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Preview: Monster Hunter World

Mit Monster Hunter World hat Capcom auf der E3 2017 vollkommen überraschend die wohl für viele größte Ankündigung der Messe bekannt gegeben. Kein Wunder, war außerhalb Japans tatsächlich das erste Monster Hunter für PS2 das gleichzeitig der letzte Serienteil, der eigens für eine stationäre Konsole abseits von Nintendo-Plattformen entwickelt wurde. Selbst Nintendo-Jünger warten aber seit Monster Hunter 3 auf der Wii aus dem Jahr 2010 (und dem Aufguss Monster Hunter 3 Ultimate auf der Wii U) auf einen neuen Teil der Serie abseits der Handheld-Ableger. Monster Hunter World erscheint nun nicht nur für Xbox One, PS4 und den PC, es geht sogar noch zehn Schritte weiter und bricht gleich mit mehreren Traditionen, die die Serie seit Anbeginn begleiteten.

Monster Hunter OPEN World
Böse Zungen warfen Monster Hunter schon lange vor, das Gameplay habe sich seit über einem Jahrzehnt nicht verändert. Zwar waren derlei Aussagen natürlich vollkommener Schwachsinn und viele Teile der Serie gingen neue Schritte in Ausmaßen, bei denen sich wohl der ein oder andere Pokémon– oder Battlefield-Spieler ungläubig die Augen gerieben hätte, dennoch wirkten einige Systeme, wie allem voran das segmentiell aufgeteilte Design der Areale, wie aus einer Zeit, in der Gameplay-Systeme aufgrund der sonst fehlenden Hardware-Leistung eingeführt wurden. In Monster Hunter World ist eben dieses getrennte Design erstmals Geschichte und die Auswirkungen auf das Gameplay des Titels könnten kaum größer sein.

Die Jagdgebiete in Monster Hunter World sind nun von hinten bis vorne durchdesignte offene Spielwelten, die sich aus Dutzenden Lichtungen, Stränden, weitläufigen Höhlensystemen, Bergen und Hügeln sowie schmalen Durchgängen zusammensetzen. Um hierbei nicht die Übersicht zu verlieren trägt jeder Spieler neben einer Karte eine kleine Laterne mit leuchtenden Scoutflies mit sich herum. Diese Glühwürmchen-artigen Insekten führen den Spieler jeweils zu seinen ausgewählten Zielen und färben sich rot wenn Gefahr besteht. Anlass dazu wird jede Menge geboten, denn die jeweiligen Jagdgebiete wurden nun stärker denn je mit einer einer dichten Flora und vor allem Fauna ausgestattet, die sich in Form von kleineren und einigen gigantischen Monstern präsentiert.

Ich krieg dich schon! ICH krieg dich schon! ICH KRIEG DICH SCHON!
Diese bieten nun neben einer gänzlich überarbeiteten KI auch jeweils von Monster zu Monster unterschiedliche Charakterzüge und verhalten sich je nachdem defensiver oder aggressiver. Vor allem aber Reihen sie sich diesmal in eine durchgehende Nahrungskette ein und attackieren und verspeisen einander auch in teilweise epischen Auseinandersetzungen, was der Spieler durchaus zu seinem Vorteil nützen kann. Dafür verfolgen euch die gigantischen Kreaturen auch gerne mal über die gesamte Map wenn es euch nicht gelingt, die für ihrer Größe oft erstaunliche flotten Giganten abzuschütteln oder euch dank der überarbeiteten Stealth-Mechanik vor ihnen zu verstecken.

Godzilla vs. Tarzan ?
Ebenfalls zum persönlichen Vorteil nützen lässt sich diesmal mehr denn je die Umgebung selbst. Egal ob ihr per neuem Greifhaken durch das Dickicht schwingt, Bäume fällt damit sich die Monster in deren Geflecht verfangen oder Staudämme einreißt, um euren Widersacher in dem neu entstandenen Wasserfall eine Klippe hinabzuspülen: Ein guter Jäger kennt sein Jagdgebiet in- und auswendig und verwendet es als seinen größten Verbündeten. Wer dies gut macht kann dadurch sogar einen Bonus beim anschließenden Ausnehmen seiner Jagdbeute erlangen. Ebenfalls deutlich erweitert und überarbeitet ist diesmal auch die Möglichkeit, den Wesen direkt ans Fleisch zu gehen.

