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Preview: Mass Effect Andromeda

BioWares Sci-Fi-Reihe Mass Effect erfreut sich aus vielerlei Gründen seit ihrem Start im Jahr 2007 großer Beliebtheit. Sei es das liebevoll erdachte Universum, das taktisch intensive Kampfsystem, die vielschichtigen Charaktere oder die Tatsache, dass mit den meisten von ihnen im Verlauf der Geschichte ins Bett gehüpft werden kann. Im Jahr 2012 endete die Serie und vor allem die über drei Teile, unzählige Comics und Bücher aufgebaute Story rund um Commander Shepard und der Reaper-Gefahr in Mass Effect 3. Diesen Abschluss nahm sich BioWare zum Ansporn, um mit dem nächsten Teil das Konzept und die Geschichte der Serie nach ausreichend Überlegungszeit fast in einer Art Reboot komplett aufzubrechen. Aufbruch dabei im doppelten Sinne, denn 600 Jahre nach dem Ereignissen des Vorgängers entscheidet sich die Bevölkerung der Milchstraßen-Galaxie umzuziehen und in die Lichtjahre entfernte Andromeda-Galaxie aufzubrechen und ihr seid als Pathfinder Scott oder Sara ganz vorne mit dabei. Willkommen bei Mass Effect Andromeda.

Dann mach ich mich eben in meine eigene Galaxie auf, mit Black Jack und Hoffnung.
Mit dem Abschluss der Reaper-Storyline möchten die Entwickler auch mit der düsteren „Untergang des Universums durch eine scheinbar unbesiegbare Bedrohung“-Stimmung abschließen und Themen wie Hoffnung und Entdeckergeist sowie weniger schicksalsträchtige Ereignisse in den Vordergrund stellen. Als Pathfinder ist es eure Aufgabe mit eurem Schiff, der Tempest, und einer fähigen sich ständig erweiternden Crew von Spezialisten auf Erkundung durch diese noch so gänzlich unbekannte Galaxie zu ziehen und neue Heimaten für die tausenden Milchstraßenbewohner zu finden, welche gerade in gigantischen Archen in der neuen Galaxie ankommen. Von Kroganer bis Asari wurden in diesen auch nahezu sämtliche aus den Vorgängern bekannten Völker mit nach Andromeda genommen.

Racial- und Gender-Diversity vom feinsten.
Eine ähnliche Diversität bietet dementsprechend auch euer Team, welches sich anfangs aus den menschlichen Soldaten Cora und Liam, der Asari und Technologie-Expertin Peebee, dem kroganischen Vetereanen Drack, sowie dem salarianischen Piloten Kallo Jath zusammensetzt. Später sollen dann noch die turianerischen Schmugglerin Vetra und ein Vertreter der Angara – einer der neuen, in Andromeda heimischen Rassen – namens Jaal sowie viele andere zu euch stoßen können. BioWare ist hierbei laut eigenen Angaben durchaus bewusst, in welch große Fußstapfen die neuen Charaktere nach Fanlieblingen wie Garrus und Tali zu treten haben und es will sich deswegen viel Zeit gelassen werden, diese langsam und stimmig an den Spieler heranzuführen.

Dyyynaaamic Entry
Der eigene Spielercharakter darf natürlich wieder in einem umfangreichen Charakter-Editor erstellt werden. Die beiden wählbaren Charaktere Scott und Sara sind zudem gänzlich eigenständig, wobei der jeweils nicht gewählte weiterhin ein Teil der Geschichte bleibt. Außerdem muss diesmal nicht zwischen einer von sechs Klassen entschieden werden, sondern lediglich ein Profil gewählt werden, welches jederzeit auch mitten im Kampf gewechselt werden kann. Die Fähigkeitenbäume teilen sich zudem wieder in Kampf, Tech und Biotik auf und bieten vom Entzünden bis zu Telekinese und Teleportation eine Vielzahl von erlernbaren und verbesserbaren Fertigkeiten. Diese lassen sich diesmal in Loadout-Gruppen von jeweils drei mitsamt den wechselbaren Profilen zu bis zu vier verschiedenen Favoriten-Gruppen zusammenschließen und dynamisch während der Kämpfe wechseln, um so völlig neue abwechslungsreiche Taktiken und Strategien umsetzen zu können.

