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Asterix Review Special (14): Asterix in Spanien

Asterix war nun schon in so vielen Ländern unterwegs. Egal ob in Großbritannien, Griechenland, Ägypten oder Nordafrika, Asterix entdeckt die Welt. Und so war es nicht verwunderlich, als sich in Pilote Nummer 498 vom 22. Mai 1969 das neue Reiseziel Spanien ankündigte.

Don Quichotte und sein Freund Sancho Panza.

 

Neben einem ganzen Haufen Römer trifft Asterix dort auch auf bekannte Figuren, wie Don Quichotte und seinen Freund Sancho Panza des spanischen Dichters Miguel de Cervantes Saavedra. Aber es werden auch neue Figuren in das Asterix-Universum eingeführt. Neben handlunsgrelevanten Figuren, wie Costa y Bravo und seinem Sohn Pepe, kommt hierbei dem neuen Dorfmitglied Verleihnix eine besondere Aufmerksamkeit zu. Im Nachhinein sagten Goscinny und Uderzo, dass sie einen Grund brauchten für die regelmäßigen Streitereien im Dorf. Durch Verleihnix und seine nicht immer ganz frischen Fische wurde diese Gelegenheit gegeben und schnell etablierte sich der Schmied Automatix als Gegenpart zum Fischhändler.

Immer diese Prügeleien.

Verleihnix, der im französischen Original auf den Namen Ordralfabétix hört, was an „ordre alphabétique“ angelehnt ist und grob mit alphabetische Reihenfolge übersetzt werden kann. Zusammen mit Verleihnix hielt auch seine Frau Jellosubmarine (im Original: Ielosubmarine) Einzug in das Dorf. Und wie man sehr leicht erkennen kann, war das U-Boot im gleichnamigen Beatles-Song der Denkanstoss für den Namen. Neben den Prügeleien hatte Verleihnix einen weiteren positiven Aspekt auf die Abenteuer von Asterix. Den als Fischer verfügte er über ein Boot, mit dem fortan Asterix ohne Probleme die Welt bereisen konnte. Das sich diese beiden Storyelemente im Nachhinein als sehr gute Idee herausstellte wissen inzwischen nicht nur Fans des kleinen Galliers.

Asterix‘ Kampf gegen den Stier zierte auch die deutsche Ausgabe von MV Comix.

Wie so oft schaffte es Asterix auch diesmal eine Tradition zu etablieren, die heute weltbekannt ist. Dass diese Aktionen natürlich nur von Goscinny und Uderzo erdacht wurden, um Asterix einen historisch/humorvollen Anstrich zu verleihen. Diesmal ist es der berühmte Stierkampf, den Asterix mal so eben nebenbei etabliert, inklusive des roten Tuchs und allem was dazugehört. Abgesehen davon, dass der Stier am Ende abgestochen wird, was heute leider immer noch praktiziert wird. Erstaunlich ist vor allem, dass sich Asterix dem Stier ohne die Hilfe des Zaubertranks stellt und dennoch siegreich hervorgeht. Eben jener Stierkampf ziert auch das Titelbild von MV Comics Nummer 18 von 1970, in dem Asterix‘ Spanientour nach dem Start in Ausgabe 8, zu einem Ende gebracht wurde.

Asterix in Spanien
(Ehapa, Februar 1973)

Cäsar breitet sich immer weiter aus und so kommt es, dass er seine Finger nach Spanien ausstreckt. Wie auch schon in Gallien und Großbritannien schaffen es Cäsars Truppen, das gesamte Land einzunehmen. Bis auf einen kleinen Teil, der erbittert Widerstand leistet. Also greift Cäsar zu einer List und entführt den Sohn des Dorfhäuptlings Costa y Bravo. Damit dieser dann auch wirklich stillhält und sich ergibt, lässt Cäsar den Jungen nach Gallien bringen. Doch in Gallien wird Pepe von Asterix und Obelix eher zufällig befreit. Leider ist der Junge alles andere als pflegeleicht und so beschließen Asterix und Majestix das Pepe wieder zurück in sein Heimatland, zu seinem Vater gebracht werden muss …

Pepe, die Gallier und die Römer. Eine explosive Kombination.

Die Reiseabenteuer von Asterix gehören zu den erfolgreichsten und witzigsten Geschichten. Ähnlich ist es auch mit diesem Abenteuer. Inhaltlich eher schwach, immerhin besteht der Hauptteil darin den Jungen nach Spanien zurückzubringen, ist hierbei eher der Weg das Ziel. So schaffen es Goscinny und Uderzo erneut die eigentliche Reise in den Mittelpunkt zu rücken, indem sie die beiden Gallier aberwitzige Abenteuer erleben lassen. Sei es die sich entwickelnde Freundschaft zwischen Pepe und Idefix oder das neue prickelnde Zusammenleben innerhalb der neu gestalteten Dorfgemeinschaft. Goscinny lässt es sich aber erneut nicht nehmen aktuelle Ereignisse und Begegebenheiten in die gallischen Abenteuer mit einzufließen. Dazu gehören neben den schlechten spanischen Straßen auch die sich immer stärker ausweitenden Wohnwagenparks in den touristischen Metropolen Spaniens.

Die Verhandlungen mit den Galliern gestalten sich als äußerst schwierig.

Zeichnerisch bleibt sich Uderzo treu. Seine Bilder strotzen immer mehr vor Leben und Details. Auch seine Mimiken, gerade in Bezug auf den kleinen Pepe, werden immer besser. Doch wo einige Panels vor Details nur so strotzen, gehen diese an anderen Stellen wieder verloren. So kommt es immer öfter vor, dass, wie zum Beispiel bei den Besuchern der Stierkampfarena, die Menschen nur noch schematisch dargestellt werden und manche sogar nur noch ein Farbklecks sind. Bei eben einer solche Szene fällt der französische Komponist Gérard Calvi ins Auge, der hier als Dirigent fungiert, und für die Filmmusiken der erste drei Asterix-Filme verantwortlich zeichnet. Von dem bereits erwähnten Manko einmal abgesehen, kann der Band auch visuell wieder ganz überzeugen.

Eine lieb gewonnene Tradition. Das Treffen der Gallier mit den Piraten.

FAZIT:

Eine aberwitzige Reise mit charmanten Figuren, viel Humor und ebenso viel Drama sind die Grundzutaten für dieses Abenteuer. Hinzu kommt der unverwechselbare Charme, der Asterix groß und bekannt gemacht hat und auch dafür sorgt, dass der kleine Gallier auch heute noch, mehr als fünzig Jahre später, eine Ikone der Comicindustrie ist, und das weltweit.

Ziemlich feierwütig die Spanier.

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