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Review: Batman Ninja

Batman trifft Afro Samurai und Kill la Kill

Wenn ein im feudalen Japan angesiedelter Batman-Anime mit dem Charakterdesign des legendären Takashi Okazaki (Afro Samurai), Autor Kazuki Nakashima (Kill la Kill) und einem Veteranen unter den japanischen Komponisten wie Yugo Kanno (Blame!, Nioh) angekündigt wird, darf sich getrost der Vorfreude hingegeben werden, denn was sollte bei so einem Projekt noch schiefgehen? Die Antwort auf diese Frage ist leider: “Über die Grenzen des guten Geschmacks gehender Fanservice”

Man nehme einen Grodd und füge etwas Timey Wimey hinzu

So beginnt Batman Ninja mit einem Batman-typischen Plotdevice in Form von Gorilla Grodd, der im Arkham Asylum mithilfe der sogenannten Quake Engine ein Set der bekanntesten Helden und Schurken des Batman-Universums in die Vergangenheit des feudalen Japans zurückversetzt. Da Batman es aber gelingt, dem Sog der Maschine am längsten zu entgehen, kommt er erst zwei Jahre später in dem Land der Samurais und Ninjas an. Dies führt dazu, dass die Schurken nicht nur genug Zeit hatten, sich das Land untereinander aufzuteilen, sondern auch ausreichend auf seine Ankunft vorzubereiten.

Afro Joker

Diese zumindest akzeptable Rahmenhandlung führt zu einigen interessanten Aufeinandertreffen zwischen Helden und Schurken im fernöstlichen Setting. Die meisten können auch durchaus mit einer ansprechenden Inszenierung aufwarten und so stellen besagte Duelle ohne Frage die Highlights von Batman Ninja dar. Ein Fakt, der mit Sicherheit zu einem nicht unwesentlichen Teil auch Takashi Okazaki zu verdanken ist, dessen Charakter-Design der Samurai- bzw. Ninja-Varianten von Joker, Deathstroke, dem Pinguin, Nightwing, Red Hood und Co. auf ganzer Linien überzeugen kann.

Just overdoing it

Problematisch wird es allerdings, als der Film die Entscheidung trifft, sich von einem Moment auf den anderen einfach überhaupt nicht mehr ernst zu nehmen. So wird übergangslos von einer emotionalen Diskussion zwischen Red Hood und Batman über das Töten oder nicht Töten des Joker zu einer Szenenfolge gesprungen, die an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Denn plötzlich war das Setting “Feudales Japan” nicht mehr genug, es musste die ganze japanische Kultur miteinbezogen werden.

Warte, was?!

Als dann plötzlich Poison Ivy und die anderen Schurken in Transformers sitzend gegeneinander antreten und eine Armee von Chibi-Affen und Fledermäusen sich zu einem riesigen Batman im Stil der 40er Jahre zusammenschließt, glaubt man eher ein B-Movie der Klasse Sharknado zu sehen, als einen souveränen Batman-Film. Das Problem ist nicht, dass derartig trashiger Humor und Fan-Service nicht unterhaltsam sein können, sondern die plumpe, komplett uninspirierte Inszenierung mit der diese Elemente eingesetzt werden.

Diese ganzen Japanophilen mögen doch Roboter oder?

Fast wirkt es so, als wären den Machern nach etwa einer Stunde Laufzeit die Ideen ausgegangen, weswegen ein paar billiger zu produzierende Szenen einfach daraufgesetzt wurden. Hinzukommt auch die stark schwankende optische Qualität des Films, die fast im Minutentakt zwischen ganz okay und ansprechend zu billigen 3D-Animationen springt. Auch wurde keinerlei Aufwand für die Lippen-Synchronität der deutschen und englischen Sprachausgabe betrieben, weswegen der Film in diesen stellenweise fast unschaubar wird.

Fazit

Wertung: - 6.5

6.5

Batman WTF

Wie aus einem derartig guten Setup an Talenten der japanischen Animations-Kunst ein so halbherziges Resultat entstehen kann ist ein Rätsel. Ja, Takashi Okazaki hat seine Charaktere wieder fantastisch designt und der von Yugo Kanno inszenierte Soundtrack unterstreichen das Geschehen ansprechend. Dass diese solide Grundlage dann aber durch lieblos aufgesetzten Fanservice für ein gutes Drittel des Films gänzlich ins Lächerliche gezogen wird, kann auch durch die teils überzeugend inszenierten Kämpfe nicht wieder gutgemacht werden. Batman Ninja ist ein mittelmäßiger Film mit unglaublich verschwendetem Potential.

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