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DOOM Nintendo Switch

DOOM auf Nintendo Switch angespielt: Unser Ersteindruck zum Shooter-Port

„Can it run DOOM?“ Dieser Running Gag im Internet spielt darauf an, dass id Softwares bahnbrechender Shooter aus dem Jahr auf den absurdesten Geräten läuft, solange diese über einen Bildschirm verfügen. Das von Legenden der Videospielindustrie (darunter John Romero, American McGee und John Carmack) entwickelte Spiel kann unter anderem auf Taschenrechnern, dem Touch Bar des MacBook Pro und auf einem Smartphone, das selbst nur in einer Unreal Engine 4-Szene existiert, gezockt werden.

Auch Nintendo Switch ist ohne Zweifel leistungsstark genug, um den Klassiker zum Laufen zu bringen. Es war dann doch überraschend, dass stattdessen der DOOM-Reboot von 2016 Ende des Jahres für die neue Nintendo-Konsole veröffentlicht wird. Ein Titel, der ursprünglich für die leistungsstärkeren Konsolen PS4 und Xbox One sowie PCs erschien. Wir konnten im Rahmen eines Besuchs bei Bethesda in Frankfurt eine fast fertige Version der Portierung anspielen – und wurden positiv überrascht!

DOOM Nintendo Switch

Nötige Abstriche

Die schlechte Nachricht gleich vorweg: DOOM basiert zwar auf der unglaublich optimierten und skalierbaren id Tech 6 Engine, die Framerate von 60fps der anderen Fassungen konnte auf Nintendo Switch aber nicht beibehalten werden. Das Spiel läuft sowohl im Handheld- als auch im Dock-Modus mit 30fps bei einer Auflösung von maximal 720p. Maximal, weil die Auflösung dynamisch skaliert wird, um die Framerate beizubehalten. Bethesda hat bisher nur den Handheld- und Tabletop-Modus demonstriert und in diesem Szenario heißt das, dass DOOM oft unter 720p läuft und verschwommen aussieht – die Benutzeroberfläche ausgenommen.

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Jetzt die gute Nachricht: Die im Vergleich zur knackscharfen Darstellung auf anderen Plattformen verwaschene Optik tritt schon wenige Minuten nach dem Spielstart in den Hintergrund. Zurück bleibt das hervorragende DOOM-Gameplay – und das auf einem Handheld: Schießen, Dämonen mit bloßen Händen in Stücke reißen und über die Oberfläche des Mars hetzen. Auf dem kompakten Bildschirm sieht es äußerst beeindruckend aus, denn trotz reduzierter Modellkomplexität und weniger Texturdetails bleiben Spezialeffekte wie Tiefenschärfe und Licht- sowie Partikeleffekte intakt. Die besonders tolle Bewegungsunschärfe kann sogar ein wenig über die halbierte Framerate hinwegtäuschen.

Noch dazu bietet das Spiel fast den kompletten Funktionsumfang. Die Solo-Kampagne samt Arcade-Modus wird als Cartridge ausgeliefert, der etwa 9 GB große Multiplayer-Part muss als kostenloses Update heruntergeladen werden. Zusätzlich sind alle erschienenen DLCs enthalten, lediglich der SnapMap Level-Editor musste gestrichen werden.

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Beeindruckend … für einen Handheld

All dieses Lob bezieht sich auf die Darstellung des Spiels auf dem Switch-Bildschirm. Und auf diesem sollte auch gespielt werden. Wenn man die Absicht hat, DOOM vorwiegend auf einem Fernseher zu zocken, sollte nach Möglichkeit PS4, Xbox One oder PC gegriffen werden. So beeindruckend dieser Port eines großen AAA-Spiels auf Tablet-Hardware auch sein mag, die Abstriche sind voraussichtlich nur im Handheld- oder Tabletop-Modus verschmerzbar.

Darüber hinaus sollte mit dem Pro Controller gespielt werden. Die Analogsticks der Joy-Con sind okay, aber durch ihre geringen Wege von der Mitte bis zum Rand nicht ideal für die traditionelle Shooter-Steuerung. Der „ausgewachsene“ Controller sorgte augenblicklich für ein besseres Spielgefühl, nachdem wir im Hands-on eine Weile im Handheld-Modus gespielt hatten.

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Ersteindruck

DOOM auf Nintendo Switch ist der visuell fortschrittlichste Ego-Shooter auf einem Handheld, der bis zu diesem Zeitpunkt vorgestellt wurde. Abstriche wie (zu einem großen Teil stabile) 30fps und verschwommene Grafik sind leicht verschmerzbar, wenn man den Dämonen als „DOOM Guy“ auch in der U-Bahn zeigen kann, wo der Hammer hängt. Das heißt aber auch, dass der Port vorwiegend für alle interessant ist, die Nintendo Switch als Handheld-Konsole verwenden.

DOOM erscheint Ende 2017 für Nintendo Switch.

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