Auch Weapon-Diversity-Aktivisten sind zufrieden
Waffen sollen diesmal in den Kategorien Nahkampf, Pistole, Sturm- und Scharfschützengewehr sowie Schrotflinte erstellt und benannt werden können. Neben den aus der Milchstraße bekannten projektilbasierten Waffen, teilen sich diese nun auch noch in Remnant-Strahlenwaffen und Helios-Plasmawaffen auf, welche jeweils eigene Vor- und Nachteile mit sich bringen. So benötigen die Remnant-Waffen keine Munition und erhitzen lediglich, während die Schüsse der Helios-Waffen langsamer fliegen aber dafür zielsuchend sind. Dank eines kleinen Jetpacks seid ihr außerdem in der Lage, blitzschnelle Seitensprünge zu vollziehen sowie kurz durch die Luft zu schweben und eure Gegner von oben ins Visier zu nehmen.

I hope you no mad?
In euren Missionen werdet ihr meist auf verschiedenste Planetenoberflächen gesandt, auf denen ihr dann mit einem ebenfalls personalisierbaren Landfahrzeug – genannt Nomad – durch weitläufige Areale streift und euch so von Zielort zu Zielort bewegt. Um die Steuerung des Nomad so zufriedenstellend wie möglich zu halten, wurde sogar das Entwicklerstudio Ghost Games zu Rate gezogen, welches sich zuletzt für den 2015 erschienen Need for Speed-Reboot verantwortlich zeigte. Seid ihr an einem der Zielorte angekommen, heißt es meistens Gefahren zu beseitigen, wichtige Gegenstände aufzufinden oder mit Einwohnern zu kommunizieren.

Wo sind die Browncoats?
Besagte Kommunikation soll diesmal eingängiger denn je gehalten werden und dem Spieler wieder eine Vielzahl von möglichen Dialogoptionen bieten, die für einzelne Charakter, Planeten oder sogar ganze Systeme relevante Folgen nach sich ziehen können. Neben einer Vielzahl solcher Planeten und Systemen sollen außerdem zwölf HUDs angeflogen werden können, die sich von der Citadel-artigen Nexus Arche bis zu der ein wenig an Firefly und dessen Wild West-Sci-Fi-Setting erinnernden Stadt Kadara strecken und jeweils eine Vielzahl von interessanten Storylines bieten sollen. Trotz dieser Ausmaße verspricht BioWare aber, dass bei den Missionen zu jedem Zeitpunkt Qualität über Quantität gestellt wurde und sich jede Aufgabe „bedeutsam“ anfühlen soll.

Ersteindruck
BioWare scheint mit Mass Effect Andromeda einen sehr guten Weg zu beschreiten. Der Abstand von den schicksalsschwangeren Vorgängern wird der Serie gut tun und die frische, unverbrauchte Andromeda-Galaxie lädt zum Erforschen ein. Detailänderungen an Gameplay und Dynamik des Kampfsystems wirken alle gut angebracht und die Vorstellung mit der Tempest, dem Nomad und einer interessanten neuen Crew auf unbekannte Planeten zu reisen, lässt den baldige Release des Titels gar nicht schnell genug näher kommen. Es bleibt nur zu hoffen, dass BioWare das Versprechen der „bedeutsamen“ Missionsstruktur auch erfüllt und vielleicht der ein oder andere Blick auf Open-World-Vorzeigetitel Horizon Zero Dawn geworfen wurde, sodass Mass Effect Andromeda nicht an seiner Größe erstickt, wenn es am 23. März für PS4, Xbox One und PC erscheint.

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