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Special: Brettspiele der 80er und 90er (Atlantis, Das verrückte Labyrinth, Heimlich & Co.,… )

In Mitteleuropa geboren worden zu sein, ist ein Privileg. In den 80er-Jahren geboren worden zu sein, umso mehr. Als werdender Mensch durfte man unter anderem die Etablierung des Internets und das Ankommen der virtuellen Unterhaltungsindustrie in den Mainstream beobachten. Ohne verklärend oder retro-sentimental wirken zu wollen, muss man eines festhalten: Die Achziger und frühen Neunziger waren für Kinder und Jugendliche in Sachen „Spielen“ eine herrlich analoge Zeit. Digital waren damals nur die revolutionären Armbanduhren von Casio und Co., deren Batterien durch ständiges Drücken der Hintergrundbeleuchtung oft nur eine Woche lang ihren Zweck erfüllt haben. Als Kind, aber auch noch als Jugendlicher, waren Brett-, Karten- und Rollenspiele trotz Commodore 64 und noch vor der Erfindung des Begriffes „Geek“ oder „Nerd“ eine normale und anerkannte Art des Spielens.
Das Malefiz-Spiel

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als Kind die dicken Quelle-Kataloge meiner Großeltern durchstöbert zu haben und mir nach einem kleinen Abstecher in die Damen-Unterwäsche-Sektion schon vorab meine Favorites an Spielen für den kommenden Geburtstag herauszusuchen. Beim Durchforsten der Brettspiel-Kategorie von Amazon & Co., die schlussendlich den beinahen Untergang für Versandhäuser wie Quelle bedeuteten, verfalle ich oft in die gleiche Stimmung wie früher, obwohl das Durchblättern eines dicken und farbenfrohen Katalogs im Vergleich dazu ein ganz anderer Reiz war. Auch heute noch haben Brettspiele für mich eine ganz eigene Magie, die nur schwer zu beschreiben ist. Im Vergleich zu Computerspielen ist der Glücksfaktor beim Kauf von analogen Spielen noch immer mehr vorhanden. Trotz einer Vielzahl an Reviews und Let’s Plays weiß man erst, was man bekommt, wenn man die Schachtel hebt, die Spielfiguren genau betrachtet und sich voll in das Spiel versenkt.

Viele dieser Spiele aus meiner Kindheit erleben heute, über 20 Jahre später, eine Renaissance und werfen mich und viele andere oft unerwartet in eine Zeitmaschine der Gefühle und Erinnerungen. Viele Stunden sind mein Bruder, unsere Freunde und ich vor Spielbrettern gesessen und in fantastische Welten eingetaucht, haben Phantome durch eine Stadt gejagt, Orks getötet oder sind vor dem Untergang der Stadt Atlantis geflüchtet. Im Folgenden zeige ich ein paar Spiele, die sich über Jahrzehnte hinweg gehalten haben und Menschen noch immer Freude bereiten.

Pop Up Pirate: Ein Kinderspiel der Marke „Nervenkitzel Pur“. Abwechselnd treiben die Spieler Schwerter durch ein Fass, in dem ein Pirat sitzt. Von Runde zu Runde gibt es immer eine unterschiedliche Öffnung, die den Piraten aus dem Fass springen lässt. Nennt mich kindisch, aber ich kann mir Pop Up Pirate auch jetzt noch als lustiges Spiel zwischendurch vorstellen. Nebenbei ist der Pirat im Fass wie prädestiniert als Trinkspiel. Der lustige Pirat hat sich seit den Achtzigerjahren nicht verändert und wird sich wahrscheinlich auch kaum in den nächsten 30 Jahren tun.

