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Review: Batman – Dark Knight III: Die Übermenschen

1986 schrieb Frank Miller Comic-Geschichte. Mit Die Rückkehr des Dunklen Ritters verfasste er eine der bedeutsamsten Batman-Storys überhaupt. Ab 2001 folgte Der Dunkle Ritter schlägt zurück, wenn auch zu weniger Lobeshymnen der Kritiker. Die Geschichte des gealterten Batman in einem dystopischen Gotham City wird mit einem dritten Teil weitergeführt – und der hat es in sich. Frank Miller und sein Ko-Autor Brian Azzarello veröffentlichten neun Hefte mit jeweils ergänzenden Mini-Comics. Der Panini Verlag sammelt die komplette Story in einem 380 Seiten starken Comicband.

Ein düsteres Universum

Drei Jahre sind vergangen, seit der greise Bruce Wayne Lex Luthor und Brianiac in Der Dunkle Ritter schlägt zurück gestoppt hat. Das schwarze Cape hat er wieder an den Nagel gehängt, stattdessen beschützt Ex-Robin Carrie Kelley die nächtlichen Straßen Gothams. Doch schon bald muss Bruce aus dem Ruhestand zurückkehren, denn eine Armee von fanatischen Kryptoniern will die Erde unterjochen.

Dabei holt sich der Dunkle Ritter Hilfe von einer ganzen Mannschaft bekannter Helden, darunter Atom, Green Lantern, Flash, Aquaman, Wonder Woman und natürlich Superman. Die Charaktere treten meist nur am Rand auf, erfüllen aber tragende Rollen und lassen Millers Universum lebendig erscheinen. Hinzu kommen ernste Themen wie Polizeigewalt und blinder, religiöser Personenkult. Viel Tiefe erhalten die Charaktere aber trotzdem nicht – was auch nicht nötig ist, denn Miller und Azzarello liefern epische Momenten am laufenden Band. (Stichwort: Kryptonitregen und Kampfanzug)

Müder Miller

Zeichner Andy Kubert, Tuscher Klaus Janson und Kolorist Brad Anderson sind für die Illustrationen verantwortlich – und orientieren sich an Millers Stil. Das sind Panels mit Nachrichtensprechern und „filmisch“ inszenierte Actionsequenzen, die als Storyboard für den nächsten Hollywood-Blockbuster durchgehen könnten.

Frank Miller selbst greift ebenfalls zum Zeichenstift und bebildert die Mini-Episoden, die am Rand der Hauptstory spielen. Diese sind von schwankender Qualität. Während jene Passagen, die von Janson getuscht wurden, noch Millers Genie aus den 80er Jahren erahnen lassen, machen seine Soloeinsätze im Jahr 2018 keinen guten Eindruck mehr.

Fazit

Dark Knight III: Die Übermenschen schert sich nicht um den Kultstatus des ersten Teils der Trilogie, sondern ergeht sich in einer herrlichen Parade ernster Themen, Blut und verrückter Einfälle. Gelegentlich schießen die Kreativen übers Ziel hinaus, doch im nächsten Moment fügt sich alles wunderbar zu einer temporeichen Achterbahnfahrt zusammen. Teil drei ist nicht so gut wie Die Rückkehr des Dunklen Ritters, aber übertrifft Der Dunkle Ritter schlägt zurück um Längen. Kann man sich damit abfinden, wird man mit einer wunderbar unterhaltsamen Episode des alten Batman belohnt.

Info
Seiten: 380
Preis: ca. 35 Euro
Autoren: Frank Miller, Brian Azzarello
Zeichner: Andy Kubert, Frank Miller
Verlag: Panini Comics (DC)

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