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Review: Alita: Battle Angel

Comic-Fans und regelmäßigen Kinobesuchern fehlt es heutzutage definitiv nicht an Film-Nachschub und Marvel und DC geben sich viel Mühe, um mit frischen Ideen in die Kinos zu locken. Das lässt uns leicht vergessen, dass es auch Heldinnen und Helden außerhalb dieser Universen gibt, deren Abenteuer ebenso auf der großen Leinwand einen Platz verdient haben. Alita: Battle Angel versucht, uns das in Erinnerung zu rufen.

Filmemacher James Cameron (Terminator, Avatar) und Regisseur Robert Rodriguez (Sin City) haben sich zusammengetan, um Camerons Vision von Yukito Kishiros Manga „Battle Angel: Alita“ in Hollywood-Manier zu inszenieren. Das Ergebnis ist ein effektreicher Blockbuster, der sich an der japanischen Vorlage orientiert, aber gleichzeitig viel kreativen Freiraum nimmt.

Wer mit Alitas Abenteuern vertraut ist, wird in dem knapp zwei Stunden langen Film viele Parallelen und Referenzen wiedererkennen. In den ersten Minuten hält sich der Streifen dicht an die Vorlage. Protagonistin Alita (Rosa Salazar) wird von Doktor Ido (Christoph Waltz) als intakte Cyborg-Überreste in einem Schrotthaufen gefunden und wieder zusammengesetzt. Ohne Erinnerungen an ihr früheres Leben muss sie sich in der fremden Welt von Iron City zurechtfinden und wird wie zu erwarten schnell mit den dunklen Mächten konfrontiert, die im Hintergrund die Fäden dieser dystopischen Zukunft ziehen.

Die Handlung enthält vorwiegend Elemente aus der ersten Hälfte des Mangas, die teilweise neu interpretiert und ineinander verwoben werden. Während in der Vorlage einzelne Handlungsstränge Alitas Leben nacheinander und Facette für Facette aufgreifen, versucht der Film diese parallel zu zeichnen und einen zusammenhängenden roten Faden zu stricken. Dadurch wird vielen von Alitas Freunden und Feinden Platz eingeräumt, aber der Film wirkt auch überladen. Zwischen Liebesgeschichte, Alitas Beziehung zu Ido, Exposition, Verschwörungen und Alitas Hintergrundgeschichte bleibt nur noch wenig Zeit, um sich etwas näher mit den einzelnen Elementen auseinanderzusetzen.

Obwohl die starke Besatzung ihre Sache die meiste Zeit sehr gut macht, sticht Rosa Salazars Leistung in der virtuellen Haut von Alita besonders hervor. Auch wenn Alitas Charakterdesign und die Entscheidung, sie komplett in computergenerierten Bildern darzustellen, anfangs etwas befremdlich wirken, ist es Salazars Performance zu verdanken, dass schon nach kurzer Zeit der Kontrast zum restlichen größtenteils menschlichen Cast verschwimmt.

Visuell macht auch der Rest einiges her und Rodriguez schafft es, Alitas „Panzer Kunst“ – eine besondere Cyborg-Kampfkunst – geschickt und opulent umzusetzen. Die Kampfszenen sind ein Highlight und auch der Ausflug in die Motorball-Arena zollt dem Original visuellen Tribut. (Fatih Olcaydu)

Wertung - 7.5

7.5

Alita: Battle Angel ist eine Hollywood-Adaption, die sich anfühlt als hätten passionierte Fans versucht, möglichst viel von der Vorlage in einen Film zu pressen. Etwas weniger wäre in diesem Fall vielleicht mehr gewesen. Wer die bekannten Charaktere und Handlungselemente in einem neuen Mix sehen oder in Alitas Welt hineinschnuppern will, bekommt aber einen unterhaltsamen Action-Film geboten, der etwas Abwechslung zu den gewohnten Ausflügen in die Marvel- und DC-Universen bietet.

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Alita: Battle Angel startet am  14. Februrar im Kino!

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