Knuddeln!
Wie im 3DS-Vorgänger könnt ihr nämlich wieder über Bäume, Ranken oder Klippen direkt auf den Rücken eures Widersachers springen, müsst euch diesmal jedoch anschließend auch taktisch klug auf diesem positionieren bevor ihr beginnt wie wahnsinnig auf euer Opfer einzustechen. Denn die Monster werden alles tun um euch abzuschütteln, sich gegen Felswände und Bäume werfen oder einfach in die Luft fliegen und euch quer durch die Map tragen während sie Feuerstöße in eure Richtung abgeben und wild durch das Dickicht trudeln. Dafür könnt ihr wenn ihr euch besonders gut positioniert habt einen aufgeladenen Schlag mit eurer Hauptwaffe auf sie abgeben, der das Untier in den meisten Fällen glatt von den Beinen fegen wird.

See my Vest, see my Vest, Made from real Rathalos Chest 
Die 14 bekannten Waffentypen wird es in gewohnter Form auch in Monster Hunter World geben. Diese lassen sich wieder serientypisch ebenso wie Rüstungen aus den Dutzenden erlegbaren Monstern und den von diesen ausgeweideten Teilen anfertigen. Auch bekannte Items wie gebratenes Fleisch um eure Ausdauerleiste zu vergrößern, Fallen, euren Grillspieß und Bomben wird es wieder geben. Diese werden jedoch nicht wie bisher üblich umständlich durch eine Leiste oder aus dem Inventar ausgewählt, sondern zugänglich über ein neues Auswahlrad mit dynamisch wechselbaren Konstellationen von jeweils acht Items. Auch Tränke für Hitze- und Kälteschutz werden wieder mit von der Partie sein, in manchen Gebieten aber dank des neuen Tag- Nachtwechsels sogar je nach Tageszeit beide bei ein und demselben Jagdtrip relevant bleiben. Dafür können Spieler sich nun auch dynamischer denn je auf die Begebenheiten einstellen und sogar mitten während eines Trips Ausrüstungsgegenstände und Waffen wechseln. Die neuen Mäntel bieten außerdem zusätzliche Fertigkeiten in Form von Buffs, die es entweder leichter machen, Monster auf euch aufmerksam zu machen, euch vor ihnen zu verstecken oder andere Boni gewähren.

S.O.S please someone help me, it’s not healthy!
All dies wird euch jedoch erstmalig sogar vertont in Form von Quests und durch ein ausführliches Tutorial erklärt, um auch vollkommenen Neulingen den Einstieg in die Serie zugänglich zu machen. Dank der Option ein SOS-Signal in die Luft zu schießen und dadurch jederzeit Unterstützung von euren Freunden oder hilfsbereiten Fremden anfordern zu können, braucht außerdem niemand mehr alleine an einem übermächtigen Gegner zergehen.

Ersteindruck 
Als absoluter Fan, der in den letzten Jahren buchstäblich Hunderte Stunden in die verschiedenen Ableger der Serie gesteckt hat, macht mir erstaunlicherweise keine der Änderungen an der Monster Hunter-Grundformel Angst. Im Gegenteil wirken diese zeitgemäß und gut inkludiert, ohne die Qualitäten der Serie zu sehr zu verwässern. Monster Hunter World sieht fantastisch aus und könnte dank des dezent zugänglicher gemachten Gameplays endlich der Ableger werden, der dem Franchise die weltweite Aufmerksamkeit bringt, die es seit Jahren verdient hat. Ich jedenfalls entstaube schon einmal mein Jagdhorn, damit ich bereit bin wenn Monster Hunter World weltweit Anfang 2018 für Xbox One, PS4 und PC erscheint. (bz)