Pop Up Pirate 80er

Pop Up Pirate damals

Pop Up Pirate

Pop Up Pirate Jetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Atlantis: Ihr begebt euch gemeinsam auf die dem Untergang geweihte Insel Atlantis. Seid ihr am Festland angekommen und habt es geschafft, den Seeungeheuern, Riesenkraken und Haifischen zu trotzen, müsst ihr euch so schnell wie nur möglich bis ins innere Gebirge der Insel vorkämpfen, denn Atlantis wird vom Meere verschluckt. Nach und nach versinkt die Insel vom äußeren Rand beginnend und mit ihr ein paar unglückliche Spieler. Von Atlantis gibt es heute mehrere Varianten, wobei Survive: Escape from Atlantis das Original am besten trifft.

Atlantis 90er

Atlantis damals

Atlantis Jetzt

Survive (Atlantis) Jetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das verrückte Labyrinth: Eines der beliebtesten Brettspiele, damals wie auch heute, ist Das verrückte Labyrinth, bei dem ihr unter erschwerten Bedingungen mehrere Schätze sammeln müsst. Das Labyrinth und damit auch das Spielfeld verändert sich ständig und garantieren spaßige Runden. Dass sich an der Gestaltung der Spielschachtel fast nichts geändert hat, ist ein Zeichen dafür, wie zeitlos Das verrückte Labyrinth auch heute noch ist.

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Das verrückte Labyrinth damals

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Das verrückte Labyrinth Jetzt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heimlich & Co.: Übernehmt bei diesem Klassiker die Rollen von Spionen, die alle nach Geheiminformationen suchen und versuchen, die eigene Identität vor den anderen Mitspielern zu verbergen. Wer am Ende des Spiels die meisten Informationen über die gegnerischen Agenten in der Hand hat, gewinnt die Partie. Auch Heimlich & Co, das zum Spiel des Jahres 1986 gekürt wurde, hält sich jetzt schon beinahe über 30 Jahre und ist für Kinder, aber auch für Erwachsene, ein Vorzeigebeispiel für spannendes Gameplay.

Heinlich und Co. damals

Heinlich und Co. Jetzt

 

 

 

 

 

 

 

Falls ihr euch an Spiele in eurer Kindheit oder Jugend erinnern könnt, teilt sie uns in den Kommentaren mit. Im nächsten SHOCK2 Brettspiel-Podcast werden wir das Thema 80er- und 90er-Spiele auffassen und genauer beleuchten. Wer den Podcast noch nicht gehört haben sollte, kann ihn hier abonnieren: SHOCK2 Brettspiel-Podcast.

5 comments

  1. Hallo Michael,

    sehr schöner Beitrag, allerdings stimmte ich Dir bei Atlantis nicht zu. Seit letzten Jahres gibt es eine Neuauflage, die sich „Survive – Escape from Atlantis“ nennt. Hier mal ein Videolink: https://www.youtube.com/watch?v=EovF4Hzh-JM
    Das sollte dem alten Original schon fast gleichkommen.

    • Hallo Jan, danke für das Feedback und die Info! Der schöne Artikel stammt allerdings nicht von mir sondern von unserem Brettspiel-Experten Thomas Wachter! 🙂

    • Danke für den Tipp, hab nicht gewusst, dass das Spiel in der Form noch am Leben ist. Hab es in den Artikel aufgenommen.

      • Hups.. mein Fehler. Wer lesen kann ..
        Finde ich super, dass Thomas den Artikel noch angepasst hat. Vielen Dank dafür.
        Und jetzt packe ich mein altes Atlantis mal wieder aus 🙂

  2. Beim lesen musste ich gleich an meine Kindheit denken, Das verrückte Labyrinth und co erinnert mich sofort an tolle Familienabende. 🙂 Ja, ja.. Brettspiele haben echt schon etwas magisches an sich, nicht nur wegen dem Nostalgiefaktor. Gleichzeitig gab es ja dann den NES beziehungsweise später den SNES. Damals spielte man eben beides sehr gerne. Der Spagat zwischen Brett,- und Videospielen ließ sich noch gekonnt umsetzen. Heutzutage Jemanden „offline“ für ein Kartenspiel oder eine runde Monopoly zu begeistern fällt da schon recht schwer. (Mich eingenommen) 😉

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