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Review: Avatar: Der Herr der Elemente – Premium 1: Das Versprechen

Wir Menschen sind oft sehr zwiegespalten und ganz besonders dann, wenn es um unsere Lieblingsserien geht. Auf der einen Seite möchten wir, das unsere Helden, sofern es welche gibt, einen glücklichen Abschluss finden, auf der anderen Seite jedoch wollen wir nicht, dass die Serie, die wir lieb gewonnen und mit der wir wahrscheinlich aus sehr viel Zeit verbracht haben, einfach aufhört. So auch bei der Erfolgsserie Avatar: Der Herr der Elemente, bei der wir den jungen Avatar Aang und seine Freunde über drei Bücher (also Staffeln) begleiten durften, bevor er letzten Endes den Bösen besiegte, das Mädchen bekam und der Vorhang fiel. Jetzt fragen sich natürlich viele Fans: “Kann es das gewesen sein?”

Natürlich nicht! Und dank dem Cross Cult-Verlag, dem Team von Gurihiru und den kreativen Köpfen hinter TV-Serie dürft ihr erneut mit Team Avatar auf Abenteuerreise gehen, nur eben diesmal in Comicform. Und diese Reise beginnt mit Das Versprechen, dessen drei Bände in der nun erschienen Premium-Ausgabe als edles Hardcover nachgedruckt werden. Neben einem größeren Format als die Einzelbände bietet diese Ausgabe noch Skizzen und Anmerkungen der Künstler und des Autors.

Avatar das versprechen 1

Eigentlich war das Ende der TV-Serie ein richtiges Happy End, doch wenn Avatar für eines bekannt war, dann dafür, dass sich die Serie nicht davor scheute, komplexere Themen rund um Moral, Menschenrechte, Ethik usw. aufzugreifen. Deshalb fragten sich viele, was eigentlich nach dem Fall des Feuerlords geschehen ist. Friede, Freude, Eierkuchen? Wohl kaum, denn das hätte nicht wirklich zum Ton der Serie gepasst. Zu unserem Glück greift Das Versprechen die Geschichte genau da auf, wo wir Team Avatar in der Serie verlassen mussten. Hier wir schnell klar, dass die Wunden des Krieges tief sitzen. Unseren Helden wird keine Atempause gegönnt, denn Zuko, der neue Feuerlord, fühlt sich verpflichtet, für die Verbrechen, die sein Vater gegen das Erdkönigreich begangen hat, schnellstmöglich Wiedergutmachung zu leisten. Der erste Schritt besteht dabei in der Auflösung der Kolonien der Feuernation, doch bevor sich Aang und Zuko der Aufgabe widmen können, ringt Zuko dem Avatar noch ein Versprechen ab. Sollte er jemals so werden wie sein Vater, der ehemalige Feuerlord Ozai, dann muss Aang ihn töten. Aang willigt unglücklich ein, in stiller Hoffnung, dass sein Freund ihn nicht verraten würde. Ein Jahr später sind die Umsiedlungen in vollem Gange, als Aang die Nachricht erhält, dass der Feuerlord seine Unterstützung zurückgezogen und sich in der ältesten Siedlung der Feuernation auf dem Territorium des Erdkönigreichs verbarrikadiert hat. Das Versprechen, das Aang vor einem Jahr gegeben hat, droht nun ihn und Zuko, der die Last und Verantwortung des Thrones immer deutlicher zu spüren bekommt, einzuholen.

Avatar das versprechen 2

Mit Das Versprechen haben Autor Gene Luen Yang und das Team von Gurihiru ganze Arbeit geleistet. Eine der großen Sorgen war natürlich, ob sich die Energie, Dramatik und Komik der Serie auf die Seiten eines Comics bannen lässt. Gurihiru schafft es dank sehr dynamischen Bildern und den kräftigen Farben, die wir von der Serie gewohnt sind, die optischen Reize der Serie nahezu perfekt einzufangen. Egal ob Aang gerade durch die Luft wirbelt oder Sokka bzw. Katara eine ihrer extremen Grimassen ziehen – es ist alles da und fühlt sich an wie Avatar. Geschickt eingesetzte Rückblenden frischen nochmals vergangene Ereignisse auf und zeigen sehr schön, wie groß der verstörende Einfluss des alten Feuerlords noch auf seinen Sohn Zuko ist. Aber nicht nur Zuko darf sich als Charakter weiterentwickeln. So ist es schön mit anzusehen, wie sich in dem einen Jahr auch alle anderen Protagonisten verändert haben und ihren Platz in dieser Nachkriegszeit suchen, auch wenn auf einige Personen noch nicht, oder nur sehr kurz, eingegangen wird. Das zweite Sorgenkind war natürlich die Frage, ob sich die Charaktere auf dem Papier genauso gut entfalten können und auch in diesem Punkt können Fans aufatmen. Yang, der bereits den Charakteren in der TV-Serie zu ihren Persönlichkeiten verhalf, schafft es auch diese in den Sprechblasen zu erhalten und dem Leser zu vermitteln, was dieser lang erwarteten Fortsetzung alles mitgibt, was sie braucht, um die zahlreichen Fans von Avatar glücklich zu stimmen.

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Meinung:

Mittlerweile ist es recht normal geworden, dass diverse TV-Serien nach deren Ende in Comicform fortgesetzt werden. Buffy, Firefly und Akte X haben beispielsweise bewiesen, dass diese Fortsetzungen definitiv eine tolle Fortsetzung der Fernsehserie sein können. Auch diese erste Geschichte des erweiterten Avatar-Universums liefert gute Unterhaltung für Serienfans aber auch für diejenigen, die die TV-Serie nicht verfolgt haben. Besonders lobenswert ist die edle Hardcoveraufmachung, die mit tollen Extras wie exklusiven Skizzen und Anmerkungen des Kreativteams ausgestattet ist.

Martin Schubert & Lukas Urban

InfoAvatar das versprechen Cover

Seiten: 240
Preis: ca. 40 Euro
Autor: Gene Luen Yang
Zeichner: Gurihiru
Verlag: Cross Cult
Orig. Verlag: Dark Horse Comics