaffen der Comic-Stil und die soliden JRPG-Mechaniken mit westlichem Flair ein massiv unterhaltsames Abenteuer in der Welt von Battle Chasers. Die Umsetzung ist so liebevoll, dass man die einst versprochene Fortsetzung der Comicreihe sofort herbeisehnt.

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Genre: Rollenspiel
Entwickler: Airship Syndicate
System: PS4, Xbox One, Nintendo Switch, PC
Erscheint: Erhältlich
Preis: ab ca. 20 Euro

Weiterlesen: Der Comic im Review:

Review: Battle Chasers

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One Comment

  1. ich hab battlechasers zum release auf ps4 gespielt und kann mich nicht erinnern dass man sooo arg viel grinden musste wie hier beschrieben. lediglich bis nach dem zweiten (haupt-)dungeon war die schwierigkeit ein problem (vor allem wenn man den besseren loot am ende haben wollte). danach allerdings fällt der schwierikeitsgrad in den keller, weil die truppe völlig OP in den nächsten abschnitt kommt – und das hält leider bis zum ende.
    das wäre auch mein einziger kritikpunkt an dem spiel, dass das mid-/ lategame zu einfach ist gegenüber dem anfang.