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Preview: Halo Wars 2 im Hands-On

Kommt man bei einer Diskussion auf Echtzeitstrategiespiele für Konsolen zu sprechen, fällt meist nur einige Sekunden später der Name Halo Wars. Dem Spiel gelang es auf der Xbox 360, das typische Gameplay inklusive dem Basenbau mit Controller-Steuerung auf den TV-Schirm zu übertragen. Selbst PC-Besitzer blickten neidisch auf dieses Spiel, doch alle Hoffnungen auf einen baldigen Nachfolger wurden mit der Schließung der mit der Entwicklung betrauten Ensemble Studios (Age of Empires) schnell zerstreut. Nun, sieben Jahre danach, wurden die Arbeiten am lang erwarteten Nachfolger doch beendet. Was damals die Macher von Age of Empire waren, sind heute The Creative Assembly mit ihrer Total War-Serie. Wir konnten vor wenigen Tagen bereits ausgiebig die finale Version des Spiels auf einem Event in München spielen und mit dem Creative Director von Halo Wars 2 über sein neues Spiel sprechen.

Das Herz von Halo Wars 2 soll auch diesmal wieder eine umfangreiche und ansprechende Kampagne sein. War die Story des ersten Teils noch vor dem ersten Halo angesiedelt so ist man nun in der gleichen Zeitebene mit den Geschehnissen aus Halo 5. Möglich macht das der Umstand, dass sich die Besatzung der Spirit of Fire am Ende Halo Wars einfrieren ließ, weil die komplette Antriebsenergie für den Bau einer Waffe genutzt werden musste. 28 Jahre später erwachen Captain Cutter und seine Besatzung und haben keine Ahnung, was vor sich geht. Wer Halo Wars 2 spielen möchte und weder Halo 1-5, Reach & Co, die diversen Comicserien sowie Romane konsumiert hat, ist in genau der gleichen Ausganglage. Dadurch ist das Spiel auch ganz nebenbei ein idealer Einstiegspunkt in das Halo-Universum. Nur gut, dass ihr die KI Isabel befreit, die euch nach und nach mit allerlei Wissen füttert. Der Hauptteil der Handlung führt durch die abwechslungsreichen Gebiete einer gigantischen Arche. Diese Station der Blutsväter, die auch für den Bau der Halo-Ringwelten verantwortlich waren, verfügt über verschiedene Klimazonen, in denen verschiedene außerirdische Rassen angesiedelt wurden. Dadurch kämpft ihr in der Wüste, im arktischen Eis und das nächste Mal in einem fast schon idyllischen Waldgebiet. Für eine spektakuläre Inszenierung der Handlung sorgen beeindruckende Zwischensequenzen der Blur Studios. So entwickelt sich schnell eine packende Story rund um die Schlacht über die Vormacht über die Arche und ihr tretet mit dem Jiralhanae Atriox und seinem Gefolge gegen einen oftmals mehr als ebenbürtigen Gegner an.

Beim Gameplay baut man auf das solide Grundgerüst des Vorgängers und geht zugunsten der Spielbarkeit auch einige Kompromisse ein. Ein freier Basenbau ist weiterhin nicht möglich, diese können nur auf vorgegebenen Feldern errichtet werden und oftmals müsst ihr euch entscheiden, welche Erweiterungen ihr aufbaut. Zwar gibt es diesmal zwei entscheidende Ressourcen für die Weiterentwicklung der Basis, Forschung und den Bau von Einheiten, doch können beide auch direkt von Gebäuden in eurer Basis erzeugt werden. Doch schon hier ist die richtige Taktik entscheidend: Baut ihr zuerst eine zweite Kaserne oder lieber doch einen weiteren Forschungsreaktor?

Denn der Feind schläft nicht und während ihr versucht einen entscheidenden Schlüsselpunkt einzunehmen kann es passieren, dass er euch in den Rücken fällt und die Basis auslöscht. Habt ihr richtig gepokert und den Level abgeschlossen? Oder seid ihr kurze Zeit später hoffnungslos eingekesselt?

Während das Spiel auch den Geist seiner Vorväter wie Command & Conquer atmet, habt ihr in den Missionen auch immer das Gefühl, einen typischen Halo-Titel zu spielen. Das liegt einerseits an den typischen Einheiten, ihren Spezialfähigkeiten, Bewegungsanimationen und Geräuschen. Aber auch Musik, Tempo und das fordernde sowie abwechslungsreiche Missionsdesign, findet man so in diesem Genre heute an keiner anderen Stelle. Genauso wenig wie den echten Koop-Modus bei dem ihr mit einem Freund gemeinsam die Story durchspielen könnt.

