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Kolumne: 2018 – Ein Blick nach vorne

Frohes neues Jahr! (Also, zumindest bald.) Fackeln wir nicht lange, werfen wir mal die Glaskugel an und schauen hinein. Was wird 2018 passieren?

Microsoft mit großen Signalen für die Zukunft

2017 ist die Xbox One X endlich erschienen. In den Monaten vor dem Release haben Microsoft-Mitarbeiter immer wieder ein Wort in den Mund genommen: „Premium“. Xbox One X sei eine „Premium-Konsole“. Das waren klare Signale an den Markt, im Sinne von „Stellt euch auf einen höheren Preis ein“. Dieser höhere Preis kam dann auch. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 499 Euro stieß Microsoft einige Spieler vor dem Kopf, die fest mit einem Kampfpreis von 399 Euro rechneten. Nach dem Launch der Xbox One X sendet Microsoft wieder Signale an den Markt.

Binnen drei Jahren möchte Microsoft einen Streamingdienst starten, der das Abspielen von Videospielen ohne Hardware ermöglichen soll. Das ist revolutionäre Absage an das klassische Konsolengeschäft. So ein Dienst ohne proprietäre Hardware würde das Geschäftsmodell der Konsolenhersteller auf den Kopf stellen, doch könnte sich hier eine Chance für Microsoft eröffnen. Software und Cloud sind das Metier des Microsoft-CEO Satya Nadella, das Hardwaregeschäft der Xbox könnte viel besser laufen und gegen den Konkurrenten Sony hat man die aktuelle Generation deutlich verloren. Diese Umstände könnten Microsoft die Streaming-Innovation aufzwingen. Mut zu solchen Schritten hat das Unternehmen schon mit dem Xbox Game Pass und der deutlichen Zusage an konsolenübergreifendes Cross-Play bewiesen.

Was aber bei all den zukunftsorientierten Signalen fehlt, sind immer noch die Exklusivspiele. Zwar soll auch hier mehr Investition stattfinden, doch dürften diese Projekte in einem sehr frühen Stadium stecken. Selbst wenn Microsoft von heute auf morgen drei neue Studios etabliert oder aufkauft: Bis diese Investition Früchte trägt, werden Jahre vergehen. So wird Microsoft auch 2018 ein gespaltenes Bild zeichnen. Das Bild eines Unternehmens, das sich offen Gedanken über die Innovationen der Zukunft macht, das Softwareangebot der Gegenwart aber immer noch zu vernachlässigen scheint.

Sehen wir die PS5?

2017 war in vielen Belangen ein „weiter so“-Jahr für Sony. Die PS4 ist immer noch mit weitem Abstand die erfolgreichste Konsole der aktuellen Generation (und konnte 2017 sogar das stärkste Black Friday-Geschäft ihrer Geschichte feiern), Sony bietet im Vergleich zu Microsoft immer noch viel mehr Exklusivspiele an und selbst die gezeigten Games auf Messen und Pressekonferenzen haben sich nicht wirklich verändert. The Last of Us Part II, Days Gone, Detroit, Dreams, Spider-Man und God of War sind immer noch in Entwicklung; diese Spiele müssen 2018 auch erscheinen. Das birgt Potenzial für ein wahnsinnig erfolgreiches Jahr, hinterlässt aber auch ein gigantisches Vakuum. Was kann Sony 2018 ankündigen? Welche Projekte stecken in der Pipeline? Und wann werden diese Spiele erscheinen? Diese Lücke könnte Sony aber auch als Chance sehen, einen ersten Blick auf die Zukunft zu gewähren: die PlayStation 5.

Nintendo weitet die Zielgruppe aus

Nintendo hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich und hat ein ebenso erfolgreiches Jahr vor sich. Auch wenn Zelda, Splatoon 2 und Mario schon erschienen sind, 2018 wird die Spieleflut merklich zunehmen. Jeder Indie-Entwickler und große Publisher ist nun vom Erfolg der jungen Plattform überzeugt und gerade aus Japan werden Remakes, Ports und komplett neue Spiele kommen.

Doch wo geht die Reise hin für Nintendo selbst? Das ganze Jahr 2017 über gab es immer wieder Indizien und Signale, die in eine Richtung deuten: Kinder.

Nutzergruppe mit viel Potenzial: Der aktuelle US-Nutzer der Switch ist im Durchschnitt zwischen 25 und 34 Jahren alt. Hier hat Nintendo also sehr viel Spielraum in der traditionell starken Zielgruppe der Kinder.

Mehr zum Thema: Wieso Frauen Nintendo Switch vom Erfolg zum Phänomen machen können

Nintendo möchte Spiele für Erwachsene: Ein Bericht des Wall Street Journals (eine der besten Quellen für Prozesse innerhalb von Nintendo) offenbarte, dass Nintendo Spiele für Erwachsene auf der Switch sehen möchte. Ein Blick auf das aktuelle und schon angekündigte Lineup gibt dieser Theorie auch Gewicht. DOOM, Wolfenstein 2, L.A. Noire, Bayonetta 3 und Gal Gun 2, das japanische Spiel mit halbnackten Frauen, haben herzlich wenig mit dem traditionellen Image Nintendos zu tun. Gekoppelt mit betont coolen Marketing der Switch ist hier ein klarer Trend zu erkennen.

