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Amazing Spider-Man: Alle Macht, aber keinerlei Verantwortung

Die Ära Dan Slott ist vorbei. Zumindest an der legendären The Amazing Spider-Man-Serie. Seit einigen Monaten lenkt der neue Autor Nick Spencer (Secret Empire, The Superior Foes of Spider-Man) die Geschicke (und Missgeschicke) des Spinnenmanns. Während sein Neustart Amazing Spider-Man #1 hauptsächlich den neuen Status quo einführt, beschäftigt sich Spencer im ersten richtigen Storybogen (Hefte 2 bis 5) mit der Verantwortung des Helden.

Onkel Bens Lektion

„Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.“ Diesen Satz hat Onkel Ben damals eigentlich gar nicht gesagt, doch trotzdem gilt das Motto für Peter Parkers Doppelleben als Superheld. Und wie wichtig dieser Grundsatz ist, erforscht Spencer mit der Story „Back to Basics“, in der Peter Parker und Spider-Man getrennt werden.

Gut, dieses Motiv gab es schon öfter, man kann sich etwa zurück an die Klonsaga erinnert fühlen. Doch diesmal werden die beiden Seiten von Peter Parker komplett getrennt. Einer ist ein Superheld, der andere ein Wissenschaftler. Das Problem: nur Peter hat die Lektion von Onkel Bens Tod verinnerlicht. Spidey hat keine Erinnerung daran.

Der moralische Kompass

Die Konsequenz: Alle Macht, aber keinerlei Verantwortung. Hier macht Spencer deutlich, dass Spider-Man nicht trotz, sondern genau wegen seiner Fehler ein Held ist. Spidey versucht weiterhin Heldentaten zu vollbringen, schert sich dabei aber nicht um den Kollateralschaden. Zudem casht er schamlos ab – mit Sponsorverträgen und ungewöhnlichen Dienstleistungen.

Der Kern eines Helden

Amazing Spider-Man ist in guten Händen. Auch wenn Peter und Spidey natürlich nicht auf ewig getrennt bleiben, demonstriert Spencer hier genau, wie er die Figur begreift. Der neue Status quo wird ebenfalls weitergesponnen, nebenbei Schurken für die Zukunft angeteasert. Besonders spannend: Eine Szene, die in jedem US-Heft lediglich auf einer Seite weitererzählt wird und in Ausgabe 5 in einer grandiosen Enthüllung gipfelt.

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