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Atari VCS vor dem Aus? Hauptverantwortlicher Entwickler beendet die Zusammenarbeit

Wie die Internetseite The Register berichtet, hat der Hauptverantwortliche Entwickler der Retrokonsole Atari VCS Rob Wyatt und seine Firma Tin Giant und damit auch alle Ingenieure des Motherboards am 04.Oktober 2019 das Projekt verlassen, nachdem sie seit sechs Monaten nicht mehr von Atari bezahlt wurden. Somit wird eine Fertigstellung der Konsole für März 2020 unwahrscheinlich. Die Aufgabe die Hardware fertigzustellen wird wahrscheinlich SurfaceInk übernehmen, welche ebenfalls für die Fertigstellung der Konsole von Atari beauftragt wurde.

Wie The Register nach zwei wöchiger Recherche, nachdem Atari sich weigerte Informationen über das VCS zu liefern, herausgefunden hat, soll es allgemein sehr bescheiden um das Projekt stehen. So wurde die Entwicklung der Hard- und Software erst zwei Tage vor Ende der Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo beauftragt. Insider der Spielebranche stellten sofort die Frage, ob der angegebene Veröffentlichungszeitraum bis Juni 2019 überhaupt eingehalten werden kann, da das Entwerfen und Testen neuer Hardware recht zeitaufwändig ist. Der Termin wurde dann im März 2019 verschoben und auf der E3 in Los Angeles, zusammen mit der Ankündigung einer besseren Hardwareausstattung, auf März 2020 verschoben. Der dort ausgestellte Prototyp war ohne funktionierende Hardware, da das erste Prototyp-Motherboard erst im September 2019 von Wyatt fertiggestellt wurde. Auch ein eigenes Atari-Betriebssystem und einen Atari-Store, wie bei Konsolen üblich, wurden aus Kostengründen gestrichen. Damit scheint die ehemals als Ataribox angekündigte Konsole, ein ganz normaler Linux Rechner zu werden, auf dem eigene Programme installiert und ausgeführt werden können. Außer der Ankündigung vom Retro-Streaming-Service Antstream, eine eigene Version von Antstream Arcade auf der Konsole zu veröffentlichen, gibt es bisher auch keine Unterstützung von Softwareherstellern, da diese durch das Fehlen eines eigenständigen Betriebssystems und damit von Sicherheitsmechanismen fürchten müssen, dass die Spiele nicht gekauft, sondern illegal kopiert werden. Ebenso werden wohl die angekündigten Apps wie Netflix oder Spotify nicht nativ auf der Konsole laufen, stattdessen müssen Benutzer über einen modifizierten Chromium-Browser auf diese Dienste zugreifen.

Auch Atari äußerte sich über das Presseunternehmen ÜberStrategist zu dem Bericht und versuchte die Darstellung zu relativieren. „Atari möchte Sie darüber informieren, dass einige Ihrer Aussagen darauf hinweisen, dass Sie falsche und/ oder veraltete Informationen besitzen. Darüber hinaus sind Ihnen einige Aspekte des Atari VCS-Projekts eindeutig unter Verstoß gegen bestehende Vertraulichkeitsvereinbarungen zugespielt worden. Atari behält sich daher seine diesbezüglichen Rechte vor.“

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