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Preview: Uncharted: The Lost Legacy im Hands-On

Mit über 9 Millionen verkauften Spielen war das vor gut einem Jahr erschienene Uncharted 4: A Thief’s End ein voller Erfolg für PlayStation 4 und Naughty Dog. Und während gerade mit der Crash Bandicoot N. Sane Trilogy die Remakes der ersten großen Hits des Studios (allerdings entwickelt von Vicatious Visions) ebenfalls wieder Rekorde brechen, erscheint am 23. August bereits der nächste Streich der Edelspieleschmiede.

Nachdem die Abenteuer von Nathan Drake zu einem würdigen Ende gebracht wurden, erzählt die eigenständige Erweiterung Uncharted: The Lost Legacy eine neue Geschichte. Mit rund 45 Euro ist das auch auf Disc erscheinende Spiel zwar günstiger als ein typisches AAA-Game, aber auch teurer als eine übliche DLC-Erweiterung. Bei einem Besuch im sommerlichen Berlin konnten wir mit den Entwicklern über das Spiel sprechen und bereits rund eine Stunde anspielen um zu sehen, was hinter The Lost Legacy steckt.

Die eigenständige Erweiterung kommt mit neuem Schauplatz und Hauptcharakteren, die allerdings keine Unbekannten sind. Der Kontext von The Lost Legacy in der Uncharted-Welt wird zwar gleich bleiben, aber dennoch eine andere Grundstimmung transportieren. Das soll zum Teil am neuen Schauplatz liegen. Indien bietet tolle verborgene Tempel und allerlei Gottheiten. Genau diese Dinge machen das Land zu einem perfekten Setting für eine turbulente Schatzjagd.

Ihr schlüpft in die Rolle von Chloe Frazer, die in Uncharted 4 mit Abwesenheit glänzte. Sie wird von Nadine Ross begleitet, die im finalen Kapitel der Reihe als Gegenspielerin von Nathan Drake an Bord war. Hier übernimmt sie eine ähnliche Rolle wie Nathans Bruder Sam in Uncharted 4 – mit dem Unterschied, dass sich das Vertrauen zwischen ihr und Chloe erst langsam entwickeln muss. Trotzdem soll Nadine als Sidekick ähnlich wertvolle Unterstützung bieten. Kern der Handlung ist die Suche nach dem Stoßzahn von Ganesh, einem mystischen Artefakt, das die Gottheit Ganesha vor ewigen Zeiten verloren haben soll. So werden die Gottheiten des Hinduismus zusammen mit der indischen Kultur eine wichtige Komponente der Geschichte darstellen. Auch Chloes Verhältnis zu ihrem Vater soll näher beleuchtet werden, denn auch sie hat indische Wurzeln.

Das Vertrauen zwischen Chloe und Nadine muss erst wachsen.

Nach einer kurzen Einführung von den Entwicklern mit einigen Details zur Handlung, (auch Gegenspieler Asav ist mit einer ganzen Armee hinter dem Artefakt her) geht es auch schon zum Anspielen an PlayStation 4 Pro-Konsolen. Wir starten mit unserem 4×4 Jeep in einem gigantischen Areal im indischen Westghats-Gebirge. Dieses ist laut den Entwicklern wesentlich größer als der offene Madagaskar-Abschnitt in Uncharted 4 und gleichzeitig überhaupt das größte Gebiet, das man bisher für die Uncharted-Reihe gebaut hat. Die Westghats-Region ist gekennzeichnet von dichter grüner Vegetation, Wasserfällen, Strömungen, matschigen Abhängen sowie großen Felsen, die das Vorankommen erschweren.

Auf der PlayStation 4 Pro erreicht das Spiel eine Auflösung von 1440p mit stabilen 30fps.

