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Preview: Watch Dogs 2

Als Watch Dogs auf der E3 2012 als eines der ersten großen Spiele für die nächste Konsolengeneration angekündigt wurde, war der Hype groß. Als der Titel aber zwei Jahre später endlich erschien, waren viele nicht nur von der deutlich schlechteren Optik enttäuscht. Auch die stark eingeschränkten Möglichkeiten und die damit zusammenhängende Eintönigkeit der Missionen, die irgendwie leblos wirkende Stadt sowie die seltsame Fahrzeugsteuerung waren ein Problem.

Mit Watch Dogs 2 will Ubisoft nun alles wieder gut machen und startet damit, dass keine zwei Jahre zwischen Enthüllung und Veröffentlichung liegen,  sondern lediglich fünf Monate. Statt dem düsteren Chicago spielt der neue Teil im quietschbunten San Francisco und anstelle des missmutigen, unsympathischen Protagonisten Aiden Pierce tritt der abgedrehte Hornbrillenträger Marcus Holloway.

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Ich hätte jetzt bitte gerne mein Internetgeld
Marcus ist Mitglied der bereits aus dem ersten Teil bekannten Hackergruppe DedSec, die in der Fortsetzung eine weit größere Rolle spielt und in gewisser Weise durch ihren Großkonzerne hassenden Rebellions-Vibe an eine ähnliche Gruppierung aus der Thrillerserie Mr. Robot erinnert. Für diese lassen sich verschiedenste Klein- bis Großverbrechen von Datenraub über Vandalismus begehen, was der Gruppierung jeweils Online-Follower bringt, die wiederum die Erfahrungspunkte in Watch Dogs 2 demonstrieren. Je mehr Follower man hat, desto bessere Technologien wie 3D-Drucker, Drohnen und fernsteuerbare Autos mit Greifarm werden freigeschaltet.

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Der Rambo-Hacker
Außerdem ist Marcus als Parkour-Experte weit akrobatischer als sein Vorgänger, was dem doch eher stealthigen Gameplay des Titels durchaus zugutekommen dürfte. Zwar kann Marcus nicht, wie seine Assassinenkollegen aus dem Hause Ubisoft, Hochhäuser und Türme erklimmen, abgesehen davon sind ihm aber kaum Grenzen gesetzt. Trotzdem bleibt es so, dass sich der Spieler selbst entscheiden darf, wie er Missionen angeht und ein Vorgehen nach Rambo-Art kann genauso zielführend sein, wie den heimlichen Hacker zu mimen.

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Aktiviere die Adler- ähm… Hacker-Vision
Abseits von etwaigen Bleispritzen ist Marcus aber auch äußerst bewandert im Nahkampf und greift dabei auf eine äußerst simple aber effektive Waffe zurück: eine Billardkugel an einem Seil. Diese schwingt er auf beeindruckende Art und Weise auf die Schädel seiner Gegner und schafft dies sogar teils in einer fließenden Bewegung. Auch ein gewisses Augenpaar scheint Marcus sich mit seinen Assassinenkollegen zu teilen und so kann er in eine Art Hacker-Vision wechseln, mit der alle per Hacking manipulierbaren Objekte hervorgehoben werden.

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Auto-Diebstahl leicht gemacht
Abgesehen von der erhöhten Quantität dieser Objekte legt Ubisoft diesmal aber auch großen Wert auf erhöhte Qualität. Vorbei sollen die Zeiten sein, in denen das Hacker-Smartphone nicht mehr als Gasexplosionen, Lichtausfälle und Bankkontodiebstahl ermöglicht. Sämtliche Transportmittel sollen sich diesmal übernehmen und aus der Ferne steuern lassen.

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Hacker-Bros assemble!
Auch bei Passanten lassen sich diesmal nicht nur alle Daten lesen und Bankkonten ausleeren, sondern auch Anrufe faken, um ganze Ablenkungswellen zu erzeugen. Gelesene SMS sollen außerdem tatsächlich relevante Informationen enthüllen und dadurch sogar neue Missionsziele freispielen. Ein dynamisches Koop-System lässt all das sogar mit alten oder neuen Online-Freunden gemeinsam entdecken, beziehungsweise sogar eigens dafür designte Missionen bestreiten.

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Coolisoft
Während ihr euch also hackend, parkourend oder diesmal weit kontrollierter fahrend zu zweit oder alleine durch das deutlich belebter und freundlicher anmutende San Francisco bewegt, halten euch eure Kollegen von DedSec über eure Kopfhörer mit blöden Sprüchen und kecken Kommentaren auf dem Laufenden oder drehen euch teilweise zur Stimmung passende Musik auf. Zwar wirkt vieles davon, wie z.B. der Deadmau5-artig seine Emotionen über seine LED-Brille laufen lassende DedSec-Kollege Wrench, ein wenig wie „Opa-Ubisoft möchte mit den coolen Kids spielen“, dennoch tut der flotte, bunte Vibe dem Titel eindeutig etwas Gutes. Schade nur, dass es die abgedrehten AR-Games (Augmented Reality) aus dem Vorgänger, mit denen man per Handy beispielsweise mitten in der Spielwelt eine Art Space-Invaders starten konnte, nicht mehr in Spiel schaffen werden. Immerhin hätten diese durchaus zu dem neuen Setting gepasst.

Ersteindruck
Ubisoft scheint mit Watch Dogs 2 durchaus auf dem richtigen Weg zu sein. Das dynamische San Francisco lädt deutlich besser als das düstere, fast schon depressive Chicago des Vorgängers, zum Erforschen und Spielen ein. Auch die neuen Charaktere, wenn auch etwas überzogen dargestellt, wirken auf den ersten Blick sympathischer als Aiden und seine Kumpanen und so bleibt nur zu hoffen, dass Ubisoft endlich verstanden hat, dass man zuerst mit einem Charakter lachen muss, bevor man mit ihm weinen kann. Schaffen es die Entwickler dann noch, die Rambo-Methode etwas weniger reizvoll zu machen und dadurch mehr zur Nutzung der vielen Möglichkeiten des Titels zu motivieren, könnte man mit Watch Dogs 2 tatsächlich die Kurve schaffen (buchstäblich dank der bessere Autosteuerung). Ob dies gelingt, zeigt sich am 15. November 2016, wenn Watch Dogs 2 für PC, Xbox One und PS4 erscheint.

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