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Review: Asterix (38) – Die Tochter des Vercingetorix

Spider-Man hin, Batman her, mit einer Startauflage von 5 Millionen Stück und davon alleine im deutschsprachigen Raum 1,6 Millionen Exemplare ist Asterix auch nach 60 Jahren weiterhin der unangefochtene Star. Auch bei den SHOCK2 Lesern, bei denen unsere Asterix-Sonderseite seit mehr als drei Jahren erfolgreich läuft und es zu jedem einzelnen Band auch im SHOCK2 Community-Forum ein eigenes Diskussions-Topic gibt.

Eine neue Generation in Gallien: Adrénaline mit Selfix und Aspix. (Egmont Ehapa Media)

Am 24. Oktober ist nun zwei Jahre nach Asterix in Italien der bereits vierte Band des neuen Kreativteams erschienen. Autor & Szenarist Jean-Yves Ferri und Zeichner Didier Conrad sind in die Fußtapfen von Rene Goscinny und Albert Uderzo gestiegen und konnten in den letzten Jahren der Serie, die Generationen von Lesern in ihren Bann gezogen hat, wieder frischen Wind geben und gleichzeitig auch an alte Qualitäten anschließen, die zuletzt unter Uderzo deutlich verloren gingen. Mit Die Tochter des Vercingetorix wollten Ferri und Conrad nach eigenen Angaben verstärkt auf weibliche Charaktere eingehen und auch einmal die Jugendlichen des gallischen Dorfes in den Mittelpunkt stellen. Bislang spielten etwa die Söhne von Fischhändler Verleihnix und Schmied Automatix keine all zu große Rolle in den Abenteuern von Asterix und Obelix.

Ils sont fous, ces Romains

Adrenaline ist die Tochter des … Vercingetorix. Doch der Name des legendären Fürsten, der gallisch-keltischen Arverner, wird seit dessen Niederlage bei der Schlacht von Alesia gegen die Römer nicht mehr ausgesprochen bzw. er wird nur noch geflüstert. Versteckt wurde seine Tochter bei Zieheltern aufgezogen, mit dem Ziel, dass sie den erneuten Aufstand gegen die Römer anführen würde. Das wollen die Römer um jeden Preis verhindern und sie zu einer Römerin erziehen. Um dies zu verhindern soll Adrenaline nach Britannien gebracht werden, bis dahin soll sie von einer uns wohlbekannten gallischen Dorfgemeinschaft beschützt werden. Doch die gerade im Teenageralter befindliche Adrenaline hat eigentlich komplett andere Pläne für ihr Leben und hält so Asterix und Obelix ganz schön auf Trab.

Beim letzten Band übernahm klar Obelix die Hauptrolle und hatte im wahrsten Sinne des Wortes fest die Zügel der Story in der Hand, auch diesmal schafft man es eine typische Asterix Geschichte abzuliefern. Jedoch wird die bekannte Szenerie behutsam erweitert und wie etwa bei den Piraten, Charaktere in einer gänzlich neuen Rolle beleuchtet. Doch auch Asterix und Obelix bekommen einige neue Facetten im Umgang mit der Dorfjugend. So sieht sich der oftmals naive Obelix im Herzen noch immer als Jugendlicher, tut sich jedoch genauso schwer wie Kollege Asterix mit einigen der aufkommenden Forderungen der nächsten Generation. Da wird etwa von einem „Wildschweinsystem“ gesprochen, das durch Hinkelsteine und Zaubertrank gestützt wird oder von der Überjagung der Wälder. Die Macher des Bandes spielen hier natürlich auf den aktuellen Zeitgeist an und werden wohl auch hoffen, damit vor allem auch neues weibliches bzw. jüngeres Publikum anzusprechen. Einen guten Schwung Sozialkritik gab es in den Asterix-Abenteuern schon immer und es wird auch nicht übertrieben, dafür fällt das Ende der Geschichte auch etwas flach aus.

Fazit:

Insgesamt ist Die Tochter des Vercingetorix für mich etwas schwächer als Asterix in Italien, ich bin mit dem hohen Niveau der „neuen“ Asterix-Alben aber sehr zufrieden. Man merkt dem Autor diesmal wieder mehr an, dass es wohl auch einen immensen Druck bedeutet, eine Geschichte zu schreiben, die viele Millionen Leser gleichermaßen begeistern soll. In einer Welt, in der auch Unterhaltung immer mehr personalisiert wird, eine große Leistung und so muss man auch verzeihen, dass bei einigen Ideen oder auch dem Ende etwas der Mut fehlt. Nicht zuletzt wegen der großartigen Zeichnungen, die die Geschichte mit viel Schwung erzählen und bei denen es so viel zu entdecken gibt, macht mir der Band auch beim zweiten Durchlesen Spaß. Von mir gibt es nicht nur eine Kaufempfehlung, sondern ich freu mich schon jetzt auf Asterix Nr. 39!

Info
Seiten: 48
Preis: Softcover ca. 7 Euro, Hardcover ca. 12 Euro
Autor: Jean-Yves Ferri
Zeichner: Didier Conrad
Verlag: Egmont Ehapa Media

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One Comment

  1. Bin Fan von der ersten Stunde an. Aber am Beispiel der schön gezeichneten Unterrichtsgeschichte hier im Bericht, sind wenig Lacher drin… oder soll der kommen bei „Jimi Hendrix“?
    Dies ist, was so traurig stimmt.
    Da lobe ich mir die unbekannte Asterix Minigeschichte „Gallische Grazien“, da geht es heftig an die Lachmuskeln. Warum macht der Verlag daraus keinen ganzen Band? Lacher: mehr als überfällig!!!
    Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=ymqUtlKFpts

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