In der Nähe unseres Startpunktes erblicken wir einen Turm, den wir kurzerhand erklimmen und ein einfaches Rätsel lösen. Es zeigt uns den Standort zu diversen kleineren Artefakten, die wir benötigen, um den begehrten Stoßzahn zu finden. Einmal in der Übersichtskarte eingezeichnet, ist es uns überlassen, in welcher Reihenfolge wir die unterschiedlichen Aufgaben bewältigen. Vorgefertigte Wege gibt es kaum und oftmals haben wir auch die Wahl, auf mehreren Pfaden an das gewünschte Ziel zu kommen.

Während Nathan sich auf seine Aufzeichnungen im Notizbuch verlässt, übernimmt für Chloe ein Smartphone eine ähnliche Funktion. Eine neue, sehr einfache, Mechanik wird dagegen für das Knacken von Schlössern eingeführt. Ebenso werden die Sammelobjekte, Kampfsequenzen und Dialoge vermehrt und die stumpfsinnigen Rätsel mit Kisten und dergleichen verringert. Stattdessen versucht Naughty Dog, auf kreative Umgebungsrätsel setzen.

Uncharted 4 kassierte nicht nur bei uns Traumwertungen und so wundert es nicht, dass die Entwickler hier vor allem mehr von der entsprechenden Erfolgsformel abliefern. Zunächst waren wir etwas verwundert, dass die in den ersten Trailern vorangestellten Stealth-Elemente nun deutlich weniger in den Vordergrund rücken. Doch zusammen mit dem exotischen neuen Setting mit versunkenen Tempeln kann uns das neue Powerduo aber schnell überzeugen. So sind auch die beiden Heldinnen nicht auf den Mund gefallen und liefern sowohl in Kämpfen als auch bei diversen Autofahrten durch die Landschaft wunderbar trockenen Humor ab. Gameplaytechnisch ist alles dabei, was bei Uncharted 4 schon gut geklappt hat – inklusive des neuen Kletterverhalten und dem Wurfhaken, mit dem ihr euch über Abgründe schwingen könnt.

Kommt es zum Kampf, erlebt ihr wie die als Söldnerin extrem kampferprobte Nadine euch durchschlagend zur Seite steht. Dennoch ist es auch diesmal wieder gelungen, die KI-Unterstützung extrem lebendig und manchmal auch auch etwas eigensinnig zu gestalten. Uncharted: The Lost Legacy baut spielerisch dort auf, wo man mit dem Hauptspiel im letzten Jahr angekommen ist: Der perfekte spielbare Actionfilm. Denn auch hier gehen die verschiedenen Stilelemente wie Handlung, Schatzsuche, das Lenken des Wagens, einfache Rätsel, Dialoge und der Kampf gegen die Söldnerarmee nahtlos ineinander über.

Technisch wird dieser Zwischenteil Uncharted 4 übrigens in nichts nachstehen. Egal ob die weitläufige Dschungellandschaft oder die düsteren, atmosphärischen Tempelruinen: Naughty Dog bietet wieder feinsten Augenzucker. Die PS4 Pro wird voll unterstützt, aber auch Besitzer der regulären PS4 kommen voll auf ihre Rechnung.

Angespielt-Meinung:

Uncharted 4: A Thief’s End, war der erste Teil der Reihe, den ich selbst gespielt habe und auch wenn ich inzwischen Teil 1-3 dank der Uncharted: The Nathan Drake Collection nachgeholt habe, eine Übersättigung hat sich bei mir noch nicht eingestellt. Viel zu sehr war ich von der Inszenierung von A Thief’s End begeistert. Alle, die sich so wie ich nach dem grandiosen Epilog nach neuen Schatzjägerabenteuern sehnen, bekommen hier einen wahrlich würdigen Nachschlag mit ordentlich Story und Umfang. Große Gameplay-Überraschungen dürft ihr euch nicht erwarten, denn Uncharted bleibt Uncharted: Explosionen, unter euch zusammenbrechende Ruinen, humorvolle und emotionale Dialogen sowie knackige Schusswechsel. Sollte sich der tolle Ersteindruck bestätigen, darf der Sommer ruhig am 23. August ein paar Tage Pause einlegen: Ich bin dann ein paar Tage in Indien.

Uncharted: The Lost Legacy erscheint am 23. August für PlayStation 4.

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