Ihr dürft aber nicht nur miteinander spielen, sondern auch in allerlei Modi und Maps gegeneinander antreten. Sowohl auf dem PC als auch auf der Xbox One konnten wir einige 3-gegen-3-Schlachten absolvieren und auch hier zeigt sich, dass geschicktes Taktieren und Einnehmen von bestimmten Punkten in den Maps der Weg zum Erfolg sind. Dank des schnellen Gameplays werden hier auch Strategiemuffel beim koordinierten Spiel mit Freunden auf ihre Kosten kommen. Es ist auch möglich, dass sich ein Spieler nur auf die Erzeugung von Ressourcen konzentriert und diese den anderen Spielern zu Verfügung stellt, die ihn im Gegenzug schützen und schneller eine schlagkräftige Armee aufbauen können.

Komplett neu, überraschend schnell und frisch spielt sich der Blitz-Modus. Dieser darf sowohl alleine gegen die KI ihn einer Art Horde-Modus gespielt werden, in dem ihr eine Welle nach der anderen von der Map fegen müsst, oder vor allem auch im Multiplayer gegen menschliche Kontrahenten. Das Besondere: hier gibt es keinen Basenbau. Vor dem Match stellt sich jeder Spieler ein Deck aus Spielkarten zusammen. Mit deren Hilfe können danach in der Schlacht bestimmte Einheiten ins Feld geschickt werden oder auch Spezialitäten angeordnet werden. Während eine Multiplayerschlacht in Halo Wars 2 schon einmal auch gut eine Stunde dauern kann, ist bei Blitz der Name Programm und nach 10 Minuten ist die Runde meist geschlagen. Alle Blitz-Modi könnt ihr nicht nur alleine spielen, sondern auch kooperativ mit Freunden gegen die KI oder gegnerische Spieler. Doch wo viel Licht ist, liegt meist auch etwas Schatten. Wie so oft wenn es um Spielkarten geht gibt es auch die typischen Sammelkarten-Päckchen mit neuen Einheiten und Booster-Karten. Diese können zwar erspielt werden, schneller geht es aber natürlich, wenn ihr euch zusätzliche Päckchen mit Echtgeld im Shop kauft. Halo Wars 2 ist zwar beileibe nicht das erste Spiel mit diesen Praktiken, ein bitterer Beigeschmack bleibt aber auf jeden Fall erhalten, zumal sich natürlich gerade dieser Modus sowohl für Fortgeschrittene als auch Casual-Gamer richtet. (Info: Spielt den neuen Halo Wars 2 Blitz-Modus kostenlos in der Multiplayer Beta vom 20. bis 30. Januar auf Xbox One und Windows 10) Angesichts des restlichen Pakets ist das auf keinen Fall ein Deal-Breaker. Holt ihr euch die rund 90 Euro teure Ultimate Edition gibt es nicht nur die Xbox One- und PC-Fassung, sondern auch den Season Pass und vor allem mit Halo Wars: Definitve Edition den ersten Teil für die Xbox One und erstmals auch den PC.

Alistair Hope, Creative Director bei The Creative Assembly, stand uns in einem Interview Rede und Antwort. Dieses werden wir im Rahmen des Reviews Anfang Februar veröffentlichen.

Info: Mehr zu Halo Wars 2 gibt es ab dem 21. Januar in der ersten Folge des neuen Gameminds Podcast zu hören.

Angespielt-Meinung:
Was hätte ich doch gerne die augenscheinlich fertige Version gleich mitgenommen. Nur gut, dass Halo Wars 2 bereits am 17. Februar erscheint. Ich habe vorab noch einmal das erste Halo Wars auf der Xbox 360 gespielt und flog mit einer ordentlichen Portion Vorfreude nach München. Nach rund drei Stunden mit diversen Spielmodi kann ich guten Gewissens sagen, dass Halo Wars 2 ein würdiger Nachfolger ist. Egal ob auf dem PC mit Maus und Tastatur oder auf der Konsole mit dem Joypad: die Steuerung geht sehr gut von der Hand und die Präsentation ist top. Gameplay und Story richten sich an Genreeinsteiger, bieten aber genug Tiefgang, um auch eingefleischte Halo– und Strategiefans bei der Stange zu halten. Auf die Plätze, fertig… Blitz-Modus.

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2 comments

  1. Wann kommt denn das review? Noch vor release?