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Destiny 2

Destiny 2: Unser Fazit zur Kampagne

Das ist der zweite Teil unserer Reise durch Destiny 2. Unseren Ersteindruck könnt ihr hier nachlesen. Jetzt haben wir die Kampagne des Spiels bezwungen, daher hier das Review-Update zur Story des Shooters von Bungie und Activision.

Zum Thema: Mittlerweile ist das finale Fazit inklusive Wertung zu Destiny 2 erschienen

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Destiny-Handlung für Anfänger

Die eigentliche Handlung von Destiny ist ziemlich interessant. Eine mystische Gott-Kugel namens der Wanderer besucht die Erde, läutet ein Goldenes Zeitalter der Menschheit ein und segnet sie mit ihrer mystischen Kraft namens Licht. Daraufhin vollzieht die Menschheit Quantensprünge in der Wissenschaft. Gleichzeitig jedoch werden die Menschen auch faul. Freudetrunken vom Segen des Wanderers vergessen die Menschen, unabhängig und eigenständig zu sein. Was dazu führt, dass unterschiedliche Aliens die Erde angreifen und die Menschheit in eine einzige Stadt zurückdrängen. Um sich verteidigen zu können, wählt der Wanderer verstorbene Krieger aus, und gibt ihnen ein Teil seines Lichtes. Mit dem Licht können sie wiedergeboren werden und erhalten besondere Kräfte im Kampf.

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Die neue Bedrohung

Ja, das alles steckt drin in Destiny. Möchte man kaum glauben, wenn man den Flickenteppich einer Handlung in Destiny 1 gespielt hat. Destiny 2 setzt hier an und nutzt einen Trick, um einen unkomplizierten Neustart hinzulegen. Die Rote Legion greift die letzte Stadt der Menschheit an. Ihr Anführer Ghaul ist neidisch auf das Licht des Wanderers und möchte es für sich beanspruchen, indem es die Macht des Wanderers einsperrt. Also wird die Stadt gleich am Anfang eingenommen und die Menschheit muss sich, ganz ohne das Licht des Wanderers, von alleine wieder aufbauen. Das ist eine interessante Prämisse für Destiny 2, das Potenzial wird im Endeffekt aber nicht wirklich genutzt.

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Hübsch, aber gleich

Jede Mission in Destiny 2 spielt sich gleich. Gehe zu dem Punkt, aktiviere einen Schalter, schalte herannahende Gegner aus, gehe zum nächsten Punkt, schalte alle Gegner aus und am Ende winkt vielleicht ein größerer Gegner. Ein paar wenige Fahrzeugabschnitte gibt es auch noch, die natürlich an Halo erinnern. Vielseitig ist die Kampagne also wirklich nicht. Was sie trotzdem spielenswert macht, sind die verschiedenen Orte, die alle einen ganz eigenen Charme haben. Die Erde erinnert mit ihren Wäldern und der zügellosen Natur an Horizon: Zero Dawn oder The Last of Us. Der Saturn-Mond Jupiter überrascht mit einem Bild aus Weltraum-Meer und Bohrinseln und verlangt sogar nach durchaus präzisen Sprüngen. Der Kleinplanet Nessus hingegen ist eine interessante Mischung aus fremder Natur und hochentwickelter Technologie. Auch wenn man eigentlich überall das Gleiche macht, das „Überall“ sieht immer anders und immer sehr gut aus. Man merkt, wie viel Geld hier geflossen ist. Destiny 2 ist ein schönes Spiel und die Kampagne ist die Stadtrundfahrt.

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Jetzt emotional, jetzt witzig!

Die Handlung überrascht nicht, aber der Schurke deutet zumindest Anzeichen eines interessanten Charakters an. Allerdings wird das Potential kaum ausgeschöpft und im Endeffekt ist die Rote Legion nicht viel mehr, als die Schurken einer wöchentlichen TV-Serie. Plötzlich sind sie da, plötzlich sind sie auch wieder weg. Das Ende ist trotzdem zufriedenstellend und lässt viel Freiraum für interessante Handlungsstränge in der Zukunft. Das Hauptproblem der Kampagne sind aber weder die gleichen Missionen noch eine mäßig interessante Handlung. Es ist der Ton, der wie wild zwischen emotional traurig und verspielt witzig hin und her springt. Vielen war Destiny 1 mit seiner mystischen Gottes-Kugel und seinen mystischen Lichtkriegern namens Hütern, die gegen das ominöse Böse namens Dunkelheit kämpfen zu dick aufgetragen.

Destiny 2 steuert dem mit Witzen und locker geschrieben Charakteren entgegen, verfehlt das Ziel aber um etliche Meilen. Zu Beginn der Handlung drückt das Spiel ordentlich auf die emotionale Schiene, was schlicht gekünstelt wirkt und nicht funktioniert. Später trifft der Hauptcharakter auf eine beschädigte künstliche Intelligenz, deren Dialog voller schlechter Witze ist und die ich am liebsten für immer ausschalten würde. Es ist sicherlich nicht einfach ein riesiges Epos mit persönlichen Akzenten aufzulockern, aber Destiny 2 ist ein gutes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Ob nun emotional tragisch oder total witzig und locker; es ist zu extrem und passt einfach beides nicht.

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Das soll aber nicht weiter stören. Wer einen guten Shooter spielen möchte und sich an wunderschönen Kulissen erfreuen kann, wird Spaß mit der Kampagne haben. Grafik und Musik sind herausragend, die Orte haben allesamt ihren eigenen Charme und die Zwischensequenzen sind hübsch anzusehen. Nur Gameplay-Vielfalt darf man nicht erwarten. Ihren Zweck erfüllt die Kampagne tadellos. Man schießt, man levelt auf, man schaltet neue Waffen und neue Missionen frei. Und am Ende winkt, wofür sich die meisten Destiny 2 überhaupt erst geholt haben. Das Endgame.

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