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Brettspiel Review: Murder Mystery Party – Tödlicher Wein

Krimi Dinner, nette Abende mit Freunden und Bekannten, bei denen man bei einem guten Essen einen Kriminalfall löst, erfreuen sich seit vielen Jahren stetig steigender Beliebtheit. Ob man nun bei diversen Anbietern eine solche Erfahrung bucht oder bereits vorgefertigte Geschichten kauft und in den eigenen vier Wänden organisiert, für jeden ist hier etwas dabei.

Spielmaterial

Nun hat sich KOSMOS diesem Trend angenommen und die Murder Mister Party Reihe veröffentlich, bis dato gibt es drei Fälle, bei denen in verschiedenen Szenarien Verbrechen gelöst werden müssen. Den Fällen liegen neben einer Spielanleitung noch Einladungskärtchen samt Umschlägen, Rollenhefte, Namensschilder und verschiedene Hinweise bei, mit denen man, abgesehen von den Dinner Vorbereitungen, gleich loslegen kann. Empfohlen wird das Spiel ab 16 Jahren, die Spieldauer wird mit „einem Abend“ angegeben. Neben dem eigentlichen Kriminalfall enthält die Box umfangreiches Material zur Planung des Krimi-Dinners samt Speiseplänen und Rezepten vom opulenten 5-Gänge-Menü bis hin zu Vorschlägen für passende aber einfache Snacks, To-Do-Listen, Musiktipps und Deko-Ideen.

In Murder Mystery Party – Tödlicher Wein, das uns dankenswerterweise von KOSMOS zur Verfügung gestellt wurde, treffen sich 6 – 8 Spieler*innen zum Dinner und schnell wird klar, dass einer der Anwesenden Barry Underwood auf dem Gewissen hat. Dessen Leiche ist 5 Jahre nach dem letzten Aufeinandertreffen der übernommenen Charaktere endlich im Weinkeller aufgetaucht, galt er doch bisher nur als vermisst. Die Mitspieler*innen, optimalerweise verkleidet, erhalten ihre Rollenhefte, in denen sie schon einiges über ihre Charaktere und die Situation erfahren. Das Spiel beginnt durch eine kurze Einführung von Brigit Bordeaux, welche via KOSMOS-Erklär-App vorgespielt werden kann. Runde um Runde lesen nun die Charaktere gemeinsam kurze Dialoge, gefolgt von gegenseitigen Befragungen, die Motiv, Tathergang und begleitende Umstände des Mordfalls ans Tageslicht bringen sollen. Den Spieler*innen werden in den Rollenheften Informationen über die Konkurrenz zur Verfügung gestellt, die diese belasten könnten. Ebenso gibt es Hilfestellungen, wie in etwa mit Anschuldigungen der anderen Party-Gäste umzugehen ist. Am Ende einer Befragungsrunde wird dann mittels Audiomaterial die Runde zusammengefasst und die nächste Runde beginnt. Nach drei Runden geben alle einen Tipp für den Hauptverdächtigen ab, worauf der oder die Mörder*in und das Motiv bekanntgegeben wird.

Aufgrund mangelnder Vorbereitungszeit mussten wir uns für Snacks und gegen ein großes Festmahl entscheiden, was sich auf das weitere Spielgeschehen nicht wesentlich auswirkte. Alle Mitspieler*innen fanden dank der beigelegten Beschreibungen schnell in ihre Rollen, das Spiel konnte beginnen. Auch der Ablauf ging dank der relativ einfachen Regeln und der klaren Strukturierung schnell in Fleisch und Blut über. Es wurde gelesen, ausgefragt, diskutiert und vor allem viel gelacht, wenn in bester Agatha Christie Marnier Wendung um Wendung jagt und sich bei allen Mitspielern Motive für den Mord am armen Barry finden und immer mehr Geheimnisse auch zwischen den Charakteren gelüftet werden. Nach rund drei Stunden war es dann bei uns auch schon wieder vorbei und die meisten Mitspieler*innen hatten das Rätsel um Barrys Ermordung gelöst, der Gerechtigkeit konnte somit Genüge getan werden. Einige Details bei der Auflösung wunderten uns zwar ein wenig, wurden sie doch im Verlauf der Geschichte nicht angesprochen oder vielleicht aufgrund der Fülle an Informationen einfach überlesen. Dadurch erschien es uns eher als glücklicher Umstand, dass der richtige Täter beziehungsweise die richtige Täterin entlarvt werden konnten.

Krimi-Dinner Freunde schlagen zu, der Rest lässt sich am besten zu einer solchen Party einladen und erlebt hautnah, wie es den Zeugen und Verdächtigen in einem Fall von Miss Marple ergangen sein muss am eigenen Leib.

Fazit

Wertung

Uns hat wirklich überrascht, wie einfach und simpel das Konzept umgesetzt wurde. Schon mit relativ kurzer Einarbeitungszeit kann das Spiel gestartet werden. Die Rollenhefte geben genug Führung um immer voran zu kommen, wobei diese Vorgaben vielleicht auch etwas limitierend gesehen werden könnten. Improvisieren abseits der bereitgestellten Infos macht keinen Sinn, da dies wohl eher in einer Sackgasse enden würde. Das Spiel lebt auf jeden Fall vom Willen der Spieler*innen sich in die streng vorgegebenen Rollen hineinzuversetzen und diese vielleicht sogar mit verstellter Stimme und verkleidet zu verkörpern. Und wahrscheinlich würde ein tatsächliches Dinner samt Verkleidungen nochmal zur Stimmung beitragen. Vielleicht das nächste Mal!

User Rating: Be the first one !
Genre: Partyspiel
Verlag: Kosmos
Erschienen: 07/2019
Preis: UVP 22,99

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