CEO Kimishimas Teaser: Schon 2016 sprach Nintendos CEO Tatsumi Kimishima von „zusätzlicher Hardware“ für die Switch, die man wohl „Accessoires“ nennen könnte. Accessoire signalisiert etwas Neues, aber kein Pflichtkauf. Im Oktober wiederholte Kimishima diesen Hinweis und sprach von „neuen Wegen, Spaß mit der Switch zu haben“. Im jüngsten Interview spricht Kimishima von „neuen Gameplay-Erfahrungen“, die mittels der Joy-Con-Hardware ermöglicht werden sollen. „Neue Wege“ und „Spaß“ mit „Accessoires“, zusammen mit der klaffenden Lücke bei der Nutzergruppe, all das trifft sich in einer bestimmten Produktkategorie: Toys-to-Life.

Wie ambitioniert dieses Spielzeug im Endeffekt ist, wird sich zeigen müssen. Es könnte sich um einen „einfachen“ Scanner für Sammelkarten (oder Medaillen wie bei Yo-Kai Watch) handeln, es könnte aber auch komplexer sein und die verschiedenen Sensoren der Joy-Con-Controller verwenden. Es ist sicherlich nur ein Zufall, aber das aktuelle Nintendo-Patent zu einem autonom gehenden Spielzeugroboter signalisiert zumindest Ambitionen in Richtung „Spielzeug 2.0“. Allzu überraschend wäre dieses „Switch-Spielzeug“ auch nicht, kamen Fans doch schon bei den ersten Leaks auf eine ähnliche Idee.

2017 sollte die Switch besonders bei Erwachsenen beliebt sein, was den Verkaufszahlen nach auch geglückt ist. 2018 könnten nun die Kinder stärker im Fokus stehen. Angst vor einem Rückfall in alte Wii-Zeiten sollten Fans aber nicht haben. Die Retro Studios arbeiten immer noch an ihrem Spiel, nach all der Zeit wird es sich doch sicherlich nicht um ein neues Donkey Kong handeln. Und es ist ja nicht mehr nur Nintendo, die Spiele für die aktuelle Nintendo-Plattform entwickeln. Namen wie From Software, Capcom und andere werden auch dafür sorgen, dass alle Spaß mit der Switch haben können. Jung und alt.

Eine Theorie kann aber noch so schlüssig sein, am Ende sind Vorhersagen dieses volatilen Geschäfts hoch amüsant, aber auch immer undankbar. Lassen wir uns also von der Industrie überraschen. Ein schönes neues Jahr mit vielen spannenden Spielen, News und hoffentlich lesenswerten Kolumnen.

Alles Gute,

Konstantinos

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Notable Replies

  1. Shadoc says:

    Auf die Switch Zukunft 2018 freue ich mich schon, da kommt sicher wieder viel gutes.
    Der Rest naja, PS4 habe ich mittlerweile verkauft und spiele nur noch auf der Xbox (X), aber bei der MS Konsole darf man halt wirklich nichts mehr erwarten außer die typischen 8015 Multititel, kommt ja leider kaum noch Exclusives (wenn Forza nicht auf der Xbox Konsolenexclusiv wäre hätte ich mich für die PS4 Pro entschieden).

  2. amax says:

    Ich bin ja auch schon auf die kommende Nintendo Direct gespannt, was uns Nintendo da wohl so alles zeigen wird? Auf der PS4 freu ich mich auf Spiderman und, auch wenn der letzte Trailer recht arg war, auf The Last of Us 2.

    Switch mäßig mache ich mir keine Sorgen, von Kirby und Yoshi wissen wir ja schon, dass sie nächstes Jahr erscheinen werden (Jump´n´Runs sind bei mir immer gerne gesehen), auch ein neues Fire Emblem soll ja 2018 kommen. Ich hätte auch nichts gegen ein neues (altes) Mario, vielleicht ja mal wieder im 2D Look. Außerdem werden die Indies nächstes Jahr wohl auch einiges wieder abliefern. Gespannt bin ich, ob wir nächstes Jahr wirklich schon ein neues Pokémon sehen und spielen werden.

  3. Gatar says:

    2017 war ein extrem starkes Jahr. Hab noch einige Titel auf meiner Wunschliste die ich noch spielen will und 2018 geht es stark weiter.
    Softwarenachschub für meine PS4 gibt es zu Hauf. Mal sehen was Nintendo jetzt ankündigt. Jetzt nach Mario gibt es aktuell nichts auf was ich mich so richtig freue. (Bayonetta 3 könnte gut werden) Die ganzen Umsetzungen mit schlechterer Grafik interessieren mich überhaupt nicht. Das Killer Featture “Handheldmodus” ist mir völlig egal. Ich hoffe da aber auf interessante Ankündigungen von Nintendo Titeln. Mal sehen.

    Die Xbox wird es diese Generation wohl nicht mehr schaffen von mir gekauft zu werden. Ich plädiere auf eine Besserung und eine Abwärtskompatibilität bei der Xbox Two (sollte in der Form überhaupt noch eine Konsole kommen).

  4. Auf der PS4 soll Detroit Become Human endlich erscheinen und die Xbox bekommt hoffentlich bald Halo 6 - Halo rules! Und um die Switch mache ich mir für 2018 keine Sorgen.

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